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Ausstellung

Historisch, plastisch, bunt: Freie Kunstakademie Gerlingen stellt im Ludwigsburger Kreishaus aus

Der Jahreskurs der Freien Kunstakademie Gerlingen stellt jetzt im Ludwigsburger Kreishaus aus. 14 Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich, auf die neun Ebenen des Landratsamts verteilt, mit Familiengeschichte, Umweltverschmutzung – und dem Menschsein an sihc.

Ursula Haarscheidt, Beatrice Klawitter und Verena Braunstein (von links) vor Arbeiten von Kursleiterin Iris Flexer. Fotos: Ramona Theiss
Ursula Haarscheidt, Beatrice Klawitter und Verena Braunstein (von links) vor Arbeiten von Kursleiterin Iris Flexer. Fotos: Ramona Theiss
Eine Arbeit von Verena Braunstein. Fotos: Ramona Theiss
Eine Arbeit von Verena Braunstein. Fotos: Ramona Theiss
Arbeit von Ursula Haarscheidt. Fotos: Ramona Theiss
Arbeit von Ursula Haarscheidt. Fotos: Ramona Theiss
Weitere Eindrücke aus der Ausstellung. Fotos: Ramona Theiss
Weitere Eindrücke aus der Ausstellung. Fotos: Ramona Theiss
Weitere Eindrücke aus der Ausstellung. Fotos: Ramona Theiss
Weitere Eindrücke aus der Ausstellung. Fotos: Ramona Theiss
Weitere Eindrücke aus der Ausstellung. Fotos: Ramona Theiss
Weitere Eindrücke aus der Ausstellung. Fotos: Ramona Theiss
Weitere Eindrücke aus der Ausstellung. Fotos: Ramona Theiss
Weitere Eindrücke aus der Ausstellung. Fotos: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Jubiläen, und seien sie vielleicht noch so klein, sind häufig willkommener Anlass, zurück und nach vorne zu blicken. Zu ihrem Zehnjährigen stellt die Freie Kunstakademie Gerlingen nun im Ludwigsburger Kreishaus aus – genauer zwölf Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer des Jahreskurses von Leiterin Iris Flexer, die wiederum ebenfalls mit Werken vertreten ist. Die Bandbreite der auf den neun Ebenen vertretenen Stile und Techniken ist groß – und das Niveau mitunter beachtlich. Starke Frauen aus aller Welt, Fragen nach dem Woher und Wohin im Leben, aber auch Auseinandersetzungen zwischen Mensch und Natur spielen dabei in einem besonderen Maße eine Rolle in der Schau.

Die Schwieberdingerin Dagmar Buntins etwa erforscht mit spannenden Collagen aus historischen Familienfotos und Malerei auf Sperrholz („Pawel?“) ihre litauischen Wurzeln. Ebenfalls auf Spurensuche in den – lange Zeit – unbekannten Details der eigenen Familiengeschichte geht die Stuttgarter Künstlerin Ursula Haarscheidt mit ihren „GeSchichten einer Familie“, die in ihrer Gesamtheit eine Art Stammbaum der letzten 200 Jahre ergeben. Historische Bilder der (Ur-)Großeltern hat sie dafür nachgezeichnet und mit Briefen, Zeitungsartikeln und Dokumenten kombiniert, so dass die quadratischen Holzplatten fast schon den ästhetischen Charakter einer Graphic Novel erhalten.

Entdecken, Schmunzeln, Nachdenklichwerden

Überwiegend frivol geht es hingegen bei Beatrice Klawitter zu: Als flächig-farbige Mischtechnik-Malereien auf Leinwand präsentiert sie ausschnitthafte, aber kaum explizite männliche und weibliche Akte – zeigt aber andererseits auch eine Flüchtlingsfrau, der die Strapazen und Ängste ins eindrucksvoll gezeichnete Gesicht geschrieben stehen. „Mein Thema ist der Mensch“, erklärt die Talheimerin. „Ich möchte Freude vermitteln, aber auch zum Nachdenken über das Leben anregen.“

Verena Braunstein wiederum verfolgt in jeder Hinsicht einen gänzlich anderen Ansatz und bildet damit einen feinen Kontrapunkt zu den anderen künstlerischen Positionen: Sie jongliert auf virtuose Weise mit organischem und künstlichem Material – und erschafft daraus kuriose Gebilde, die sie selbst als „Mixed Media Objekt in 3D“ bezeichnet. Diese laden zum Entdecken, Schmunzeln, aber auch zum Nachdenklichwerden ein, befassen sie sich doch nicht zuletzt mit dem Aspekt der Umweltverschmutzung. „Ich gehe der Frage nach, wie die Natur versuchen könnte, mit menschlichen Belastungen und Einflussnahmen umzugehen und sie aufzunehmen.“ So schafft die sehenswerte Schau im Kreishaus den leichtfüßigen Spagat zwischen Augenzwinkern und einer Portion Weltschmerz.

Info: Die Ausstellung mit Werken von Iris Flexer, Verena Braunstein, Dagmar Buntins, Iris Flexer, Ursula Haarscheidt, Cornelia Herrmann, Beatrice Klawitter, Carola Knecht, Ingrid Lepsch, Elke Sander, Petra Schad, Marie Schulze-Glökler, Karl Striebel, Brigitta Thiele und Helga Wimmer ist bis 28. Juli im Kreishaus zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Die Vernissage findet am Donnerstag, 23. Juni, um 19 Uhr statt.

Parallel zur Ausstellung im Kreishaus ist im Atrium gegenüber bereits seit einigen Wochen eine Einzelschau mit filigranen Holzskulpturen von Alfons Wiest zu sehen.

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