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Stadtentwicklung

Grüne Oase in der Unteren Stadt: Der Walcker-Park in Ludwigsburg ist eröffnet

Mit einem Bürgerfest ist der Walcker-Park am Samstagnachmittag offiziell eingeweiht worden. Nicole Razavi, Landesministerin für Landesentwicklung und Wohnen, lobte nicht nur die „grüne Oase mitten in der Stadt“. Sie nutzte den Tag der Städtebauförderung dazu, die Entwicklung der Barockstadt zu würdigen. „Ludwigsburg ist das Schaufenster für die Städtebauförderung im Land“, sagte sie.

Das Klettergerüst ist ebenso eine Attraktion wie das Basketballfeld, der Goldene Käfig. Foto: Andreas Becker
Das Klettergerüst ist ebenso eine Attraktion wie das Basketballfeld, der Goldene Käfig. Foto: Andreas Becker
Die Außenflächen des Parkhauses sollen bald unter einer Pflanzenwand verschwinden. Foto: Andreas Becker
Die Außenflächen des Parkhauses sollen bald unter einer Pflanzenwand verschwinden. Foto: Andreas Becker
Der Walcker-Park ist offiziell eröffnet. Das Bild zeigt (von links) Anja Lindacher, Jochen Köber, Sabine Deutscher, Nicole Razavi und Sebastian Mannl mit Kindern aus dem Stadtteil. Foto: Andreas Becker
Der Walcker-Park ist offiziell eröffnet. Das Bild zeigt (von links) Anja Lindacher, Jochen Köber, Sabine Deutscher, Nicole Razavi und Sebastian Mannl mit Kindern aus dem Stadtteil. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Wer das Gelände am Rand der Unteren Stadt unterhalb der B 27 längere Zeit nicht mehr besucht hat, rieb sich am Samstag verwundert die Augen. Aus einer Betonwüste mit Parkplätzen ist eine grüne Oase mit Wildblumenwiese und Spielmöglichkeit für Kinder geworden. Große Bäume spenden Schatten, Staudenbeete wurden angelegt. Autos finden in einem zweigeschossigen Parkdeck mit 125 Stellplätzen Platz. An der Fassade ranken Pflanzen hoch, so dass sich das Parkhaus harmonisch in die Umgebung einfügt. Umgestaltet worden ist auch die angrenzende Kasernenstraße.

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Die naturnahe Gestaltung des Walcker-Parks ist der letzte Baustein des Sanierungsverfahrens Untere Stadt. Mehr als drei Millionen sind investiert worden, um die mehr als 15000 Quadratmeter große Fläche zu gestalten. Viele Menschen waren am Samstag gekommen, um dieses Terrain zu bestaunen und zu verweilen.

Schautafeln mit Städtebau-Projekten der vergangenen Jahrzehnte

An den Außenwänden des Goldenen Käfigs, wie das eingezäunte Basketballspielfeld von den Anwohnern genannt wird, waren Schautafeln mit Städtebau-Projekten der vergangenen Jahrzehnte befestigt worden. In 48 Jahren sind Bundes- und Landesmittel in Höhe von 87 Millionen Euro nach Ludwigsburg geflossen. Mit städtischen Mitteln wurde dieser Betrag auf beachtliche 140 Millionen aufgestockt, wie Bürgermeister Sebastian Mannl in seiner Begrüßungsrede betonte. Davon profitiert haben 28 Erneuerungsgebiete. „Aktuell wird in Ludwigsburg Stadterneuerung durch sieben Sanierungsgebiete mit einem Fördervolumen von zirka 46 Millionen Euro vorangetrieben“, so Mannl. Die Förderung aus Mitteln des Stadterneuerungsprogramms habe maßgeblichen Anteil zum Wandel „von einer Garnisonsstadt in eine moderne Stadt“. „Der Walcker-Park wertet das ganze Stadtviertel auf“, so der Bürgermeister für Mobilität, Sicherheit und Tiefbau.

Ministerin: Schaffung von bezahlbarem Wohnraum die wichtigste Aufgabe der Gegenwart

Ministerin Razavi legte in ihrer Rede den Schwerpunkt auf die Städtebauförderung: „Ludwigsburg ist eine der Pionierstädte im Land bei der Nutzung und erfolgreichen Umsetzung der Städtebauförderung.“ Sie sei immer wieder davon beeindruckt, welche Potenziale sich in den Kommunen erwecken lassen. Mittel aus der Städtebauförderung bleiben in der Region, tragen zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen bei. Gleichzeitig betonte die CDU-Landtagsabgeordnete, dass die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum die wichtigste Aufgabe der Gegenwart sei: „Wir können es uns nicht leisten, dass junge Leute wegziehen, weil sie sich kein bezahlbares Dach über dem Kopf leisten können.“

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Als Herausforderung für den Städtebau bezeichnete sie den Strukturwandel im Einzelhandel und die Auswirkungen des Klimawandels. Innenstädte seien weitaus mehr als Orte des Konsums, sondern sollten als Arbeits- und Begegnungsorte entwickelt werden, sagte die Ministerin, bevor sie den Fokus wieder auf Ludwigsburg richtete. Seit dem Jahr 2010 seien 6,9 Millionen Euro in die Sanierung der Unteren Stadt geflossen, davon alleine 1,3 Millionen Euro in die Aufwertung rund um den Marstall. Es seien 400 neue Wohnungen entstanden, für Studenten ebenso wie für Senioren oder Familien. Das Parkdeck leiste einen Beitrag dazu, den Verkehr aus der Unteren Stadt herauszuhalten.

Der Platz wird durch Wiesen- und Staudenflächen grüner

„Wir wollten bewusst keine Tiefgarage bauen, weil wir sonst die vorhandenen Bäume verloren hätten“, sagte Landschaftsarchitekt Jochen Köber. Ihm gehe es darum, die Innenstädte grün zu machen, wies er auf die neu entstandenen Wiesen- und Staudenflächen hin. Durch eine Baumkulisse, Beete und Holztore sei die Kasernenstraße als bis dato wenig ansehnliche „Rückseite der Stadt“ aufgewertet worden. „Der Park hat alles, was die Welt braucht“, so Sabine Deutscher vom Bürgerverein Untere Stadt und nannte die Wildblumenwiese, die Schallschutzwand aus Grün und die Spielflächen für Kinder als Beispiel. „Es ist toll zu sehen, wie der Goldene Käfig angenommen wird.“ Die Grünzone bringe kühle Luft in die Stadt. Im vergangenen Sommer kritisierten hingegen manche, dass der Spielplatz nicht für kleine Kinder geeignet sei.

Interessierte waren anschließend zu einem geführten Rundgang durch den Stadtteil eingeladen, bevor die von den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) betriebene Parkgarage offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde.

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