Logo

Tierheim

Der November ist ein Katzenmonat

Für viele Tierheime gibt es ab dem November einen Katzenboom in den Einrichtungen. Warum es in diesem Jahr verstärkt so ist, erklärt die Leiterin des Tierheims in Hoheneck, Ursula Gericke.

Pflegerin Vanessa Röschke mit zwei Kätzchen im Arm (oben). Auch diese Bengalkatzendame ist im Tierheim zu Hause (unten).Fotos: Holm Wolschendorf
Pflegerin Vanessa Röschke mit zwei Kätzchen im Arm (oben). Auch diese Bengalkatzendame ist im Tierheim zu Hause (unten). Foto: Holm Wolschendorf
Pflegerin Vanessa Röschke mit zwei Kätzchen im Arm (oben). Auch diese Bengalkatzendame ist im Tierheim zu Hause (unten).Fotos: Holm Wolschendorf
Pflegerin Vanessa Röschke mit zwei Kätzchen im Arm (oben). Auch diese Bengalkatzendame ist im Tierheim zu Hause (unten). Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Vor fast 50 Jahren wurde das Tierheim im Ludwigsburger Stadtteil Hoheneck erbaut, seit 1984 ist Ursula Gericke Teil des Teams, damals noch als Tierpflegerin. 90 Hunde, 50 Kaninchen und insgesamt zwischen 350 und 450 Tiere haben ein Zuhause bei ihr. Die meisten Bewohner sind allerdings Katzen. Zum Start des Novembermonats steigt die Zahl der Miezen alljährlich stark an, dieses Jahr auch zusätzlich begünstigt durch Corona.

Über hundert Katzen füllen momentan das Tierheim, 70 davon müssen aktuell in der Quarantänestation Platz nehmen. Bengalen, Siamesen, Kurzhaarkatzen, Mischlinge, Rassekatzen. Alles, was das Herz begehrt, ist in der Katzenstation in Hoheneck zu finden. Gericke erzählt, dass im November vermehrt wilde Tiere aus Schrebergärten und Weinbergen abgegeben würden.

Die Menschen, die zu den Tieren Kontakt haben und ihnen Futter geben würden, bringen die Tiere im November zur Einrichtung. Die Weibchen würden gerade zu dieser Zeit die Jungtiere werfen, womit die meisten Personen überfordert seien, und die Fellträger bei ihr abgeben würden.

Dieses Jahr werden noch mehr Katzen als sonst zum Tierheim-Team gebracht, Grund dafür ist die Coronapandemie. Viele Besitzer haben sich im Lockdown einen Kompagnon gesucht, die Vierbeiner haben sich allerdings mit anderen Katzen draußen gepaart, und jetzt ist der Nachwuchs da. Auch damit kämen die Besitzer meist nicht klar und geben die Jungtiere ab. Deswegen plädiert Ursula Gericke für eine Kastrations- und Chippflicht. Damit soll verhindert werden, dass auch die kommenden Jahre die Tiere in diesen Massen abgegeben und vor dem Tierheim ausgesetzt werden.

In diesem Winter gibt es tierisch gesehen eine kleine Besonderheit, die viel von den Pflegerinnen und Pflegern abverlangt. Rund 40 Igel hat die Station im Moment aufgenommen. Zwar sind die jungen Stacheltiere nicht groß, aber brauchen jede Menge Arbeit. Dieses Jahr sind es so viele, da sich die Kältephase im Frühjahr so langgezogen hatte. Daher sind viele Igeljunge unterernährt und brauchen die helfenden Hände der Pflegerinnen und Pfleger.

Das Thema Corona hat das Tierheim tatsächlich eher marginal getroffen. Gericke durfte mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch durch den Lockdown das Tierheim betreiben. Ein paar Kleinigkeiten haben sich dennoch geändert. Die Maske sitzt bei allen, die das Gelände betreten, natürlich auf der Nase. Vor dem Lockdown hat das Tierheim ab halb zwei die Tore geöffnet und alle konnten sich die tierischen Bewohner anschauen, heute ist das nur noch mit Termin möglich. Eltern hatten teilweise ihre Kinder mitgenommen, als wäre es ein Zoo, so Gericke.

Heute ist das leider nicht mehr möglich, aber Ursula Gericke ist froh darüber, dass sie in der gesamten Zeit noch nicht einen positiven Fall verzeichnen mussten. Weder bei den Gassigehern noch beim Personal hätte sich das Virus eingeschlichen.

Auch in der vierten Welle findet Ursula Gericke die schönen Momente im Tierheim. „Am schönsten ist es, wenn wir ein Tier gut vermittelt bekommen oder ein krankes wieder aufpäppeln“, erzählt sie.

Autor: