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Weihnachtsmarkt

Das Auge als individuelles Kunstwerk

Schau mir in die Augen, so heißt es am Stand von Claudia Ristau. Weil jede Augeniris einzigartig und als Vergrößerung zu einem echten Kunstwerk wird, hat sie daraus eine Geschäftsidee entwickelt und „The Unique Eye“ (Das einzigartige Auge) gegründet.

Claudia Ristau ist mit ihren Fotografien ein echter Blickfang. Foto: Holm Wolschendorf
Claudia Ristau ist mit ihren Fotografien ein echter Blickfang. Foto: Holm Wolschendorf

Viele Besucher des Barocken Weihnachtsmarktes bleiben vor ihrem Stand mit der Nummer 103 in der Nähe des Brunnens stehen und bewundern die auf Leinwand oder auf Acryl vergrößerten Fotos. Und so blickt der Betrachter in ganz unterschiedliche Augen, die auf Anhieb gar nicht als solche zu erkennen sind, sondern wie Kunstwerke wirken.

„Jede Iris hat ihren eigenen Charakter, sowohl durch die Farbe als auch durch die Struktur“, schwärmt Claudia Ristau. Und wirklich, was sich beim ersten Hinsehen eben nur als blaues, braunes oder grünes Auge erscheint, zeigt in der Vergrößerung ein weitaus umfangreicheres Farbspektrum mit vielen verschiedenen Sprenkeln. Verfügt die Regenbogenhaut in natura nur über den Durchmesser einer Münze, so lässt sich die Fotografie auf jedes gewünschte Maß vergrößern. „Ich fertige die Größe der Ausdrücke zentimetergenau an“, so die Inhaberin von „The Unique Eye“.

Claudia Ristau, die in der Nähe von Schorndorf wohnt, ist eher zufällig auf die Irisfotografie gestoßen, hat sie doch Betriebswirtschaftslehre studiert und war viele Jahre im Marketingbereich tätig. Sie habe vor einigen Jahren eine Augendiagnose bei einer Heilpraktikerin durchführen lassen, erzählt sie. Als sie die digitale Vergrößerung ihrer Iris gesehen habe, sei sie auf Anhieb fasziniert von der Farbigkeit und dem ganz individuellen Charakter gewesen. „Das Spektrum reicht von uni bis gemustert“, hat sie festgestellt, dass kein Auge dem anderen gleicht.

Zunächst blickten der Hobbyfotografin vor allem Freunde und Familienangehörige tief in die Augen und in die Kamera, die eigens für sie angefertigt wurde. Vor mehr als einem Jahr machte sie ihr Hobby zum Beruf. „Und es ist mehr als ein Beruf, das ist eine Leidenschaft“, ist sie von der Irisfotografie fasziniert.

Sie selbst hat braune Augen, mag aber blaue und grüne Augen ganz besonders. Jedes Auge ist ein Unikat, und so verfügt kein Mensch über zwei 100-prozentig identische Augen. Welches Auge sie vorzugsweise ablichtet? „Das linke Auge, das befindet sich auf der Herzseite und strahlt besonders“, findet die Expertin, die mit ihrem Stand auf Messen und Kunsthandwerkermärkten zu Gast ist, aber auch für Hochzeits- und Geburtstagsfeiern gebucht wird.

Entscheidet sich jemand dafür, tief in die Kameralinse der Fotografin zu schauen, kann er sich die Aufnahme in digitaler Form zuschicken, auf Papier oder Leinwand drucken und ebenfalls schicken lassen. Fast schon dreidimensional wirken die Aufnahmen hinter dem 2,5 Zentimeter dicken Acrylglas. Viele Paare lassen sich ihre Iris auf ein Bild oder eine Leinwand drucken – ob mit oder ohne Name. Später lassen sich die Kunstwerke durch die Irisbilder der Kinder oder anderer Familienmitglieder ergänzen.

Eine junge Mutter, die mit ihrem Kleinkind auf dem Arm am Stand stehen bleibt, erfährt, dass sie wohl noch einige Jahre auf das Augenbild ihres Filius warten muss. „Die Kinder sollten stillhalten und ihren Blick fixieren“, so Claudia Ristau zu den Anforderungen. In der Regel können sie das erst, wenn sie fünf oder sechs Jahre alt sind. Bis Sonntag, 8. Dezember, ist Claudia Ristau mit ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt vertreten.

Info: In einer Serie stellen wir einige besondere Stände auf dem Weihnachtsmarkt vor.

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