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Erste positive Signale bei Mann+Hummel

Mit Menschenketten um den Mann+Hummel-Stammsitz in Ludwigsburg demonstrieren Mitarbeiter für einen sozialverträglichen Abbau der Arbeitsplätze in der Produktion des Filterherstellers. Foto: IG Metall/p
Mit Menschenketten um den Mann+Hummel-Stammsitz in Ludwigsburg demonstrieren Mitarbeiter für einen sozialverträglichen Abbau der Arbeitsplätze in der Produktion des Filterherstellers. Foto: IG Metall/p

Ludigsburg. In die Verhandlungen um einen Stellenabbau bei Mann+Hummel kommt Bewegung: Der Filterhersteller hatte im Sommer vergangenen Jahres verkündet, seine Produktion am Stammsitz in Ludwigsburg zu schließen. In dem Werk wurden bisher Ansaugrohre sowie Luft- und Ölfilter für Fahrzeuge hergestellt. Der Firmensitz sowie Forschung und Entwicklung sollen in Ludwigsburg bleiben. Seither verhandeln Betriebsrat und Geschäftsführung über sozialverträgliche Lösungen für die gut 400 betroffenen Mitarbeiter in Ludwigsburg.

Am Freitag wurde bekannt, dass kein Beschäftigter einen Ersatzarbeitsplatz in den Mann+Hummel-Werken in Sonneberg, Speyer oder Marklkofen annehmen muss. 170 bis 180 der 400 Mitarbeiter wären mit einem solchen Standortwechsel alternativlos konfrontiert gewesen. „Die Zwangsversetzungen sind vom Tisch“, teilte gestern Betriebsratsvorsitzender Ralph Kraut mit. Gegenüber unserer Zeitung beruft er sich auf ein Angebot der Geschäftsleitung.

Kraut betont aber, dass dieses Angebot noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist. Es sei nicht das endgültige Ergebnis. Bis Donnerstagnacht um 23 Uhr sei in Ludwigsburg verhandelt worden. Die Gespräche seien unterbrochen worden. Am Dienstag sollen sie laut Kraut fortgesetzt werden.

Jetzt müsse das gesamte Paket zum Stellenabbau im Betriebsrat beraten werden. „Wir müssen schauen, ob das Paket für uns das sozialverträglichste ist“, stellte Kraut klar.

Bis Montagabend wolle die Arbeitnehmerseite die noch offenen Fragen klären und entscheiden, ob das Ergebnis von Donnerstagnacht akzeptabel sei. Es müssten noch Details geklärt werden. Es gehe unter anderem darum, wie ein Wechsel in eine mögliche Transfergesellschaft gestaltet werden könne. Oder ob ein Wechsel an einen anderen Standort mit einer finanziellen Unterstützung, wie etwa einer Übernahme der Fahrtkosten durch das Unternehmen, verbunden ist, hieß es vonseiten der IG Metall, die zusammen mit dem Betriebsrat bei dem Traditionsunternehmen verhandelt. Falls der Mann+Hummel-Betriebsrat das Ergebnis nicht akzeptiere, starte am Freitag, 26. Februar, die Einigungsstelle, hieß es.

Wie die IG Metall weiter mitteilte, steht seit Donnerstagnacht auch das Abfindungsvolumen, in welcher Höhe wurde nicht bekannt.

In einer Mitteilung des Betriebsrats, die am Freitag an die Mann+Hummel-Mitarbeiter gesendet wurde, heißt es, dass es für die Arbeitnehmervertretung wichtig sei, dass für alle Betroffene ein Sozialplan vereinbart werde, der „tatsächlich respektvoll und sozialverträglich ist“. Und: „Bei jedem Vertrag, bei jedem Verhandlungsergebnis müssen die Beteiligten erhobenen Hauptes vom Tisch gehen können.“ Betriebsratschef Kraut bedankte sich bei allen, die in den vergangenen Tagen Mahnwachen vor dem Mann+Hummel-Gebäude in Ludwigsburg durchgeführt und unterstützt haben. „Mich hat es gestärkt zu erleben, dass wir gemeinsam antreten und gemeinsam für etwas eintreten können“, erklärte Kraut. Zum vergangenen Donnerstag, dem Verhandlungstag, der erste positive Signale für die von der Produktionsschließung Betroffenen brachte, sagte Kraut: Das war für mich ein „Gänsehaut-Tag“.

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