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Gute Karten für den Wahlkreis Ludwigsburg: Werden es drei, gar vier?

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Alles redet von Klimaschutz und Energiewende, CDU und Grüne mit jeweils eigener Betonung. Die Wahl gilt vielen schon als Richtungswahl zwischen diesen beiden Kontrahenten – Steffen Bilger, CDU-Bundestagsabgeordneter seit 2009 und Staatssekretär, spricht dabei mehr von Erneuerung und guter Wirtschaftspolitik, Sandra Detzer, Landesvorstand der Grünen, von Strukturwandel und ökologischer Marktwirtschaft.

Das Direktmandat wird Detzer, die sich von Heidelberg aus im Wahlkreis Ludwigsburg bewirbt, ihm wohl nicht nehmen können, ihr Mandat hat sie nach den jetzigen Prognosen über die Landesliste aber so gut wie sicher. Sie kandidiert auf Platz 5, bei einem ähnlichen Ergebnis wie 2017 ist ihre Wahl also nahezu eine Formalie. Bilger setzt trotz der Wahlverluste (minus elf Prozent im Wahlkreis) erneut darauf, das Direktmandat zu holen. 38,3 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis Ludwigsburg konnte er auf sich vereinen. Damit kann der Wahlkreis aller Voraussicht nach schon mal mit diesen zwei Abgeordneten rechnen.

Ein Mitspieler in dieser Runde ist die AfD, der vorgehalten wird, gern auch bei den Querdenkern nach Stimmen zu fischen. Nach dem enormen Zugewinn bei der letzten Bundestagswahl in Ludwigsburg ebenos wie auf Bundesebene geben Prognosen zwischen neun und zwölf Prozent der Stimmen an, die sie erreichen könnten. Sollte die AfD ihr Ergebnis wiederholen können, wäre Martin Hess erneut im Bundestag und damit der dritte Vertreter im Wahlkreis. Elf Abgeordnete der AfD zogen letztes Mal aus Baden-Württemberg in den Bundestag ein, Hess steht auf der Landesliste auf einem sicheren Platz 7.

Präsent war Hess im Wahlkreis kaum, ganz im Gegensatz zu Steffen Bilger, der als Staatssekretär Förderzusagen überbringen konnte oder für Digitalisierung, Straßenbau und Mobilitätsprojekte werben konnte. Die AfD hat sich wie jüngst in der Ludwigsburger Musikhalle vor der Öffentlichkeit verschanzt und mit viel Polizeiabsicherung getagt.

Etwas Hoffnung darf sich Macit Karaahmetoglu machen, Kreisvorsitzender der SPD, der zuletzt 2013 sowie 2017 für den Bundestag kandidiert hat. Die SPD verlor jedoch massiv, der Sprung nach Berlin blieb ihm verwehrt. Ein Achtungserfolg für ihn: Er hat im Wahlkreis die zweit meisten Erststimmen nach Bilger erhalten. Auf dem Listenplatz hat er sich nun noch weiter nach oben gearbeitet. Sollte die SPD bei der Wahl 2021 ein vergleichbares Ergebnis erzielen, wäre er dabei. Karaahmetoglu setzt neben Klimaschutz auf gerechtes Einkommen und bezahlbares Wohnen.

Die FDP, so gut sie bei der letzten Wahl in Ludwigsburg (14,7 Prozent) und auf Bundesebene (12,9 Prozent) abgeschnitten hat, wird sich mächtig strecken müssen. Im Wahlkreis Ludwigsburg haben die Liberalen zuletzt sogar die Grünen überholt. FDP-Kandidat Oliver Martin startet jedoch auf dem wenig aussichtsreichen Listenplatz 30. Zuletzt konnte die FDP zwölf Abgeordnete nach Berlin schicken. Wenig Chancen dürfte der Linken-Kandidat Andreas Frisch haben.

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