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Corona: So wird das Pflegeheim zu einem sicheren Ort

Nora Jordan-Weinberg an der Einlasskontrolle im Albert-Knapp-Heim. Foto: Holm Wolschendorf
Nora Jordan-Weinberg an der Einlasskontrolle im Albert-Knapp-Heim. Foto: Holm Wolschendorf
Im Albert-Knapp-Heim ist immer ein Kommen und Gehen: Ob Mitarbeiter, externe Fachkräfte oder Angehörige: Sie alle müssen registriert und getestet werden. Ein großer Aufwand, der vor allem der Sicherheit dient. Die Vorsitzende des Kreisseniorenrates und stellvertretende Vorsitzende des Landesseniorenrates, Nora Jordan-Weinberg, und ihr Mann Hans Jordan helfen jetzt bei der Zugangskontrolle.

Ludwigsburg. Sie entlasten dabei die Mitarbeiter, die sich dann ihrer eigentlichen Tätigkeit widmen können: Die qualifizierte Pflege und Betreuung der über 140 Bewohner. Das Ehepaar Jordan hat schon erste Einsätze hinter sich und sagte spontan zu, auch an Weihnachten, wenn viele Angehörige zu Besuch kommen, präsent zu sein. „Das ist für uns eine große Erleichterung“, sagt Heimleiter Bernhard Wandel, der zusammen mit der Sozialdienstleiterin und Ehrenamtskoordinatorin Sabine Schmidt-Kotzur eine weitere organisatorische Neuerung präsentiert. Seit 9. Dezember steht im Innenhof der Einrichtung ein Container, wo sich Mitarbeiter und Besucher testen lassen können.

Ungeimpfte müssen jetzt PCR-Test vorlegen

Bislang galt dabei folgende Regelung: Zugang zu den Bewohnern hatte man nur mit negativen Antigen-Schnelltest, gleichgültig ob geimpft oder nicht geimpft. Ab Montag gilt nun folgende Regel: Bei vollständig Geimpften reicht nach entsprechendem Nachweis weiterhin der Schnelltest, der vor Ort absolviert werden kann, aus. Ungeimpfte hingegen müssen jetzt einen laborgeprüften PCR-Test vorlegen.

Der Aufwand steigt und da sind Menschen wie Nora Jordan-Weinberg und ihr Mann Hans Jordan gefragt. Die fackelten auch nicht lange, als das Sozialministerium und der Landesseniorenrat aufriefen, sich hier ehrenamtlich einzubringen. Nora Jordan-Weinberg schrieb sogleich Pflegeheime im Landkreis an und das Albert-Knapp-Heim Ludwigsburg meldete sich sofort. „Das ging schnell und unbürokratisch innerhalb weniger Tage“, freut sich die Vorsitzende des Kreisseniorenrates.

Schließungen sollen vermieden werden

Sabine Schmitz-Kotzur war von der Idee sofort begeistert und seither sitzt das Ehepaar abwechselnd tage- und stundenweise an der Eingangskontrolle. Besuchermanagement nennt sich das und es ist eine wichtige Voraussetzung, um Pflegeheime zu einem sicheren Ort zu machen und Schließungen mit allen ihren Folgen für die Bewohner zu vermeiden. „Die Isolation ist ganz schlimm für die alten Menschen“, sagt Bernhard Wandel. Ziel sei, zu verhindern, fügt er hinzu. Und mit ehrenamtlicher Hilfe funktioniere das auch.

Schnelltest-Container im Innenhof

Wie Nora Jordan-Weinberg berichtet, zeigen die Besucher Verständnis für die Eingangskontrollen und dass sie sich trotz Impfung testen lassen müssen. Freundlich aber bestimmt verweist sie auf die Regelungen. Nach der Registrierung etwa durch Scannen des QR-Codes geht es nach dem Empfang nebenan in den Innenhof zum Testcontainer, wo vor allem junge Leute, etwa ein Abiturient, der seine Wartezeit auf das Studium mit diesem Job überbrückt, tätig sind. Besuchszeiten und Testzeiten sind dabei eng miteinander verzahnt.

Nora Jordan-Weinberg hat nun einen Wunsch: Dass sich hier mehr Seniorinnen und Senioren einbringen. Der Vorsitzende des Landesseniorenrates Professor Dr. Eckart Hammer appelliert, mitzuhelfen und spricht von einer Solidaritätsaktion von Seniorinnen für Senioren, um eine weitere Isolationswelle wie sie es vergangenes Frühjahr gab, zu verhindern.

Info: Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit in einem Pflegheim hat, kann sich beim Kreisseniorenrat Ludwigsburg melden. Telefon: (07141) 928 802, E-Mail: seniorenrat@ksr-lb.de, Internet: www.ksr-lb.de.