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Weinsalon

Die Neuheiten des Jahrgangs 2016

Ein passenderes Ambiente als das der historischen Musikhalle kann es für den Württemberger Weinsalon nicht geben. Knapp 1000 Besucher nutzten den gestrigen Sonntag, um Weine gemäß des Veranstaltungsmottos zu entdecken, zu probieren und zu genießen.

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Besucher konnten die verschiedenen Weine der Genossenschaften probieren. Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. „Ich bin geplättet von der positiven Resonanz“, sagte Ulrich-M. Breutner, Vorstandssprecher der Werbegemeinschaft Württemberger Weingenossenschaften, als Veranstalter. Diese legt sich mächtig ins Zeug, um den Wein aus Württemberg zu einer unverwechselbaren Marke zu machen und hat Slogan wie „Kenner trinken Württemberger“ und „Weinheimat Württemberg“ kreiert. Erst vor drei Wochen präsentierte sie die neuen Produkte auf der Fachmesse „Pro Wein“ in Düsseldorf.

Zum ersten Mal wurden gestern neue Cuvees, neue Rebsorten und der Jahrgang 2016 einem breiten Publikum präsentiert. „Das macht den Reiz dieser Veranstaltung aus“, so Breutner. Mit dem Württemberger Weinsalon, der zum dritten Mal in der Ludwigsburger Musikhalle stattfand, hat der Veranstalter den Nerv der Weinkenner und -trinker getroffen. Für 20 Euro erhielt jeder Besucher ein leeres Glas, mit dem er auf Entdeckertour gehen und sich an den Ständen der 18 Winzergenossenschaften einschenken lassen konnte.

Gereift sind die Trauben in Bad Mergentheim ebenso wie in Untertürkheim, im Enztal sowie in Hohenlohe, um nur einige der Anbaugebiete zu nennen. Mehr als 200 verschiedene Weine standen zur Verkostung bereit, da fiel die Auswahl schwer. In Gruppen wurde probiert und gefachsimpelt.

Für die perfekte musikalische Unterhaltung sorgten die Stuttgarter Saloniker, die zuweilen die Bühne verließen, um durch den Saal zu gehen und zu musizieren – wenn es gerade mal nicht so voll war.

„Das schöne Wetter schwappt auch zu uns herein“, zeigte sich Petra Clausecker von den Weingärtnern Marbach erfreut über den guten Zuspruch der Veranstaltung. Viel Weißwein und viel Prickelndes werde getrunken, verriet sie. Mitgebracht hatten sie und ihre Kollegen Weine des Jahrgangs 2016 aber auch Neuheiten wie den Lemberger Rosé mit dem klangvollen Namen „Prinzessin Eboli“. Am Stand nebenan kredenzte die Felsengartenkellerei Besigheim mit „Neunundvierzig Grad“ einen trockenen Sektcuvée und mit „Dolce Gecco“ einen eher süßen Perlwein, aber auch frisch abgefüllte Rot- und Weißweine. Aus dem Kreis Ludwigsburg waren außerdem die Bottwartaler Winzer und die Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft mit Sitz in Möglingen vertreten und schenkten fleißig aus. Der beste Rieslingsekt Württembergs kommt übrigens aus dem Remstal: Karl-Heinz Eckstein von der gleichnamigen Kellerei freute sich aber auch über ein starkes Interesse an dem fruchtigen Sauvignon Blanc und am Spätburgunder aus der Region Waiblingen/Winnenden. „Heute Morgen ist sehr viel Sekt und Weißwein probiert worden, jetzt zieht der Rotwein allmählich an“, sagte er am Nachmittag.

70 Prozent der Württemberger Weine werden von Genossenschaften produziert, wie Ulrich-M. Breutner sagte. Um diese Weine bekannter zu machen, ist die Werbegemeinschaft Württemberger Weingärtnergenossenschaften bundesweit unterwegs. Groß ist das Interesse an Württemberger Wein aber auch in der Region. Sogar aus dem Raum Pforzheim, Karlsruhe und Heilbronn waren die Fans des Rebensaftes angereist. Klapperten vormittags vor allem ältere Besucher die Stände ab, um zu probieren, so zeigte sich das Publikum am Nachmittag vom Alter her bunt gemischt. Gut angenommen wurde auch das kulinarische Angebot, das von Torsten Lacher vom Parkcafé aufgetischt wurde.

„Der 2016-er Jahrgang ist sehr gut“, so das Urteil von Breutner. Der warme und lange Spätsommer hat für den kühlen Frühling im vorigen Jahr entschädigt. Der heiße August stoppte dagegen die Verbreitung der gefährlichen Kirschessigfliege. Auch wenn im Frühling gerne Weißwein getrunken wird, wird in Württemberg mehr Rotwein produziert. Das Verhältnis liegt bei zwei Drittel Rot- und einem Drittel Weißwein, so Breutner.