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Badesaison

Erst die Auflagen, dann das Vergnügen

Der Lenkungskreis der Landesregierung hat beschlossen, unter welchen Bedingungen Bäder und Seen öffnen dürfen – Freibad Hoheneck gut vorbereitet

Erst wird gereinigt, dann das Wasser ins Becken gefüllt: Das Freibad Hoheneck putzt sich für den Start heraus. Foto: RamonaTheiss
Erst wird gereinigt, dann das Wasser ins Becken gefüllt: Das Freibad Hoheneck putzt sich für den Start heraus. Foto: RamonaTheiss

Nachdem die Landesregierung in der vergangenen Woche bekannt gegeben hatte, dass die Badesaison in Baden-Württemberg schon ab dem 6. Juni – und nicht wie zunächst geplant ab 14. Juni – anlaufen kann, standen die Badbetreiber zunächst vor großen Fragezeichen. Zwar wurde die Öffnung erlaubt, doch die Auflagen, unter denen die Besucher das kühle Nass genießen können, ließen auf sich warten. Am Donnerstag war es dann endlich so weit. Und auch die ersten Bäder im Land öffnen heute. Doch viele Einrichtungen, darunter auch das Freibad in Hoheneck, brauchen mehr Zeit, um die Hygieneauflagen zu erfüllen. Für viele sei der 6. Juni als Start ohnehin ein reines Fantasiedatum gewesen.

Wie die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) auf Anfrage unserer Zeitung mitteilen, habe man bereits im Vorfeld ein eigenes Konzept erarbeitet, um möglichst gut auf die Vorgaben des Landes vorbereitet zu sein und eine Öffnung zeitnah realisieren zu können. Doch bis Donnerstag befand man sich in einem Schwebezustand. „Die Umsetzung des Konzeptes kann erst erfolgen, wenn wir definitiv wissen, ob, wann und unter welchen Bedingungen wir aufmachen dürfen“, so die Stadtwerke Anfang dieser Woche. Nach Veröffentlichung der Vorgaben dann leises Aufatmen: „Unser vorab erarbeitetes Konzept deckt sich zu 90 Prozent mit den Hygienevorgaben des Landes“, so eine SWLB-Sprecherin. „Wir werden nun Kleinigkeiten korrigieren und anpassen und dann geht es direkt an die Umsetzung.“

Das Freibad in Hoheneck sei fast betriebsbereit. Das Nichtschwimmerbecken ist mit Wasser gefüllt. Die Arbeiten am Schwimmerbecken müssen noch beendet und das Wasser eingefüllt werden. „Wir haben mit dem Auswintern ganz normal im März begonnen“, sagt Freibadleiterin Silvia Capalija. „Doch auch wir waren und sind von Kurzarbeit betroffen.“ Zudem werde aktuell an einem Online-Tool gearbeitet, welches die Besucherströme coronabedingt regeln soll. Auch müssen die Tarife entsprechend den neuen Schwimmzeiten angepasst werden.

Fest steht schon jetzt: Die Badegäste müssen sich auf neue Regeln einstellen (siehe Infobox rechts), wenn sie bei gutem Wetter eine Abkühlung im Wasser wollen. „Wir müssen uns diesen Sommer alle mit einer anderen Art des Badens auseinandersetzen“, sagt auch Jens Ronneberger von den SWLB. „Ich gehe aber dennoch stark davon aus, dass das Angebot angenommen wird.“

Einen konkreten Öffnungstermin für das Freibad in Hoheneck wollen und können die Verantwortlichen so kurz nach Bekanntwerden der Vorgaben nicht nennen. Das Bietigheimer Freibad im Ellental, mit dem die Verantwortlichen aus Hoheneck laut eigenen Aussagen in engem Kontakt stehen, hat hingegen bereits ein konkretes Datum bekanntgegeben: Es öffnet wieder am Freitag, den 19. Juni. Allerdings wird auch dort der Badebetrieb nicht wie gewohnt ablaufen. Die Gäste können nur in Schichten und nach Anmeldung baden. Die Karten müssen, wie auch in Hoheneck geplant, online gekauft werden. Eine Öffnung des Freibades in Hoheneck scheint also ebenfalls frühestens Mitte Juni realistisch.

Auf Basis der bereits vorhandenen Handlungsoptionen des Bäderverbandes habe man in Hoheneck im Hintergrund an einem Hygienekonzept, an Ablaufplänen, digitalen Zutrittslösungen, Parzellierungen auf der Liegewiese und einem Wegesystem mit Richtungspfeilen gearbeitet und zum Beispiel für Warteschlangen Abstandsmarkierungen vorgesehen. „Die Zahl der Besucher, die gleichzeitig im Bad sein dürfen, werden wir begrenzen müssen“, so Capalija. An Spitzentagen zählt das Freibad Hoheneck bis zu 5000 Besucher. Zudem werde die Einrichtung zwischen den festgelegten Schwimm- und Badezeiten desinfiziert.

„Die gesetzlichen Vorgaben der Landesregierung werden zu höheren Kosten führen. Ein Hygienekonzept unter Coronabedingungen umzusetzen, erfordert einen sehr viel höheren personellen Einsatz und auch finanziellen Aufwand“, so die SWLB. „Denn die Gesundheit muss für Badbesucher und Mitarbeiter gleichermaßen geschützt werden.“

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