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Soziales engagement

Die Bürgerstiftung sorgt für bezahlbaren Wohnraum

Die städtische Bürgerstiftung ist in Bietigheim-Bissingen für den bezahlbaren Wohnraum zuständig. Dafür wird sie von der Stadt kräftig unterstützt – mit Geld und Grundstücken.

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Auch in der Mörikestraße hat die Bürgerstiftung Wohnraum für Familien mit wenig Geld geschaffen. Foto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Es ist ein Arrangement, mit dem alle Beteiligten sehr gut leben können. Die Bürgerstiftung schafft in der Stadt bezahlbaren Wohnraum und übernimmt damit eine Aufgabe, die sich alle Fraktionen im Gemeinderat und der Oberbürgermeister schon seit Jahren auf die Fahnen geschrieben haben. Denn Bietigheim-Bissingen ist eine wirtschaftlich gut gestellte Kommune mit vielen Arbeitsplätzen. Daher ist der Wohnraum in der Stadt begehrt und entsprechend teuer. Für kleinere Einkommen sind die Mieten teilweise unerschwinglich.

In der Vergangenheit ist die Bürgerstiftung beim Thema bezahlbarer Wohnraum schon aktiv gewesen. In der Mörikestraße und in der Grünwiesenstraße im Stadtteil Sand wurden bereits zwei Gebäude erstellt. Jetzt sollen weitere Mehrfamilienhäuser hinzu kommen und zwar im Neubaugebiet Kreuzäcker. Hier werden vier gleichartige Gebäude entstehen. Das hat den Vorteil, dass sich die Planungskosten deutlich reduzieren, außerdem lässt auf diese Weise eine gemeinsame Tiefgarage schaffen, die dann von allen Bewohnern genutzt werden kann. Die vier Häuser sollen daher in einem Aufwasch gebaut werden. Sie haben insgesamt 34 Wohnungen. Das Baugrundstück wird von der Stadt für rund die Hälfte des regulären Preises an die Bürgerstiftung verkauft. Der Preis liegt somit bei 793 000 Euro.

Die Gebäude sollen, wie schon in der Vergangenheit praktiziert, von der Bietigheimer Wohnbau, einer 100prozentigen Tochter der Stadt, gebaut werden und anschließend von der Wohnbau auch vermietet werden – über eine Dauer von zehn Jahren. Allerdings nur an Personen und Familien, die von der Stadt als sozial bedürftig eingestuft werden. Auch behält sich die Kommune das Belegungsrecht vor. Die Miete beträgt am Anfang 6,80 Euro pro Quadratmeter. Die Erlöse aus den Pachteinnahmen kann die Bürgerstiftung für Projekte in den Bereichen Kunst, Kultur, Sport, Bildung und bürgerschaftliches Engagement stecken – ganz so, wie es in der Satzung steht.

Doch es sind nicht nur verbilligte Bauplätze, mit denen die Bürgerstiftung unterstützt wird. Erst im Mai hat der Gemeinderat beschlossen die städtische Stiftung mit 1,5 Millionen Euro zu unterstützen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Stadt großzügig spendet. Die guten Steuereinnahmen in den vergangenen Jahren machen es möglich.

Auch in anderen Neubaugebieten wird darauf gedrängt, dass zu einem bestimmten Prozentsatz bezahlbarer Wohnraum gebaut wird. Das städtische Tochterunternehmen kann dazu „überredet“ werden, bei privaten Bauunternehmen ist das schwieriger.

Aktuell wird für das frühere Valeo-Areal an der Bundesstraße ein Bebauungsplan aufgestellt. Auch hier will die Stadt festschreiben, dass mehrere bezahlbaren Wohnungen für schlechtergestellte Familien gebaut werden müssen.