Ludwigsburg. Die Standsicherheit vieler Bäume rund um den Monrepos-See ist nicht mehr gewährleistet. Wie berichtet hat das Hochwasser am vergangenen Wochenende die Bäume unterspült, viele von ihnen sind deshalb einsturzgefährdet und müssen überprüft werden.
Deshalb wird die Bootsfahrt untersagt
Das betrifft auch die Bäume, die auf den vielen Inseln im See stehen. Die Fahrt auf dem See mit Booten ist deshalb ab sofort nur noch eingeschränkt möglich. Das teilte die Hofkammer des Hauses Württemberg, Eigentümer der Domäne Monrepos, am Mittwoch mit.

„Speziell in den Kanälen zwischen den Inseln können wir unseren hohen Anspruch auf Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht durch umfallende Bäume nicht mehr halten“, so Michael Herzog von Württemberg. Das Befahren der Kanäle um die Inseln herum mit Booten wurde daher ab sofort untersagt und die Passagen sind entsprechend abgesperrt. Mit Seilen ist der Inselbereich eingeschränkt, die Boote können nur noch auf dem Teil vor dem Schloss fahren. „Uns ist sehr wohl bewusst, dass die Menschen dieses Erlebnis sehr vermissen werden“, so die Hofkammer.
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Diese Kosten kommen auf die Hofkammer zu
Die Kosten für die Baumpflegemaßnahmen zur Herstellung der Verkehrssicherheit seien enorm und stehen in einem deutlichen Missverhältnis zu den möglichen Einnahmen aus der Verpachtung des Sees. In den nächsten Jahren stehe außerdem eine umfangreiche Dachsanierung des Seeschlosses an.
Weil man noch nicht weiß, wie sich die Sanierung des Schlosses auf die Domäne auswirkt, hat sich die Hofkammer dazu entschieden, den aktuellen Pachtvertrag mit dem Bootsbetreiber Familie Leitz zum 30. Juni 2024 auslaufen zu lassen und die Zusammenarbeit nach 25 Jahren zu beenden. Das geschehe einvernehmlich, sagt die Hofkammer.
Dem widerspricht der Bootsverleiher Thomas Leitz. Dass der Pachtvertrag nicht verlängert wird, schockiert ihn. "Mein ganzes Vermögen steckt im Bootsverleih", sagt er. Er möchte unbedingt weiter machen und ist bereits mit Stadträten und Stadtverwaltung im Gespräch.
Gibt es in der Zukunft wieder einen Bootsverleih?
Das Haus Württemberg möchte sich dann während der Sanierung des Seeschlosses genügend Zeit für konzeptionelle Überlegungen nehmen, die möglicherweise in einer Neuverpachtung eines Bootsverleihes oder ähnlichem münden werden.
Gleichwohl ist die Hofkammer sich bewusst, ein Gleichgewicht zwischen dem Erhalt von natürlichen Ressourcen, dem Schutz des kulturellen Erbes und der Bereitstellung eines Raums für Erholung und Bildung für die heutige und zukünftige Generationen zu finden. Die aktuelle Entscheidung heiße nicht zwingend, dass es zukünftig keinen Bootsverleih mehr geben wird, so Herzog Michael.


