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Straßenbau

Derzeit viele innerstädtische Baustellen

Am Kaffeeberg wird das Pflaster entfernt – Die großen Projekte Westrandstraße und Sanierung Schwieberdinger Straße Nord folgen im Juli

Asphalt statt Pflaster: Die Steine am Kaffeeberg waren immer wieder lose, weshalb sie nun komplett entfernt werden.Foto: Holm Wolschendorf
Asphalt statt Pflaster: Die Steine am Kaffeeberg waren immer wieder lose, weshalb sie nun komplett entfernt werden. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Der Kaffeeberg – er hat die Verwaltung wie die Straßenbauer schon vor manche Herausforderung gestellt. So kurz und steil das Sträßchen ist, es liegt immerhin im Blickfeld zum Schloss. Auch deshalb gab man sich stets besonders Mühe damit, es ist schön gepflastert, um die Achse zur Innenstadt aufzuwerten.

Doch genau das ist das Problem. Die Pfaster halten den Belastungen des Verkehrs nicht stand. „Die Sache ist uns regelrecht um die Ohren geflogen“, räumt Bürgermeister Michael Ilk unumwunden ein. Wer bergab bremst, sorgt dafür, dass sich die Steine lockern. Die Lastwagen geben dem Untergrund dann den Rest. Die Folge: Jetzt wird nicht nur saniert, sondern asphaltiert. „Wir setzen nicht mehr auf Pflaster.“

Der Kaffeeberg erhält allerdings nicht, wie zunächst gedacht, einen hellgelben Belag, der zum Schloss passen und die Straße höherwertiger erscheinen lassen soll. Ähnliche Beläge gibt es bereits in der Königsallee, auch innerorts, etwa in der Poppenweiler Ortsmitte. „Es wird ein Schwarzbelag“, teilt Ulrike Schmidtgen, Leiterin des Fachbereichs Tiefbau und Grün auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Sie verweist auf die zu hohen Kosten für den hellen Belag, auch werde er durch den Reifenabrieb schnell unansehnlich. Zwei Wochen dauern die Arbeiten, die Straße ist für diese Zeit gesperrt. Die Kosten liegen bei 80 000 Euro.

Wie am Kaffeeberg wird derzeit auch sonst viel im innerstädtischen Bereich gearbeitet. In der Abelstraße dauern die Arbeiten noch bis in den Juli hinein fort. Dort werden im zweiten und dritten Bauabschnitt rund 2,5 Millionen Euro ausgegeben. Die Straße ist gesperrt, die Anlieger kommen zu ihren Grundstücken. „Das funktioniert gut“, so der Eindruck von Ilk, „es ist ein gutes Miteinander, die Bauarbeiter werden sogar mit heißem Kaffee versorgt“. Die Arbeiten an der Abelstraße sind so aufwendig, weil dort ein großer Abwasserkanal verläuft, der für die gesamte Innenstadt wichtig ist. Allerdings ist der Aufwand nicht so groß wie im ersten Teil, wo ein noch historischer Kanal, einer der ältesten in der Stadt, saniert werden musste.

Der Parkplatz Untere Kasernenstraße ist gesperrt, weil der Walckerpark umgestaltet wird. Im Bereich der Bietigheimer Straße, Unteren und Oberen Kasernenstraße wurden daher die öffentlichen Stellplätze in Anwohnerparkplätze umgewandelt. Noch über mehrere Jahre hinweg, bis Ende 2022, wird die Schillerstraße Baustelle sein. Sie ist zur Einbahnstraße geworden und nur in Richtung Westen befahrbar. Damit Radfahrer nicht benachteiligt sind, erhalten sie an der Ampel vor den Autos Grün, in Gegenrichtung haben sie eine eigene Spur bekommen. „Es gibt zurzeit zwar weniger Autos auf den Straßen, aber wir sind mit der Verkehrsabwicklung zufrieden“, so Ilk.

Kurzzeitige Einschränkungen wird es in der Schorndorfer Straße geben, wenn ab 11. .Mai die Busspuren abmarkiert werden. Danach werden auch die Spuren in der Schlossstraße aufgebracht.

Zweischichtbetrieb bleibt ein Anliegen

Manche Arbeiten sind bereits abgeschlossen: so etwa die Belagsarbeiten am B.27-Tunnel, auch die Anlieger in der Osterholzallee können aufatmen. Dort sind Gas- und Wasserleitungen erneuert worden, die Stadt steckte 615.000 Euro in den Straßenbau. Seit dieser Woche müssen die Stadtwerke an die Straße Alter Oßweiler Weg ran, zwischen dem Remsweg und Alter Oßweiler Weg 54, werden ebenfalls Gas- und Wasserleitungen erneuert.

Ein Politikum hat sich in der Corona-Zeit vorerst in Luft aufgelöst: der Zweischichtbetrieb. Gefordert vom Gemeinderat und jüngst noch im Bauausschuss diskutiert, sollte er dazu beitragen, die Baustellen schneller abzuwickeln und damit Staus in Ludwigsburg etwas einzudämmen. Zu teuer, sagt die Stadt. Der Preis würde nach einer Ausschreibung für den letzten Sanierungsabschnitt in der Schwieberdinger Straße eine Million Euro über den erwarteten Kosten liegen.

Die CDU und die Freien Wähler wollen das Thema nicht aufgeben. „Andere Städte kriegen das auch hin“, so etwa CDU-Fraktionschef Klaus Herrmann. Die SPD verabschiedet sich in diesem Fall nicht nur vom Zweischichtbetrieb, sondern stellt mit Rücksicht auf die Finanzen auch die Sanierung infrage. Bislang ist diese jedoch noch im Plan. Die Stadt setzt auf einen Baubeginn im Juli, fertig wäre der Abschnitt im Frühjahr 2021.

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