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Rettet die Bienen

Großes Interesse am Volksbegehren

Gestern startete das Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“. In Ludwigsburg warb die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) während des Wochenmarkts um Stimmen für die Initiative.

Mit einem Infostand auf dem Markt werben die Initiatoren des Volksbegehrens Artenschutz um Unterstützung. Foto: Ramona Theiss
Mit einem Infostand auf dem Markt werben die Initiatoren des Volksbegehrens Artenschutz um Unterstützung. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. „Wenn wir so weitermachen, zerstören wir unsere Lebensgrundlage“, sagt Guido Klamt, Regionalrat der ÖDP. Sein Augenmerk richtet sich auf die Landwirtschaft. Er sowie die Initiatoren des Volksbegehrens „Pro Biene“ fordern weniger Pestizide und mehr Öko-Anbau. Bis 2035 sollen 50 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Baden-Württemberg ökologisch bewirtschaftet werden.

Damit trifft das Volksbegehren auf viel Zustimmung auf dem Ludwigsburger Markt. Im Laufe des Vormittags haben hier Männer und Frauen, Junge und Alte ihre Unterschrift hinterlassen – und das, obwohl Dienstag nach Einschätzung von Klamt „eigentlich kein guter Tag für eine solche Aktion ist“.

Hartmut Gutbrod aus Asperg ist einer der Unterzeichner. „Ich bin gegen Herbizide und Pestizide.“ Die Landwirte müssten sich „einfach umstellen“, fordert er. „Lebensmittel sind ohnehin viel zu billig.“ Er selbst kauft bio und regional. „Das ist für mich das Wichtigste.“ Im eigenen Garten stehen drei Hochbeete, „und die Hälfte der Wiese lasse ich wild stehen“.

Nicht bei allen kommt das Volksbegehren gut an. Kritik üben insbesondere Landwirte sowie Obst- und Weinbauern. Gegenüber dem Infostand verkauft ein Bioland-Betrieb Obst und Gemüse auf dem Markt. Sogar der Ökoverband Bioland hält die Forderungen des Volksbegehrens für „handwerklich schwer umsetzbar“.

„Für Menschen, die im Haupterwerb in Landwirtschaft oder Weinbau arbeiten, ist das schwierig“, sagt eine Frau aus Sachsenheim. Sie selbst bewirtschaftet mit ihrer Familie einen Weinbau als Hobby. „Aber irgendwo muss man doch anfangen“, sagt sie. „Es muss doch etwas geben, mit dem man die Umwelt nicht zu sehr belastet, was aber trotzdem auch Ertrag bringt.“

Guido Klamt wirft dem Bauernverband „Panikmache“ vor. „Die haben wohl den Gesetzesvorschlag nicht ganz gelesen.“ Denn sehr wohl soll es möglich sein, Ausnahmeregelungen zu beantragen. Der ÖDP-Regionalrat ist zuversichtlich: „Auch wenn unser Entwurf am Ende von der Regierung abgelehnt wird: Das Naturschutzgesetz wird sich in jedem Fall verschärfen.“ Denn sollte das Zulassungsquorum erreicht werden, wovon Klamt ausgeht, und die Regierung den Gesetzesentwurf ablehne, müsse sie einen alternativen Entwurf vorlegen. „Und der wird dann zwangsläufig eine Verschärfung der bisherigen Vorgaben beinhalten.“

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