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Citylauf
Citylauf: Für die zehn Kilometer gilt ein Zeitlimit von 70 Minuten

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Der Ludwigsburger Citylauf kehrt nach zwei Jahren Zwangspause zurück – mit veränderter Strecke und neuem Reglement. Für Unmut sorgt die Zeitbeschränkung beim Zehn-Kilometer-Lauf, einige fühlen sich ausgeschlossen. Auch machten verschiedene Zeitlimits die Runde. In 70 Minuten muss die Strecke geschafft werden, sagt jetzt Veranstalter Roy Fischer. Wer sich dann doch verschätzt hat, darf aber beruhigt weiterlaufen.

Ludwigsburg. „Welche Arroganz“,kommentiert eine Leserin die Ankündigung von Roy Fischer, beim Zehn-Kilometer-Hauptlauf am 9. Juli eine Zeitbeschränkung einzuführen. Damit würden diejenigen diskriminiert und ausgegrenzt, die beim Citylauf langsamer liefen als die verlangten 60 bis 65 Minuten, so die Kritik. Fischer, der den Citylauf seit Anbeginn 1999 organisiert, diesmal mit seiner Tempomacher Event GmbH, beruhigt. Es kursierten Vorgaben von 60 bis 70 Minuten, das Zeitlimit sei nun einheitlich auf 70 Minuten gesetzt worden – verschiedene Angaben auch auf der Webseite www.ludwigsburger-citylauf.de wurden jetzt vereinheitlicht.

Über 70 Minuten auf zehn Kilometer – das seien in den Läufen von 2015 bis 2019 vier Prozent der Läufer gewesen, sagt Roy Fischer, über eine Stunde zehn Prozent. Wir haben für 2019 nachgeschaut: Sebastian Hendel war mit 29:35 der Schnellste, der Letzte kam mit 1:31:34 ins Ziel. Über eine Stunde benötigten immerhin noch 384 (23 Prozent) von insgesamt 1662 Läufern, 65 (3,9 Prozent) brauchten für die zehn Kilometer über 70 Minuten.

Wegen der vielen Baustellen wird die Strecke verkürzt

Geschuldet ist die Rechnerei dem geänderten Streckenverlauf: Baustellen pflastern die Stadt, Rettungswege müssen berücksichtigt werden, die Sicherheit gewährleistet sein. Deswegen wird die Fünf-Kilometer-Strecke, die von der Wilhelmstraße über die Bärenwiese, Blühendes Barock, Marktplatz und Schillerplatz führt, zweimal gelaufen – Überrundungen sind unvermeidlich.

Roy Fischer bedauert, dass die neuen Regelungen als zu restriktiv gesehen werden. Mit dem einheitlichen Zeitlimit von 70 Minuten soll hier befriedet werden. Er bittet um Verständnis für das neue Reglement: „Wie sollen sich die Schnellen den Weg durch den Pulk bahnen?“ Die seien auf der Jagd nach der besten Zeit auf den zwei Runden immerhin mit mehr als 20 Stundenkilometern unterwegs. 2019 zeigt: Schon 60 Läufer waren unter 40 Minuten unterwegs.

Es wird ein heißer Kampf um die vorderen Plätzen erwartet

Nach den Absagen von 2020 und 2021 soll es nun wieder richtig zur Sache gehen: Neben dem Sieger von 2019 – Sebastian Hendel, und seine Frau Kristina (die die zehn Kilometer in 35 Minuten laufen kann) – die Siegerin bei den Frauen 2019, Sabrina Mockenhaupt, angesagt. Hinzu kommen Thorben Dietz und Simon Stützel (Dritter und Vierter 2019) sowie junge, spannende Talente wie Kurt Lauer oder Dustin Uhlig.

Was Roy Fischer ärgert: Die Verlautbarung in manchen Medien, langsame Läufer würden notfalls gestoppt, um Platz zu schaffen. Das hatte für heftige Kritik auch unserer Leser gesorgt, die befürchteten, dass Teilnehmer hier gedemütigt würden. „Keiner wird während des Laufs rausgezogen“, sagt er, das habe er nie angekündigt. Im Gegenteil: Angeboten werden sogenannte Zugläufer. Das sind Läufer, die mit einer Fahne am Rucksack die Zielzeit von etwa 55 oder 65 Minuten vorgeben und auf diese Zeit konstant durchlaufen. Da drangehängt, kann man sich gut orientieren. Roy Fischer vertraut zudem darauf, dass die Läufer ihre momentane Lauffitness gut einschätzen können.

Neue Fünf-Kilometer-Strecke auch für Einzelläufer und Geher

So sieht Roy Fischer den zusätzlichen Fünf-Kilometer-Lauf als gelungene Erweiterung. Der Mannschaftswettbewerb ist auch für Einzelläufer und Geher geöffnet. „Da sind alle Hobbyläufer gut aufgehoben.“ Hinzu kommen wie üblich die Jugend-, Schüler-, Bambini- und Handicapläufe, abends wird mit Good News auf dem Rathaushof gefeiert. „Und wir können alle das besondere Flair erleben.“

Die neue Strecke entlang der Straße und Schloss und Marktplatz lobt Fischer trotz der Einschränkungen in höchsten Tönen. Das Publikum ganz nah an den Läufern, die sich diesmal die steile Strecke entlang des Schlosses sparen dürfen. Dafür geht es ins Blüba und damit wie einst durch den gefürchteten Kies, der die Beine schwer macht. Blüba-Direktor Volker Kugel (selbst treuer Cityläufer) hatte sich früher immer wieder einen Spaß daraus gemacht, den Kies vorher frisch aufzuschütten. Im letzten Jahr seiner Ägide, beteuert Fischer, „hat er versprochen, die Finger davon zu lassen“.

Anmeldungen laufen noch zögerlich ein

Nach der Coronapause und mit fehlenden Wettkämpfen rechnet Roy Fischer nicht mit dem riesigen Andrang, aber mit 3000 Teilnehmern in allen Läufen wäre er sehr zufrieden. Noch laufen die Anmeldungen schleppend, aber das sei normal, sagt er. „Viele machen das von ihrer Tagesform und dem Wetter abhängig.“

Info: Anmeldung online unter www.ludwigsburger-citylauf.de bis Mittwoch, 6. Juli.