Logo

Wochenmarkt

Das Ende der Plastiktüten-Ära

Verpackungen aus Plastik vom Wochenmarkt zu verbannen, ist schwierig. Seit Beginn des Jahres sind die Hemdchentüten verboten. Es gilt jedoch eine dreimonatige Übergangsfrist. Ein Umdenken bei Händlern und Kunden ist durchaus schon erkennbar, wie ein Besuch am Samstag gezeigt hat.

Der Händler Christian Akay (oben links) hat noch einen großen Bestand an Plastiktüten. Den will er jetzt aufbrauchen. Kundin Doris Winkler (unten rechts) bringt ihre eigenen Taschen und Tüten auf den Wochenmarkt mit.Fotos: Holm Wolschendorf
Der Händler Christian Akay (oben links) hat noch einen großen Bestand an Plastiktüten. Den will er jetzt aufbrauchen. Kundin Doris Winkler (unten rechts) bringt ihre eigenen Taschen und Tüten auf den Wochenmarkt mit. Foto: Holm Wolschendorf
Der Händler Christian Akay (oben links) hat noch einen großen Bestand an Plastiktüten. Den will er jetzt aufbrauchen. Kundin Doris Winkler (unten rechts) bringt ihre eigenen Taschen und Tüten auf den Wochenmarkt mit.Fotos: Holm Wolschendorf
Der Händler Christian Akay (oben links) hat noch einen großen Bestand an Plastiktüten. Den will er jetzt aufbrauchen. Kundin Doris Winkler (unten rechts) bringt ihre eigenen Taschen und Tüten auf den Wochenmarkt mit. Foto: Holm Wolschendorf
Der Händler Christian Akay (oben links) hat noch einen großen Bestand an Plastiktüten. Den will er jetzt aufbrauchen. Kundin Doris Winkler (unten rechts) bringt ihre eigenen Taschen und Tüten auf den Wochenmarkt mit.Fotos: Holm Wolschendorf
Der Händler Christian Akay (oben links) hat noch einen großen Bestand an Plastiktüten. Den will er jetzt aufbrauchen. Kundin Doris Winkler (unten rechts) bringt ihre eigenen Taschen und Tüten auf den Wochenmarkt mit. Foto: Holm Wolschendorf
Der Händler Christian Akay (oben links) hat noch einen großen Bestand an Plastiktüten. Den will er jetzt aufbrauchen. Kundin Doris Winkler (unten rechts) bringt ihre eigenen Taschen und Tüten auf den Wochenmarkt mit.Fotos: Holm Wolschendorf
Der Händler Christian Akay (oben links) hat noch einen großen Bestand an Plastiktüten. Den will er jetzt aufbrauchen. Kundin Doris Winkler (unten rechts) bringt ihre eigenen Taschen und Tüten auf den Wochenmarkt mit. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Als Vorreiter kann die Gärtnerei Beyer aus Ottmarsheim bezeichnet werden: Groß ist an dem Stand nicht nur die Auswahl an Obst und Gemüse, sondern auch an umweltfreundlichem, plastikfreiem Verpackungsmaterial. Die verpönten Hemdchentüten findet man hier schon lange nicht mehr. Vielmehr verwenden Walter Beyer und seine Mitarbeiter Tüten, die aus Maisstärke hergestellt werden und sich innerhalb von sechs Wochen abbauen. In mehrfach verwendbaren Tüten aus Pergamentpapier lässt sich sogar feuchter Salat verpacken, ohne dass diese reißen. Außerdem werden hier Stoffbeutel aus Biobaumwolle verkauft und große Stoffeinkaufstaschen zu besonderen Anlässen wie Ostern und Weihnachten sogar verschenkt. „Doch die Kunden machen auch schon gut mit“, hat Gärtnermeister Beyer festgestellt. Plastiktüten würden nur „ganz, ganz selten“ benutzt. Viele bringen Einkaufstaschen und -netze mit.

Viele Marktkunden denken längst mit

Das bestätigt auch Bettina Göhner. Neben Papiertüten werden an ihrem Stand noch die verpönten Hemdchentüten aus dünnem Plastik verwendet. „Ich habe noch einen großen Restbestand an den Plastikbeuteln“, erklärt die Händlerin, die über das Plastikverbot nicht ganz glücklich ist. „Ackersalat lässt sich halt besser in einem Plastikbeutel als in einer Papiertüte verpacken“, ist sie überzeugt. So bleibe der Inhalt viel länger frisch. „Es hängt viel von den Kunden ab“, gibt sie zu bedenken.

„Ich will meinen Kunden nicht vorschreiben, was sie machen sollen und was nicht“, findet Wolfgang Ganßer. Vielmehr sieht er hier die Stadt Ludwigsburg in der Pflicht. Auch er hat festgestellt, dass viele seiner Kunden Taschen und Beutel mitbringen, aber natürlich längst nicht alle.

„Wir haben noch einen großen Restbestand an den dünnen Plastiktüten“, erklärt Christian Akay, der zusammen mit der ganzen Familie an dem Gemüse- und Obststand im Einsatz ist. Viel wird dort nach wie vor in Plastik verpackt, an den Haken hängen aber auch Papiertüten. „Wir haben zwar Stoffbeutel verteilt. Aber was nutzt es, wenn die Kunden sie bei ihrem nächsten Einkauf zu Hause vergessen?“, schildert Manuel Akay seine Erfahrung. Außerdem sei es problematisch, die Ware in Papier zu verpacken, wenn diese direkt aus dem Kühlhaus komme und noch etwas feucht sei. Zu groß sei die Gefahr, dass die Tüten reißen.

„Viele Kunden, die häufig bei uns einkaufen, bringen Dosen oder Marmeladengläser mit“, erzählt Cornelius Presthofer vom Stand der Azienda San Lorenzo. Gerne werden dort die italienischen Spezialitäten – ob Ravioli oder Oliven – in den mitgebrachten Gefäße verpackt. Brot und Nudeln würden per se in Papiertüten gehüllt und Olivenöl ausschließlich in Glasflaschen oder Metallkanistern angeboten.

Es gibt aber auch Zweifel an dem Verbot

Andreas Holzwarth, der vor allem Eier, Nudeln, frisches Geflügel und Lammfleisch verkauft, sieht das Plastikverbot eher kritisch. Bei der Herstellung von Papiertüten würden mehr Ressourcen verbraucht als bei der Produktion von Plastikbeuteln, macht er deutlich. Und selbst Stoffbeutel seien aus ökologischer Sicht erst dann vertretbar, wenn sie mindestens 50 Mal benutzt würden. „Man will etwas Gutes tun, bewirkt aber das Gegenteil“, findet er. Gar keinen Sinn macht es seiner Meinung nach, dass die Händler die Plastiktüten, die sie noch im Bestand haben, einfach entsorgen. Der Wochenmarkt übertreffe von der Verpackungsbilanz her ohnehin jeden Supermarkt.

Doch wie halten es die Menschen, die auf dem Wochenmarkt einkaufen? Viele haben Einkauftaschen und Netze zum Verpacken von Obst und Gemüse dabei. Doch immer wieder fallen die kleinen Hemdchentüten oder gar in Plastik eingewickelte Salatköpfe ins Auge. Birgit Festag transportiert das frische Obst, das sie eingekauft hat, komplett plastikfrei in einem klassischen Einkaufskorb. Viele Netze und Taschen hat das Ehepaar Winkler aus Pleidelsheim mit zu seinem Einkauf auf dem Ludwigsburger Wochenmarkt mitgebracht. „Wir achten schon darauf, Obst und Gemüse möglichst umweltfreundlich zu verpacken“, erklärt Doris Winkler. Auch für Birgit Labling und Sven Illig ist es seit mehr als zwei Jahren eine Selbstverständlichkeit, Obst und Gemüse in den mitgebrachten Netzen und Stoffbeuteln zu verstauen. Mit dabei haben sie an diesem Morgen auch eine leere Eierschachtel, die sie wieder auffüllen lassen wollen.

Autor: