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Deponie am Lemberg

Deponie am Lemberg: 14 Fußballfelder großer Wald wird gefällt

AVL startet mit Sanierung der 1989 stillgelegten Deponie zwischen Poppenweiler und Affalterbach – Bis voraussichtlich 2032 ist Aufforstung abgeschlossen

Im Vergleich die Deponie im Oktober 2021, vor den Rodungen. Foto: Holm Wolschendorf
Im Vergleich die Deponie im Oktober 2021, vor den Rodungen. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Seit mehr als 30 Jahren ist die Deponie Am Lemberg stillgelegt. Aber so richtig still ist es um sie nicht geworden. Jetzt wird es dort noch einmal richtig laut: Wie das Landratsamt in einer Pressemeldung mitteilt, beginnen ab November die Rodungen im nordöstlichen Teil der Deponie. Einen genauen Termin des Rodungsstarts kann die Behörde noch nicht nennen. Es stehe noch die Genehmigung durch das Regierungspräsidium aus.

„Sobald die Rodungsarbeiten beginnen, kann es rund um den betroffenen Deponiebereich zu Lärm, Verschmutzungen und vermehrtem Verkehr auf den Spazierwegen kommen“, so die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises (AVL). Die AVL bemühe sich jedoch, die Belastungen und Eingriffe für Mensch, Natur und Tierwelt so gering wie möglich zu halten.

Die Bäume, die gefällt werden, stehen noch nicht Jahrhunderte dort. Sie wurden in den 70er und 80er Jahren auf den stillgelegten Bereichen der Deponie nach und nach gepflanzt. Dass sie jetzt weichen müssen, hat einen Grund: Der Deponiekörper, in dem Abfälle lagern, bekommt obendrauf eine wasserdichte Abdichtung. Der Fachbegriff dazu ist Oberflächenabdichtung. Diese Schicht verhindert, dass Regenwasser in die Deponie eindringt, dann durch die eingebauten Abfälle sickert und mit Schadstoffen belastet bis ins Grundwasser gelangt.

Unter der Kuppe der Deponie wurden bereits 2005 Kunststoffbahnen verlegt, um das Regenwasser abzuleiten. Damals dachte die AVL, dass die Abdichtung dieser Teilfläche ausreichen würde. Doch das ist nicht der Fall. Auch beim Außenkranz der Deponie sickert durch die alten Industrieabfälle Regenwasser mit Schadstoffen ins Grundwasser. Jährlich sind das 10000 bis 14000 Kubikmeter Sickerwasser, das die AVL reinigt, bevor es in die Kläranlage geleitet wird. Die Reinigung kostet den Gebührenzahler laut AVL rund 160000Euro im Jahr.

Durch die Abdichtung der Fläche wird außerdem verhindert, dass das klimaschädliche Deponiegas Methan, das im Deponiekörper durch chemische Prozesse entsteht, entweichen kann. Neben diesen Umweltschutzgründen sei es inzwischen auch gesetzlich verpflichtend, die gesamte Deponiefläche, also auch den Außenkranz, vollständig abzudichten. Dieser ist rund zehn Hektar groß. Das entspricht einer Fläche von etwa 14Fußballfeldern.

Im November starten die Rodungen in einem ersten Bauabschnitt, der 4,6Hektar groß ist, und in einem kleinen Teil des zweiten Bauabschnitts. Dieser erste Schritt ist laut Landratsamt bis Ende Februar 2022 abgeschlossen. Wenn alle Bäume gefällt sind, wird ein Teil der Erde aufgegraben, um daraufhin verschiedene Schichten aufzubauen. Diese sind zum Beispiel aus Kunststoffbahnen oder Asphalt und sind wasserundurchlässig. Diese Schichten dichten die Deponie ab, so dass kein Wasser mehr durchsickern kann. Auf die Abdichtung kommt am Ende eine drei Meter hohe Schicht aus unbelasteter Erde, die auch wieder bepflanzt werden soll.

Trotz der Arbeiten sollen Spaziergänger und Jogger weiterhin im Wald unterwegs sein können. In Zukunft soll die bisher abgesperrte Deponiefläche den Bürgern zur Verfügung stehen. Bisher ist das Gelände noch abgesperrt. Bis daraus ein Naherholungsgebiet wird, dauert es jedoch noch eine Weile. Denn davor soll sich die Natur von der Sanierung erholt haben. Das Landratsamt teilt auf Nachfrage mit, dass man mit einem Ende der Sanierung im Jahr 2032 rechnet. Dann soll das Gelände auch wieder aufgeforstet sein.

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