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Sportevent
Der Ludwigsburger Citylauf wird immer schneller

Hobbyläufer und Profis zeigten ihr Können beim 22. Ludwigsburger Citylauf. Foto: Ramona Theiss
Hobbyläufer und Profis zeigten ihr Können beim 22. Ludwigsburger Citylauf. Foto: Ramona Theiss
Tom Förster gewinnt den Hauptlauf in neuer Rekordzeit. Nach der langen Pandemiepause sind nach Veranstalterangaben rund 1700 Läufer am Start.

Ludwigsburg. Der Citylauf ist nach der Zwangspause erfolgreich aus dem Coronaloch gestartet. Die Laufveranstaltung erweist sich am Samstagabend als Publikumsmagnet. Der Start- und Zielbereich in der Wilhelmstraße ist großräumig abgesperrt. Auf dem Rathausplatz herrscht Festivalatmosphäre, auf einer Bühne gibt die Rockband Good News altbekannte Klassiker zum Besten. Die meisten Sportler, die zuvor die Laufschuhe geschnürt haben, dürften nach der Kraftanstrengung wohl nicht mehr in Stimmung für ein flottes Tänzchen sein. Doch der Citylauf zieht nicht nur Läufer an, sondern ist ein Event für die ganze Stadtgesellschaft.

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Ludwigsburger Citylauf 2022

Weniger Teilnehmer als vor der Pandemie

„Mit Teilnehmern, Zuschauern an der Strecke und sonstigem Publikum dürften etwa 10 000 Besucher da sein“, schätzt Stephan Ellenbeck, der die Großveranstaltung gemeinsam mit Roy Fischer (Tempomacher Event) organisiert hat. Laut Ellenbeck waren etwa 2500 Anmeldungen eingegangen, letztendlich – sagte Roy Fischer am Montag, seien weniger gekommen: Er nennt knapp 1500 Läufer, die in allen Läufen ins Ziel kamen. Das seien zwar weniger Teilnehmer als vor der Pandemie. „Aber wir sind sehr zufrieden“, meint der Organisator. „Andere Laufveranstaltungen in der Region wie der Stuttgarter Halbmarathon mussten zuletzt deutlich stärkere Einbrüche verzeichnen.“ Neben Bambini, Handicap-, Jugend- und Schülerläufen sowie dem Hauptlauf über zehn Kilometer ist erstmals ein Fünf-Kilometer-Lauf für Hobby- und Genussläufer ins Programm aufgenommen worden. So will der Citylauf sein Profil als Breitensportevent stärken. Denn im Hauptlauf dominieren die Leistungssportler – diese starke Konkurrenz hatte in der Vergangenheit viele Teilnehmer abgeschreckt.

Trainingskollegen auf dem Siegertreppchen

Tatsächlich können sich nach dem Startschuss über die zehn Kilometer mit Tom Förster (LG Vogtland) und Sebastian Hendel (LG Braunschweig) schnell zwei Profis vom Hauptfeld absetzen. Hendel mischt bereits zum zweiten Mal beim Citylauf mit, 2019 hatte er bei seinem Sieg in 29:35 Minuten einen neuen Streckenrekord aufgestellt.

Förster und Hendel kennen sich bestens. Die beiden trainieren gemeinsam, bei ihrer Stippvisite im Ländle liefern sie sich lange ein Kopf-an-Kopf-Duell und sind ausgesprochen schnell unterwegs. Moderator Sebastian Hess ist völlig aus dem Häuschen, als das Duo nach der ersten Runde mit großem Abstand vor den Verfolgern das Rathaus passiert. „Vielleicht bleibt der Sieger unter 30 Minuten“, krächzt der Moderator in sein Mikrofon. „Oder, ich will es gar nicht aussprechen, sogar unter 29 Minuten.“

Diese Prophezeiung soll sich erfüllen. Auf der zweiten Runde gibt Förster noch einmal Gas und läuft seinem Trainingspartner davon. Als er unter dem Jubel des Publikums im Ziel eintrifft, zeigt die Stoppuhr 28:41 Minuten an – ein neuer Streckenrekord. Auch Hendel unterbietet seinen eigenen 2019er-Rekord in 29:02 Minuten deutlich, doch auch seine solche Spitzenleistung reicht diesmal nicht für den ersten Platz. „Ich konnte mein Tempo gut halten“, freut sich Förster nach seinem Sieg. „Ich habe auch eine persönliche Bestzeit über die zehn Kilometer geschafft, damit hätte ich nie gerechnet.“

Läufer loben die tolle Stimmung an der Strecke

Trotz der Niederlage darf Hendel jubeln, denn im Hauptlauf der Damen setzt sich seine Ehefrau Kristina Hendel (LG Braunschweig) in 33:21 Minuten in einem souveränen Start-Ziel-Sieg durch. Die Mittel- und Langstreckenläuferin startete bislang für ihr Heimatland Kroatien. Vor einigen Tagen hat der Leichtathletikweltverband ihren Wechsel zum deutschen Team genehmigt, im August wird sie bei der Europameisterschaft in München im Marathon für die Bundesrepublik starten. „Für mich ist das ein logischer Schritt“, so die 26-Jährige. „Ich lebe schon lange in Deutschland und fühle mich hier wohl. Ich bin mit einem Deutschen verheiratet, und mein Kind wächst hier auf.“

Für den Citylauf findet die Siegerin lobende Worte. „Eigentlich wollte ich hier schon 2019 mitlaufen, aber damals hat es wegen einer Herzmuskelentzündung leider nicht geklappt.“ Die Strecke sei interessant, das Publikum begeisterungsfähig. „Die Zuschauer haben wirklich angefeuert, das hat mir sehr gut gefallen.“