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Verbandstreffen

Die Feuerwehr zwitschert jetzt

Die Wehren im Kreis sind immer besser ausgestattet – Ehrenamtliches Engagement soll sich für die Akteure lohnen – Neueste Fahrzeuge ausgestellt

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Im Hof des Film-und Medienzentrums waren anlässlich der Verbandsversammlung die neuesten Feuerwehrfahrzeuge aufgefahren.Foto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Nach langjähriger Pause fand jetzt wieder die Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrwehrverbands (KFV) Ludwigsburg im Reithaus statt. Neben den Regularien, Ehrungen und Berichten, wurden auch künftige Entwicklungen und Veränderungen angesprochen.

Das Aufgabenspektrum der Feuerwehr habe sich in den letzten Jahren enorm verändert und sei längst nicht mehr auf die Brandbekämpfung beschränkt, stellte Kreisverbandsvorsitzender Klaus Haug in seinem Bericht fest. Eine zeitgemäße Ausstattung sei deshalb Voraussetzung dafür, dass sich die Feuerwehren diesen Herausforderungen stellen könnten. Dazu gehöre neben der Fahrzeug-, Ausrüstungs- und Gebäudetechnik auch eine entsprechende Bekleidung.

Großen Wert legt Haug nach wie vor auf die Umsetzung des Strategiepapiers „Freiwillig stark“. Die Forderungen und Anregungen des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg habe Haug den Bürgermeistern bei einer Bürgermeisterversammlung vorgestellt und um die Umsetzung in ihren Kommunen gebeten. Nun liege es an den Verwaltungen, den Gemeinderäten und den Feuerwehrführungen, die Inhalte dieses Papiers umzusetzen, betonte Haug. Es gehe darum, den Feuerwehrangehörigen für ihr ehrenamtliches Engagement eine Wertschätzung zukommen zu lassen. In einigen Kreiskommunen seien die Vorschläge des Landesfeuerwehrverbandes bereits umgesetzt worden, stellte Haug zufrieden fest.

Kreisbrandmeister Andy Dorroch stellte ein großes Programm vor. Aktuell würden die Lehrsäle in der Feuerwehr Ludwigsburg umgebaut. Erneuert werde auch die Technik und infrastrukturelle Ausstattung für den Führungsstab. Durch die landkreiseigene Glasfaserleitung von der Feuerwache über die Polizeidirektion Ludwigsburg zum Landratsamt werde es möglich sein, eine unabhängige Kommunikation zwischen den Stäben und dem Führungs- und Lagezentrum durchzuführen.

Als Untergruppe des Führungsstabes sei eine „Zwitschergruppe“ gegründet worden, sagte Dorroch. Sie habe die Aufgabe, bei besonderen Einsatzlagen im Bereich der sozialen Medien wie Facebook und Twitter zu unterstützen. Die Polizeipressestelle sei mit eingebunden.

Die Feuerwehr habe einen Teleskoplader bekommen, der in Ludwigsburg stationiert ist. Neu sei auch, so Dorroch, dass die Kreisausbildung nun elektronisch über eine eigens beschaffte Verwaltungssoftware organisiert werde. „Bei aller Ausbildungstätigkeit dürfen wir jedoch die ureigenen Aufgaben der Feuerwehr nicht vergessen. Ziel unserer Ausbildung und Übungen muss es sein, effektiv und mit aller Konsequenz eine Menschenrettung durchführen zu können. Hierzu zählt in ganz besonderer Weise die Tätigkeit der Gruppe des ersteintreffenden Löschfahrzeugs“, betonte der Kreisbrandmeister.

Der Erste Landesbeamte im Landratsamt, Jürgen Vogt, sieht in der Aufnahme von Flüchtlingen in die Feuerwehr eine wichtige Integrationsaufgabe. Auch die Brandschutzunterweisung in Flüchtlingsheimen dürfe nicht vernachlässigt werden.

Der Erste Bürgermeister von Ludwigsburg, Konrad Seigfried, bekennt sich zur ehrenamtlichen Feuerwehr mit der 38-köpfigen, hauptamtlichen Abteilung. „Wir sind stolz auf unsere Feuerwehr“, sagte er. Der stellvertretende Kommandant, Hans-Peter Peifer, stellte die Ludwigsburger Wehr mit ihren 492 Mitgliedern vor. Im vergangenen Jahr sei die Einsatzabteilung 1164 Mal ausgerückt. 129 Menschen wurden gerettet.