Logo

„Es ist unsere Zukunft“

100 Schüler nahmen gestern bei der dritten „Fridays for Future“-Demo teil

Der Schüler Markus Moskau ergreift bei der „Fridays for Future“-Kundgebung auf dem Marktplatz wieder das Wort.Foto: Andreas Essig
Der Schüler Markus Moskau ergreift bei der „Fridays for Future“-Kundgebung auf dem Marktplatz wieder das Wort. Foto: Andreas Essig

Ludwigsburg. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsre Zukunft klaut“, rufen die jungen Menschen im Chor. Die Worte hallen über den gesamten Marktplatz. Rund 100 Schüler sind gekommen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Sie halten Plakate in die Luft. „There is no planet b (Es gibt keinen Planeten B)“ steht auf einem. Ein Plakat mit der Aufschrift „Gedankenwandel statt Klimawandel“ haben vier Schülerinnen aus Ludwigsburg mitgebracht, darunter Karina (13). „Ich find’s nicht gut, dass die Autos die Luft verpesten“, sagt sie. „Es ist unsere Zukunft“, wirft ihre Freundin Frida (13) ein. Die vier Achtklässlerinnen haben heute schulfrei. Sie hätten aber trotzdem an der Kundgebung teilgenommen, wenn sie Schule gehabt hätten, erzählen sie: „Wir schwänzen ja nicht in dem Sinn, sondern setzen uns für etwas ein.“

Aus Kornwestheim sind gleich 40..Gymnasiasten dabei. „Wir haben von der Demo mitbekommen und entschlossen, herzukommen“, sagen sie. Auch wenn die Schüler den Unterricht dafür schwänzen, würden das viele ihrer Lehrer unterstützen.

Unterstützung der Lehrer

„Es gibt viele Lehrer, die uns loben, dass wir das machen. Andere finden es nicht so toll“, sagen auch Schüler aus Asperg. „Es schreckt aber viele Schüler ab, wenn sie hören, dass es Konsequenzen geben könnte“, sagt Aleks (16). Er selbst demonstriert mit, weil er es etwa wichtig findet, dass es einen kostenlosen Nahverkehr in Ludwigsburg gibt. „Es ist besser, einen Motor für 60..Leute zu haben, als dass jeder selbst fährt“, sagt der Asperger. Er war auch schon auf den ersten beiden Kundgebungen in Ludwigsburg dabei.

Beim ersten Schülerstreik hatten insgesamt 300 Demonstranten teilgenommen, bei der zweiten Kundgebung waren es um die 100..Schüler gewesen – so auch gestern bei der dritten Demo. Markus Moskau aus dem Organisationsteam der Ludwigsburger „Fridays for Future“-Bewegung zeigt sich damit zufrieden. „Ich denke, wir wachsen noch“, sagt der Schüler aus Asperg. Dieses Mal habe man bewusst einen späteren Zeitpunkt gewählt – 12 Uhr anstatt 11 Uhr –, um mehr junge Menschen mobilisieren zu können, sagt Moskau.

Bevor sich der Demonstrationszug in Bewegung setzt, ergreifen Moskau und weitere Schüler aus dem Organisationsteam noch das Wort. „Wir sind noch lange nicht am Ende unserer Kräfte, wir fangen gerade erst an. Wir müssen die Entscheidungen der Politik auf unseren Schultern tragen. Wenn die das Klima nicht retten wollen, wir werden es“, sagt etwa Max Meyer durchs Megafon. Die Menge jubelt, springt herum und ruft dabei: „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“. Schließlich zieht die Jugend lautstark durch die Innenstadt.

Autor: