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Friedrich-von-Keller-Schule

Der Bestandsbau ist jetzt an der Reihe

Bald ist die Sanierung in der Friedrich-von-Keller-Schule in Neckarweihingen geschafft, im Frühjahr 2022 können die Schülerinnen und Schüler aus den Containern in ein frisch saniertes Schulhaus ziehen.

Die Zimmer im Neubau werden bereits genutzt. In allen Räumen gibt es interaktive Tafeln.
Die Zimmer im Neubau werden bereits genutzt. In allen Räumen gibt es interaktive Tafeln.

Ludwigsburg. Die Friedrich-von-Keller-Schule war schon oft Thema, nicht nur in Neckarweihingen, auch in ganz Ludwigsburg: Grundschule statt Abriss, Supermarkt unter den Klassenräumen, ein Aufzug oder doch zwei, verzögerte Fertigstellung. Jetzt ist ein Ende in Sicht. Nachdem der Anbau, in dem unter anderem eine Mensa untergebracht ist, bereits steht und genutzt wird, ist in den Sommerferien nun das Bestandsgebäude an der Reihe. Die Abbruch- und die Dachabdichtungsarbeiten sind bereits abgeschlossen, auch die Fenster wurden eingebaut. Aktuell werden unter anderem die Haustechnik installiert, Trockenbauwände eingezogen und Brandschutztüren in den Fluren sowie eine zweite Fluchttreppe eingebaut. Bisher gab es im Gebäude nämlich nur einen Fluchtweg: die Haupttreppe.

Vieles bleibt erhalten. Zum Beispiel der bepflanzte Innenhof und größtenteils die Aufteilung der Zimmer. Die Flure waren schon im ursprünglichen Gebäude sehr breit. Dadurch und dank des natürlichen Lichts, das über den Innenhof hineinströmt, können die Flure in Zukunft auch genutzt werden. Lernlandschaften für Kleingruppen sollen dort entstehen. Im zweiten Stock kommt eine Bewegungslandschaft in den Flur. Dort soll es eine kleine Kletterwand und Balanciergeräte geben, erläutert Bauleiterin Susanne Denzel. Das soll etwa auch der Ganztagsbetreuung Spielmöglichkeiten im Gebäude und nicht nur auf dem Schulhof geben.

Eingebaute Lüftungsanlage ist ein Kompromiss

In die Zimmer wurde eine Lüftung eingebaut. Weil es sich hier um eine Bestandssanierung handelt, konnte keine mechanische Lüftungsanlage eingebaut werden, wie das in Neubauten künftig der Fall sein wird, erklärt Gabriele Barnert, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Hochbau. Die Belüftung in der Friedrich-von-Keller-Schule sei ein Kompromiss, sagt sie. Dabei läuft nicht der gesamte Luftaustausch mechanisch. Die schlechte Luft wird abgezogen. Dadurch entsteht im Zimmer Unterdruck und frische Luft wird über Klappen im Fenster eingezogen. „Mechanische Abluftabsaugung mit Zuluftnachströmung“ nennt die Stadt diese Art der Lüftungsanlage. In anderen Schulen, die kürzlich saniert wurden, gibt es eine mechanische Lüftungsanlage, in anderen wird über die Fenster belüftet (siehe Text links unten).

Dadurch, dass das Gebäude saniert und nicht abgerissen und neu gebaut wird, muss die sogenannte graue Energie nicht erneut aufgewendet werden. Unter grauer Energie versteht man die Energie, die etwa bei der Herstellung, beim Transport oder bei der Lagerung von Produkten entsteht. „Weil in diesem Gebäude keine Schadstoffe sind, kann die graue Energie gespart werden“, sagt Mathias Weisser, Leiter des Fachbereichs Hochbau und Gebäudewirtschaft. Beim Bildungszentrum West etwa sei das nicht möglich. Weil dort Material verbaut wurde, das Schadstoffe enthält, ist ein Neubau notwendig.

16,8Millionen Euro kostet die Sanierung der Friedrich-von-Keller-Schule. Im Februar 2022 soll das Gebäude fertig sein. „Wenn uns der Baustoffmangel nicht noch einholt“, sagt Weisser. Bisher sei das bei der Friedrich-von-Keller-Schule noch nicht der Fall, so ein Großprojekt werde früh ausgeschrieben, die Materialien werden rechtzeitig bestellt. Die Materialpreise seien inzwischen aber zum Teil doppelt so hoch. Bei Baustellen, die jetzt erst starten, mache sich der Baustoffmangel im Preis bemerkbar. Eigentlich sollte die Friedrich-von-Keller-Schule schon im September bezogen werden. Wegen personeller Unterbesetzung sind die Rohbauarbeiten aber mit Verspätung fertiggestellt worden.

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