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Hitze setzt Mega-Kürbissen deutliche Grenzen

Der Hitzesommer 2018 ließ beim Kürbiswiegen vor dem Ludwigsburger Schloss keinen neuen deutschen Spitzenwert zu. Obwohl der Sieger immerhin noch 795 Kilo auf die Waage brachte, ist er gegenüber dem aktuellen Rekordhalter aus Thüringen mit etwas mehr als 916,5 Kilo geradezu ein „Hänfling“.

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Sieg für Robert Jaser (schwarz) und Norbert Mietschke (weiß) mit den Kindern von Robert Jaser: Emelie (weiß) und Sophie (schwarz). Foto: Wolschendorf
Ludwigsburg. Trotzdem freut sich das Team Heavy West aus bayerisch Schwaben in der Umgebung von Augsburg. Robert Jaser und Norbert Mitschke ist es gelungen, den Titel vom letzten Jahr zu verteidigen. Insgesamt ist es ihre vierte Meisterschaft. Drei Rezepte haben sie für den Erfolg: gießen, gießen und nochmals gießen. Im Schnitt 2000 Liter an jedem der 100 Tage des Wachstums – und das pro Pflanze. Dazu stecken noch 250 Stunden Arbeit. Boden lockern, Haupttriebe vergraben und den Rest ausgeizen wie bei den Tomaten, damit die ganze Kraft in die Frucht geht.

Dabei war es der Kleinere von zweien, der den Pokal und 1000 Euro Preisgeld holte. Der Große wog schon sechs Wochen vor dem entscheidenden Wiegen um die 800 Kilo. Aber dann habe ihm die Hitze den Garaus gemacht und er sei eingegangen, erzählen die Züchter.

Der Zweitplatzierte mit einem ziemlichen Abstand von 68 Kilo ist Mathias Würsching aus dem hessischen Einhausen. In seinem Gewächshaus herrschten bis zu 50 Grad. „Das ist wie Niedrigtemperaturgaren im Backofen, die Kürbisse verkochen innerlich.“ Die Pflanze stelle irgendwann wie der Mensch in der Sauna jegliche Aktivität und Wachstum ein. Ihn wundert es dass, sein einziger Teilnehmer es überhaupt auf 727 Kilo gebracht hat. Ansonsten reist er mit drei Exemplaren an. 20 Prozent mehr Wasser aus dem eigenen Brunnen habe er dieses Jahr gebraucht. „Das Jahr 2018 war ein absolutes Stressjahr“.

Auch der Koloss vom Drittplatzierten von Reinhold Löffler aus Weingarten mit 621 Kilogramm wird mit dem Radlader und einem Spezialgeschirr auf die geeichte Waage gewuchtet. Wo er auf Verletzungen untersucht wird, die zur Disqualifikation führen könnten. Bei den Baden-Württembergischen Meisterschaft belegten Martin und Helga Rudorfer Platz eins und drei. Damit nahmen sie Matthias Borchers aus Necktalfingen in die Mitte. Neben den schwersten Kürbissen wurde auch der längste ermittelt. Johannes Mayer aus Laubheim belegte hier mit seinem 3,065 Meter langen Kürbis den ersten Platz.

Bis zu drei Monate nach der „Lese“ hält so ein Kürbis. Bis zum Aufbrechen beim traditionellen Kürbisschlachten am 4. November bleibt es also spannend. Manche Wuchtbrummen stellen sich dort nämlich als impotente Hohlköpfe heraus.

Am Sonntag, 14. Oktober, geht es nachmittags auf der Kürbisausstellung im Blühenden Barock um die schwersten Kürbisse Europas. Der Schweizer Rekordzüchter Beni Maier hat sein Kommen mit „Gepäck“ angekündigt. Knackt er oder seiner Mitbewerber den Weltrekord, winken 10 000 Euro. Die Marke liegt bei 1190 Kilo, aufgestellt 2016 im BlüBa.