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Förderung

Geldspritzen aus Stuttgart für Dorfentwicklung

282 840 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum fließen in sieben Projekte im Landkreis — Nur geringe Förderung

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Das Schlossgartenareal in Hochdorf wird mit 47 000 Euro gefördert. Foto:privat

Ludwigsburg. Der Kreis Ludwigsburg erhält in diesem Jahr 282 840 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Mit sieben geförderten Projekten soll ein Investitionsvolumen von 2,9 Millionen Euro angestoßen werden, teilte der Minister für den Ländlichen Raum, Peter Hauk, gestern in Stuttgart mit. Ludwigsburg erhält damit eine vergleichsweise geringe Fördersumme. Nur die nicht als Hochburg des ländlichen Raumes bekannte Stadt Baden-Baden bekommt noch weniger. Eine Ministeriumssprecherin weist allerdings darauf hin, dass sich im Vergleich zum vergangenen Jahr die Fördersumme fast versechsfacht hat. 2016 gab es für zwei Projekte 41 000 Euro. Im Gegensatz zu anderen Landkreisen habe Ludwigsburg keine eigene Kommission eingerichtet, die Vorschläge macht und ein Ranking erstellt. Dies erledigt hier das Regierungspräsidium Stuttgart. Zudem handele es sich um einen „sehr verdichteten Raum“, der in diesem Programm nicht so sehr zum Zuge komme.

Im Remsecker Stadtteil Hochdorf werden mit 47 000 Euro Sitzstufen am Zipfelbach und ein Familienplatz im Schlossgartenareal gefördert. Hier soll ein Gelände für alle Generationen entstehen mit Angeboten für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren. „Ich freue mich sehr, dass bei der Vielzahl an Förderanträgen und dem mehrfach überzeichneten Programm Remseck profitieren kann“, so der Landtagsabgeordnete Jürgen Walter (Grüne).

In Unterriexingen soll mit 71 420 Euro ein leerstehendes Wohnhaus mit einer Scheune saniert werden. Hier sollen fünf Wohnungen entstehen. In Sachsenheims Teilort Hohenhaslach gibt es drei Maßnahmen, die insgesamt mit 100 000 Euro gefördert werden. In Vaihingen werden zwei Häuser saniert, davon ist eines denkmalgeschützt.

„Die diesjährige Entscheidung zum Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum gehört mit über 62 Millionen Euro zu den größten seit Beginn dieses Förderprogramms im Jahr 1995“, sagte Minister Hauk in Stuttgart, bei der Vorstellung der Förderentscheidung für 2017. „Über 31 Millionen Euro fließen dabei in den Förderschwerpunkt Wohnen.“ Damit sei das Ziel, die Hälfte der Fördermittel für diesen Förderschwerpunkt einzusetzen, um die Innenentwicklung der Dörfer zu stärken, erreicht.

Mit einer Gesamtförderung von 62 Millionen Euro sollen Investitionen von rund 520 Millionen Euro ausgelöst werden. Gefördert werden 766 Projekte aus dem Förderschwerpunkt Wohnen, 23 Grundversorgungsprojekte, 44 Gemeinschaftseinrichtungen, 197 Projekte aus dem Förderschwerpunkt Arbeiten und 23 weitere Projekte wie Bürgerbeteiligungsprozesse und ähnliches. „Das ist Rekord. Nicht nur was das Mittelvolumen, sondern auch die Zahl der ins Programm aufgenommenen Projekte betrifft. Vor allem die Vielzahl der im Förderschwerpunkt Wohnen eingereichten Anträge zeigt, dass diese Schwerpunktsetzung bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt und attraktiv ist“, so der Minister.

„In diesem Jahr legt die Landesregierung einen besonderen Schwerpunkt auf die Innenentwicklung der Kommunen“, ergänzt der Vaihinger Landtagsabgeordnete Dr. Markus Rösler (Grüne). So werden nahezu 50 Prozent der Mittel 2017 dafür ausgegeben. „Durch Innenentwicklung will die Landesregierung den Flächenverbrauch eindämmen und Ortsmitten attraktiv halten“, sagte Rösler.