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Porträt
Für AfD-Bundestagskandidat Martin Hess steht Sicherheit an erster Stelle

Der Bundestagsabgeordnete und AfD-Kandidat Martin Hess beim Start seines Spaziergangs an der historischen Sägemühle an der Enz in Bissingen. Foto: Andreas Becker
Der Bundestagsabgeordnete und AfD-Kandidat Martin Hess beim Start seines Spaziergangs an der historischen Sägemühle an der Enz in Bissingen. Foto: Andreas Becker
Am 26. September ist die Bundestagswahl. In den nächsten Wochen stellen wir die Kandidaten aus den Wahlkreisen Ludwigsburg und Neckar-Zaber vor: Heute den Kandidaten Martin Hess, der für die AfD und den Wahlkreis Ludwigsburg schon im Bundestag sitzt. Das wichtigste Thema ist für ihn die Innere Sicherheit. Seine Freizeit verbringt er am liebsten in der Landschaft entlang der Enz.

Als Bundestagsabgeordneter habe er nicht viel Freizeit, sagt Martin Hess. Daher suche er, so oft es geht, einen Ausgleich in der Natur. Der AfD-Abgeordnete aus Bissingen sitzt seit vier Jahren für den Wahlkreis Ludwigsburg im Bundestag. Dass weitere vier Jahre folgen, ist praktisch sicher. Denn Hess steht gleich hinter der Spitzenkandidatin Alice Weidel auf Listenplatz zwei in Baden-Württemberg.

„Hier kann ich am besten vom Stress abschalten“, sagt Hess mit Blick auf den schmalen Pfad, der sich am Ufer der Enz bei Bissingen schlängelt. Ein- bis zweimal in der Woche versuche er, in die Natur zu gehen. Unter anderem, um Zeit mit seinem zehnjährigen Sohn zu verbringen. Früher habe er auch viel Sport gemacht. „Als Vollzeitpolitiker habe ich dafür aber kaum noch Zeit.“

Seit vier Jahren sitzt Martin Hess für die AfD im Bundestag

Martin Hess (50) hat nach dem Abitur eine Ausbildung bei der Polizei gemacht. Später sattelte er ein Studium an der Polizeihochschule drauf und arbeitete sich vom Streifenpolizisten bis zum Polizeihauptkommissar hoch. 2014 kam eine Dozentenstelle an der Polizeihochschule dazu. Bereits 2013 ist Martin Hess in die AfD eingetreten. Damals war die Flüchtlingskrise noch kein Thema. Stattdessen arbeitete sich die Partei überwiegend am Euro und der EU ab. Hess selbst versucht, sich als Innenpolitiker zu profilieren. Dabei setzt er vor allem auf das Thema Innere Sicherheit. Seit 2018 ist er stellvertretender innenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion.

Die Sicherheit in Deutschland sieht er vor allem durch Extremismus und eine fehlgeleitete Asyl- und Migrationspolitik gefährdet. „Wir müssen die Grenzen endlich effektiv schützen.“ Einreisen von Personen ohne Papiere sollten aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugelassen werden. „Für mich steht die Sicherheit der Bürger dieses Landes an erster Stelle.“ Ein weiteres Problem sieht Martin Hess darin, dass Deutschland daran scheitere, abgelehnte Asylbewerber abzuschieben. „Die Bundesrepublik sollte auf Länder, die bei der Rücknahme ihrer Staatsbürger nicht kooperieren, Druck ausüben.“ Dem Bundestagsabgeordneten ist zudem wichtig, dass zwischen Migration und Asyl unterschieden werde. Unter Migration versteht er die Zuwanderung ausgewählter Fachkräfte für den Arbeitsmarkt. Von einer ungeregelten Zuwanderung über das Asylsystem halte er dagegen nichts.

Beim Kampf gegen Extremismus hat er vor allem den Linksextremismus und den Islamismus im Blick. „Auch Rechtsextremismus ist ein Problem. Aber dafür ist die Gesellschaft schon sensibilisiert. Und es werden erhebliche finanzielle Mittel bereitgestellt, die leider zu einem großen Teil von radikal linken Gruppierungen zum Kampf gegen die bürgerliche Mitte missbraucht werden“, sagt Hess. Und wie beurteilt er die Diskussion darüber, dass der Verfassungsschutz die Bundes-AfD selbst als „rechtsextremen Verdachtsfall“ einstufen will? „Dahinter steckt eine politische Instrumentalisierung des Verfassungsschutzes.“ Hess geht davon aus, dass eine Beobachtung gerichtlich untersagt wird. Die Bundestagsfraktion habe keine Anträge eingebracht, die die Rechtsstaatlichkeit infrage stellten. Aber Hess räumt ein, dass die AfD ein Imageproblem hat und keine andere Partei mit ihr zusammenarbeiten will. „Es ist normal, dass es in jungen Parteien intensive Auseinandersetzungen über die Ausrichtung gibt. Und junge Parteien ziehen auch immer wieder problematische Leute an.“

Die Sicherheitslage in Ludwigsburg sieht er kritisch. Am Bahnhof, am Arsenalplatz, an vielen Stellen in der Innenstadt gebe es massive Auseinandersetzungen. „Da dürfen wir als Politiker nicht die Augen verschließen.“

Lesen Sie auf unserer Themenseite alles zur kommenden Bundestagswahl

Die Partei ziehe immer wieder problematische Leute an

Zwei weitere Punkte seiner politischen Agenda sind der Erhalt des Wohlstands und der Freiheit. Der Umgang der Politik mit der Coronakrise bringe beides in Gefahr. „Es muss Schluss sein mit der Lockdown-Politik.“ Damit sorge man nur für wirtschaftliche Verwerfungen und eine Einschränkung der Freiheitsrechte.

Die klimapolitischen Entscheidungen der Regierung bezeichnet Martin Hess als fatal. „Der Verzicht auf den Verbrennungsmotor gefährdet eine zentrale Säule des Wohlstands in Baden-Württemberg.“ Und: „Der Glaube daran, dass der Mensch den Klimawandel aufhalten kann, ist menschliche Hybris.“ Der Mensch sei nur ein Faktor, der für den Klimawandel verantwortlich sei. Für Hess wäre es sinnvoller, alle Ressourcen darauf zu verwenden, sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Ihn stört, dass sich die deutsche Politik ideologisiert habe. Es gebe keinen wirklichen Austausch mehr, sagt Hess, der bei seinen Wortmeldungen im Bundestag selbst gerne austeilt. „Ich wünsche mir für die politische Diskussion mehr Sachlichkeit und Toleranz.“

Zur Person Martin Hess:

Alter: 50 Jahre

Wohnort: Bissingen

Beruf: Polizeihauptkommissar und Dozent an der Polizeihochschule

Ämter: seit 2017 Abgeordneter der AfD im Bundestag

Interessen: Spaziergänge und gemeinsame Unternehmungen mit seinem Sohn in der Natur