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Einzelhandel

Erst die Einlasskontrolle, dann das Shopping

Am gestrigen Mittwoch kehrte zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein wenig Leben in die Ludwigsburger Innenstadt zurück, denn die Geschäfte dürfen nach dem Click&Meet-Verfahren wieder Kunden begrüßen. Der Start war zwar verhalten, doch die meisten Einzelhändler blicken positiv in die Zukunft.

Mit verschiedenen Aktionen soll die Innenstadt wiederbelebt werden. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Mit verschiedenen Aktionen soll die Innenstadt wiederbelebt werden. Foto: Holm Wolschendorf
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Ludwigsburg. Fast fühlt man sich ein wenig an die gute alte Zeit zurückerinnert, in der es noch möglich war, eine Diskothek zu besuchen. Wer seine Dokumente, in diesem Fall den Personalausweis, nicht dabei hatte, dem wurde der Eintritt verwehrt. Ähnlich ist es nun, wenn man eine neue Hose oder ein neues Hemd kaufen möchte. Zwar wird nicht der Personalausweis verlangt, aber dennoch muss man sich „ausweisen“. Ausweisen, ob man genesen, geimpft oder aktuell negativ auf das Coronavirus getestet ist.

Viel los war an diesem Mittwochmittag nicht in der Ludwigsburger Innenstadt. Dennoch wirkte es so, als würden die Geschäfte und auch die Menschen ein wenig aus dem erzwungenen Winterschlaf erwachen. „Endlich ist es wieder möglich, einkaufen zu gehen“, sagt eine junge Frau. Sie habe sich extra am Morgen testen lassen, damit sie entspannt durch die Läden schlendern kann. Termine für die einzelnen Geschäfte hat sie nicht gebucht, aber das ist auch nicht weiter schlimm, denn die meisten Händler bieten auch die Chance auf eine Terminbuchung vor Ort, solange die maximale Anzahl an Kunden nicht erreicht ist. Auch die Gastronomie in der Stadt bereitet sich aktuell auf eine mögliche Öffnung am Montag vor.

Durch das Marstall-Center laufen viele Besucher, die einen weißen Zettel in der Hand haben. Darauf ist der Nachweis eines negativen Coronatests zu lesen. Denn pünktlich zur Wiedereröffnung ist im Marstall am Mittwoch auch ein Testzentrum an den Start gegangen. Bis 12 Uhr hätten sich dort bereits rund 100 Menschen testen lassen. „Wir sind wirklich dankbar, dass die Kunden die Möglichkeit haben, sich vor Ort testen zu lassen“, heißt es von den Einzelhändlern im Marstall. Denn viele hätten sowohl ohne Test als auch ohne Termin vor der Tür gestanden. „Teilweise war es total stressig und chaotisch, weil wir so viele Kunden wieder wegschicken mussten“, sagt eine Mitarbeiterin eines Bekleidungsgeschäfts. „So ist der Weg zur nächsten Teststelle natürlich besonders kurz.“

„Die Leute sind noch sehr verhalten“, heißt es aus der Lotter-Filiale in der Oberen Marktstraße. „Aber damit haben wir gerechnet. Es gab Kunden, die waren super vorbereitet, hatten alle Nachweise beisammen und einen Termin gebucht. Und es gab Kunden, die erst einmal vorsichtig nachgefragt haben, was sie für einen Einkauf nun alles benötigen.“ Theoretisch dürften bis zu 25 Kunden gleichzeitig in das Geschäft. „Wir haben die Anzahl aber auf 18 reduziert“, so eine Lotter-Mitarbeiterin.

Für viele Kunden war ein negativer Schnelltest am Mittwoch das Mittel der Wahl, um in die Läden zu kommen. Doch es gab auch viele Kunden, die bereits doppelt geimpft sind und somit ohne einen negativen Schnelltest Zutritt bekamen, wie Christoph Sprenger, Geschäftsführer des Modehauses Oberpaur in der Asperger Straße, sagt. „Das hat sich bei uns tatsächlich die Waage gehalten“, so seine erste Bilanz. Rund 60 Kunden hätten bis zum Mittag die Chance genutzt, im Oberpaur einkaufen zu gehen. „Wir wollten es einfach mal probieren“, erzählt ein Ehepaar. „Bisher klappt es ganz gut.“

Neben dem negativen Schnelltest oder dem Impf- beziehungsweise Genesenennachweis werden weiterhin auch die Kontaktdaten der Kunden aufgenommen, um eine Nachverfolgung zu vereinfachen. „Die Luca-App erleichtert uns bei den Kontrollen die Arbeit“, sagt Sprenger. Denn: Wer die App auf seinem Handy hat, der kann sich mithilfe eines QR-Codes anmelden, die Kontaktdaten müssen somit nicht mehr analog von den Mitarbeitern erfasst und aufgeschrieben werden.

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