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Öffentlicher Raum
Flutlicht soll mehr Sicherheit für den Ludwigsburger Akademiehof bringen

Sollte die Situation eskalieren, kann die Polizei den Platz innerhalb von Sekunden taghell ausleuchten. Foto: Holm Wolschendorf
Sollte die Situation eskalieren, kann die Polizei den Platz innerhalb von Sekunden taghell ausleuchten. Foto: Holm Wolschendorf
Nach Schlägereien, sexuellen Übergriffen und blinder Zerstörungswut, soll ab diesem Frühjahr auf dem Akademiehof alles anders werden: Rechtzeitig zum Start in die Freiluftsaison geht jetzt die Flutlichtanlage in Betrieb. Sie soll aber nur in Extremsituationen eingesetzt werden.

Ludwigsburg. Es ist kurz nach 21 Uhr. Die Temperatur ist angenehm und auf dem Akademiehof sitzen und stehen viele junge Menschen in Gruppen zusammen. Die Stimmung ist ausgelassen. Man hört Lachen aber hin und wieder auch eine Bierflasche in der Dunkelheit zerschellen. Da greift Johannes Rager, Geschäftsführer der Stadtwerke (SWLB), zum Telefon und meldet sich bei der Leitzentrale der SWLB. Kurz darauf sind große Teile des Akademiehofes taghell erleuchtet und durch die Grüppchen der jungen Leute geht ein unzufriedenes Raunen. Da es sich nur um eine kurze Demonstration handelt, lässt Rager das Licht schnell wieder ausschalten.

Die Probleme in den Griff bekommen

Sicherer Akademiehof“ nennt sich das Konzept, mit dem die Stadt die Probleme auf dem Akademiehof in den Griff bekommen will. Die sieben neuen Flutlichtstrahler, die an bestehenden Lichtmasten befestigt wurden, sind ein erster Schritt davon. Deren Einsatz erklären Verwaltung und SWLB am Dienstagabend wie folgt: Sollte die Situation auf dem Akademiehof eskalieren, etwa durch Schlägereien oder Vandalismus, können die Polizei oder der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) per Telefon bei der rund um die Uhr besetzten SWLB-Leitzentrale das Flutlicht einschalten lassen.

Die Sicherheitskräfte könnten dann „klar sehen“ und sich schnell einen Überblick verschaffen, sagt Bürgermeister Sebastian Mannl. Gleichzeitig versichert er: „Es geht uns nicht darum, die Jugendlichen von dem Platz zu vertreiben.“ Das Flutlicht soll nur in Extremsituationen eingesetzt werden. Mannl, der zuvor in Bremen tätig war, hat am dortigen Hauptbahnhof gute Erfahrungen mit solch einem Beleuchtungskonzept gemacht.

Kampf gegen das Wildpinkeln

Zusätzlich wurden an den Rändern des Akademiehofes Leuchten mit Sensoren installiert, die bei Bedarf ebenfalls heller geschaltet werden können. Damit soll verhindert werden, dass weiterhin an sämtlichen Ecken und Rändern des Platzes wild uriniert wird. Schließlich gibt es vor Ort ja einen Toilettencontainer. Der ist nach Angaben der Stadt frisch hergerichtet worden und soll ab sofort regelmäßig kontrolliert werden.

Und was plant die Stadt darüber hinaus? Polizei und KOD sollen ab diesem Frühjahr öfter auf dem Platz vorbeischauen, sagt Heinz Mayer, der Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung. Ab Mai will die Stadt außerdem Kulturveranstaltungen vor Ort anbieten. Nichts Großes, sagt Mannl, eher klein und dezent. Details zu diesen Kulturveranstaltungen will die Stadt demnächst vorstellen. Trotzdem erhofft sich die Verwaltung dadurch eine bessere Sozialkontrolle. „Außerdem wollen wir den Platz allen Ludwigsburgern anbieten“, sagt Mannl.

Sollte es trotzdem weiterhin Ärger auf dem Akademiehof geben, hat die Stadt zwei weitere Trümpfe in der Hand. Zum einen könnte der komplette Platz mit Kameras überwacht werden – bisher gibt es die nur an der Tiefgarageneinfahrt. Zum anderen hält sich die Stadt offen, Verweilverbote für den Akademiehof zu verhängen. Auf dieses harte Instrument hat Ludwigsburg im vergangenen Jahr zum ersten Mal zurückgegriffen. Ab Mitte Oktober war es für vier Wochen verboten, sich abends oder nachts auf dem Akademiehof aufzuhalten. Seither hat es übrigens keine Probleme mehr gegeben.

Ludwigsburg will alles dafür tun, damit das so bleibt, versichert Bürgermeister Mannl. „Der Akademiehof soll ein friedlicher Treffpunkt sein. Störungen und Straftaten werden wir dort nicht dulden.“