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Aktionstag

Freifahrten im Zehn-Minuten-Takt

Das neue Jahr bringt in Ludwigsburg und anderen Kommunen deutlich verbesserte Angebote im Busverkehr. Wer das kennenlernen und testen will, kann am 1. Januar einen Tag lang kostenlos fahren.

Noch öfter als bisher sollen Busse ab dem neuen Jahr Fahrgäste an den Haltestellen abholen. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Noch öfter als bisher sollen Busse ab dem neuen Jahr Fahrgäste an den Haltestellen abholen. Foto: Holm Wolschendorf

Gestern war für die Ludwigsburger Verkehrslinien ein Tag der Superlative. Von allen Seiten wurde in den höchsten Tönen gelobt, dass das Unternehmen zum neuen Jahr sein Angebot deutlich erweitert. Etwa mit einem durchgängigen Zehn-Minuten-Takt auf den Hauptlinien von 5.30 bis mindestens 21 Uhr. Damit fahren die Busse zu den meisten Zeiten doppelt so oft wie bisher.

Zu den Neuerungen gehören auch der Abschied von einem ausgedünnten Ferienfahrplan oder zusätzliche Linien wie der Ringverkehr beim Gewerbegebiet Weststadt – all das mit einem Fuhrpark, bei dem zum Jahreswechsel von 80 Bussen die 50 älteren Fahrzeuge durch neue Hybridbusse ersetzt werden und bis 2025 noch 30 reine Elektrobusse dazukommen.

„Ludwigsburg hat damit das beste Angebot aller vergleichbaren Städte“, sagte Thomas Hachenberger, Geschäftsführer beim Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) gestern vor der Presse. Der neue Fuhrpark sei absolute Spitze. „Das gibt es sonst nirgendwo in Baden-Württemberg.“ Die Ludwigsburger Verkehrslinien bieten das alles auf eigene Rechnung an, gehen also ins Risiko. „Das zeigt großen unternehmerischen Mut“, so Hachenberger. Die LVL seien das innovativste Busunternehmen in der Region.

Mit dem neuen Fahrplan rücke der öffentliche Nahverkehr noch mehr in den Blickpunkt, erklärte Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht. Erst kürzlich hatte die Stadt gemeldet, dass das seit August vergünstigte Ludwigsburger Tagesticket bereits über eine halbe Million Käufer gefunden habe.

Der für Mobilität zuständige Bürgermeister Michael Ilk bezeichnete die Erneuerung des Fuhrparks der LVL als sensationell. Aufbruchstimmung auch im Landratsamt. „Die Ludwigsburger Flotte ist ein Vorbild im gesamten Landkreis“, sagte Axel Meier, Leiter des Fachbereichs Verkehr im Landratsamt. Die mit dem verbesserten Fahrplan zusätzlich gefahrenen eine Million Kilometer nannte er gewaltig.

Ein von der Europäischen Union neu vorgeschriebenes Vergabeverfahren für die Buslinien habe dieses Jahr im Landkreis zusätzliche 2,5 Millionen Fahrkilometer gebracht, ein Plus von 17 Prozent. „Damit ist aber erst ein Zwischenziel erreicht“, so Meier. Jetzt gelte es auch die Infrastruktur für den Busverkehr kreisweit auszubauen: mit der Bevorrechtigung von Bussen an Ampeln und mit Busspuren. Der Landkreis habe zur Förderung Zuschüsse von 50 Prozent der Investitionskosten beschlossen.

Für die Stadt Ludwigsburg erklärten Oberbürgermeister Knecht und Bürgermeister Ilk, dass die Stadt an eben diesem Thema dranbleiben wolle. Die Umstellung aller Ampelanlagen im Stadtgebiet auf digitale Steuerung werde in diesen Tagen abgeschlossen. Dann könnten die Busse überall bevorrechtigt werden und an Kreuzungen schnell grünes Licht bekommen. Oder bei Bedarf den Autoverkehr bis zum Überqueren einer Kreuzung vor sich herschieben. Die Stadt will auch neue Busspuren einrichten, es gibt aber noch keine entscheidungsreifen Pläne.

Zeitgleich mit dem neuen Fahrplan gehen 40 neue digitale Anzeigetafeln an Haltestellen im Stadtgebiet in Betrieb. Über die Anzeiger können sich wartende Fahrgäste über die aktuellen Abfahrtszeiten informieren. Unter anderem werden die Anzeigen an den Haltestellen IKEA/Breuningerland, Klinikum und Schloss Favorite installiert.

„Der 1. Januar naht, bei uns steigt schon etwas die Nervosität“, sagte die LVL-Geschäftsführerin Carry Buchholz gestern. Das Unternehmen sei aber gut vorbereitet, so sei das Personal im Lauf des Jahres bereits aufgestockt worden, im November und Dezember sind 20 neue Busfahrer dazugekommen. Die Busse seien komplett barrierefrei, eine wichtige Verbesserung für ältere Menschen, Behinderte oder Eltern mit Kinderwagen.

Informationskampagne und Testangebote auch im Landkreis

An alle betroffenen Haushalte in Ludwigsburg, Kornwestheim und Remseck geht Mitte Dezember ein Brief mit einem Faltplan, das kündigt der Verkehrsverbund VVS an. Die Informationen werden allerdings nur eingeworfen, wenn am Postkasten kein „Werbung-verboten-Schild“ klebt. Wer die Infos nicht bekommt, kann sie sich bei der jeweiligen Stadtverwaltung abholen. Der VVS ist heute, 12. Dezember, im Ludwigsburger Bahnhof von 7 bis 10 Uhr präsent, um über die Neuerungen zu informieren. In Kornwestheim fand die Vor-Ort-Aktion bereits am 10. Dezember statt.

Die neuen Fahrpläne sind bereits im Internet auf den Seiten des Verkehrsverbundes Stuttgart ( www.vvs.de) abrufbar.

Verbesserte Fahrpläne treten mit dem neuen Jahr neben Ludwigsburg, Remseck und Kornwestheim auch in Asperg, Bietigheim-Bissingen, Sachsenheim, Erligheim, Löchgau, Bönnigheim und Freiberg in Kraft. Ein Angebot der VVS: In allen Bussen der betroffenen Linien können Interessierte am Mittwoch, 1. Januar, den ganzen Tag lang kostenlos mitfahren und das Angebot testen (bis Betriebsschluss um 6 Uhr des Folgetages). (red)

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