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Hassrede, Datenklau und Cybermobbing

Medienprojekt für Jugendliche einer Ludwigsburger Betreuungsgruppe widmet sich Fallstricken und Tücken

Zum Abschluss haben die Jugendlichen Plakate über die Gefahren gebastelt. Foto: Andreas Becker
Zum Abschluss haben die Jugendlichen Plakate über die Gefahren gebastelt. Foto: Andreas Becker

Cybermobbing hat der zwölfjährige Yanik schon selbst erlebt. „Ein Freund hatte Fake News über mich verbreitet“, erzählte er. Wie er damit umgehen kann, erfuhr er bei einem besonderen Medienprojekt der „Gruppe in Ludwigsburg“ der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf.

Rund ein halbes Jahr lief das Projekt, bei dem Jugendliche über Hassrede, Datenklau und auch die Tücken der Onlinespiele erfuhren. In einem Quiz zum Abschluss hatten die Jugendlichen denn auch gleich die richtigen Antworten parat. Etwa, dass es wichtig ist, Nachrichten im Netz zu hinterfragen, und warum es keine gute Idee ist, Fotos von anderen online hochzuladen und zu verschicken.

Zum Abschluss hatten sie schließlich Plakate zu verschiedenen Themenbereichen gefertigt. Die „Gruppe in Ludwigsburg“ ist ein ambulantes Angebot der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf. Betreut werden hier sechs Jugendliche im Alter von elf bis 16 Jahren. Die Betreuung findet mittwochs und freitags von 12 bis 17 Uhr in den Räumen der Villa BarRock an der Pflugfelder Straße statt. Die Schwerpunkte sind soziales Lernen, Gruppenaktivitäten, schulische Förderung und Einzelfallarbeit. Im dortigen Garten der Villa BarRock fand nun zum Abschluss des Schuljahres ein gemeinsames Fest mit Eltern und Mitarbeitern statt.

Und da bewiesen die Jugendlichen, dass sie im Umgang mit digitalen Medien einiges dazugelernt haben. „Wir sehen, dass gerade soziale Medien ein großes Thema bei den Jugendlichen sind, aber viele hinterfragen eben nicht, was da passiert“, sagte Sozialpädagoge Kim Göhner, der zusammen mit seiner Kollegin Charlotte Kempf die Gruppe betreut.

Die Umsetzung des Medienprojekts gelang dabei trotz pandemiebedingter Einschränkungen. So gab es auch Angebote in digitaler Form, die Jugendlichen waren somit ganz schnell im Thema drin, zumal in den letzten 18 Monaten der Pandemie Kontakte und Begegnungen oft nur in den sozialen Medien stattfanden. Und diese Form der Kommunikation birgt eben auch Gefahren.

Welche das sind, darüber informierten die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendförderung der Stadt Ludwigsburg, Andre Lang und Johannes Albrecht, sowie Experten von der Präventionsstelle der Polizei und der Aktion Jugendschutz. Sie alle arbeiteten mit daran, dass die Jugendlichen selbst zu Experten in Sachen digitale Medien wurden. Die Reise in die virtuelle Welt startete dabei ganz analog. Und zwar mit einer Reisetasche, gefüllt mit Telefonbuch, Telefon, Kalender, Taschenrechner und vielem anderen mehr. Denn das alles verbirgt sich heute in einem Smartphone und davon wird häufig zu viel an andere preisgegeben. Aber es gibt Möglichkeiten, seine Daten zu schützen, entsprechende Tools wurden ebenfalls vorgestellt.

Vorsicht hieß es beim Thema Onlinespiele und beim Recht am eigenen Bild. Auf die Gefahren von Fake News und Cybermobbing wurde ebenfalls hingewiesen. „Digitale Medien machen natürlich auch Spaß“, betonte Kim Göhner. Deshalb widmeten sich die Jugendlichen auch kleinen Kreativprojekten. Auf der Leinwand gab es die Ergebnisse mit kurzen, selbst produzierten Videos zu sehen. „Das Projekt war sehr spannend und das mit den Fake News hat mich schon schockiert“ , meinte Yanik.

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