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Verbraucher

Geschäfte in Ludwigsburg befürchten Engpässe bei Weihnachtsgeschenken

Nach dem Lockdown im vergangenen Jahr steht der Einzelhandel in diesem Jahr erneut vor einem Problem. Zahlreiche Hersteller warnen vor Lieferschwierigkeiten. Das könnte dazu führen, dass kurz vor Weihnachten mit Engpässen zu rechnen ist und Nachbestellungen nicht möglich sind.

Wer einen ganz speziellen Artikel verschenken möchte, sollte nicht bis kurz vor Weihnachten warten. Archivfoto: dpa
Wer einen ganz speziellen Artikel verschenken möchte, sollte nicht bis kurz vor Weihnachten warten. Foto: dpa

Hintergrund für die aktuelle Situation sind coronabedingte Lieferengpässe bei Produzenten, insbesondere aus dem asiatischen Raum, sowie große Probleme in den Logistikketten. Ein großer Teil der Ware liegt in Containern an Häfen fest. In China beispielsweise sind immer wieder große Containerhäfen nach einem Covid-Fall geschlossen. Von den Auswirkungen betroffen sind viele Branchen.

Spielwaren

„Wir haben Kunden, die jetzt schon ganz gezielt Weihnachtsgeschenke kaufen“, erzählt Britta Zinthäfner, Mitinhaberin des gleichnamigen Spielwarengeschäfts in Ludwigsburg. Ihr Lieferant habe sie schon auf Lieferschwierigkeiten hingewiesen. „Wenn man einen ganz bestimmten Artikel möchte, ist es sinnvoll, den jetzt schon zu besorgen.“

Sportartikel

Thomas Hofmeister vom Outdoor-Ausrüstungshaus „naturzeit“ beschäftigt sich seit Monaten mit dem Thema. „Wir haben schon im Sommer extra mehr Ware geordert, um vorbereitet zu sein“, sagt er. Parallel suche er neue Lieferanten, die aktuell liefern könnten. Erst vor drei Tagen habe er einen neuen Schuhlieferanten ins Sortiment aufgenommen. Dabei werde es aber keine Abstriche in der Qualität der Waren geben. „Wenn ein ganz bestimmtes Produkt nicht vorhanden ist, können unsere Mitarbeiter beraten und gemeinsam mit den Kunden eine gute Alternative finden.“

Bekleidung

Auch beim Modehaus Oberpaur rechnet man mit Engpässen. „Ein Teil der Ware liegt in Containern fest, andere Lieferungen fallen komplett aus.“ Noch sind die Ständer und Regale gefüllt. Weitere Lieferungen werden zudem erwartet. „Aber es kann schon sein, dass über kurz oder lang die ein oder andere Größe nicht mehr da ist, was man von uns sonst eigentlich nicht kennt“, sagt Geschäftsführer Christoph Sprenger. Mit Nachbestellungen werde es dieses Jahr schwierig.

Das Modehaus Kodweiss ist nach den Worten von Inhaber Peter Haidt bisher gut beliefert worden. „Aber wir fürchten auch, dass es mit Nachbestellungen Probleme geben könnte.“ Zum Glück sei man bei einem Großteil der Ware nicht auf Lieferanten aus Asien angewiesen. „Aber unsere Eigenmarke wird in Fernost produziert“, so Haidt. Bislang aber sehe es gut aus.

Lesen Sie hier: So soll der Ludwigsburger Weihnachtsmarkt stattfinden

Bücher

In den Gesprächen mit den Händlern wird deutlich: Wer ganz gezielt auf ein Produkt setzt, sollte sich möglichst früh darum bemühen. Das betrifft auch die Buchbranche. Noch sind in der Thalia-Filiale in der Ludwigsburger Innenstadt alle Titel verfügbar, „aber es wäre nicht das erste Mal, dass es mit einem Bestseller kurz vor Weihnachten knapp werden könnte“, sagt Filialleiterin Conny Küchler.

Beim Buchhandel kommt erschwerend hinzu, dass den Verlagen das Papier fehlt, um Bücher nachzudrucken. „Bei vielen Büchern wissen wir jetzt schon, dass vor Weihnachten kein Nachdruck mehr möglich ist“, sagte beispielsweise Jonathan Beck, Chef des Verlags C.H. Beck, gegenüber dem Handelsblatt.

Die Papierknappheit hat derweil den Lebensmitteleinzelhandel erreicht: Bei Rewe in der Wilhelmgalerie sind aktuell die Papiertragetaschen „aufgrund von Liefer- und Rohstoffengpässen“ nicht verfügbar.

Elektronik

Elektronikartikel sind als Weihnachtsgeschenk immer sehr beliebt. „Derzeit haben wir keinen Engpass. In unseren Märkten und Lägern ist ausreichend Ware vorhanden“, so eine Sprecherin von Deutschlands größtem Elektronikhändler Media Markt und Saturn. Allerdings hätten bereits einige Lieferanten signalisiert, dass es „in den kommenden Monaten zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von einzelnen Produkten in einigen wenigen Produktgruppen kommen könnte.“ Dazu könnten dann Smartphones, Tablets, Drucker, Geschirrspüler und Kühlgeräte gehören. „Inwieweit und in welchem Rahmen das tatsächlich so eintritt, lässt sich im Moment nur schwer vorhersagen.“

Online

Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Vergleichsplattform Idealo erwarten zwei Drittel der Onlineshopper bereits bei dem traditionell Ende November stattfindenden vorweihnachtlichen Schnäppchentag Black Friday Lieferengpässe, berichtet die Deutsche Presse Agentur. Die Online-Kunden befürchten vor allem, dass es zu längeren Lieferzeiten kommen und Angebote schneller vergriffen sein könnten.

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