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Verkehrsaufkommen

Höchstbelastung auf Teil der B 10

Alle fünf Jahre wird der Verkehr auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen in einer bundesweiten Verkehrszählung erfasst. Die Abschnitte der A 81, der B 10 und der B 27, die durch den Landkreis verlaufen, weisen dabei deutliche Unterschiede zum bundesweiten Durchschnitt auf.

Knapp 30 Prozent des Verkehrs im Kreis rollen auf der A 81. Und hier wächst die Verkehrsbelastung auch besonders stark. Archivfoto: Alfred Drossel
Knapp 30 Prozent des Verkehrs im Kreis rollen auf der A 81. Und hier wächst die Verkehrsbelastung auch besonders stark. Foto: Alfred Drossel
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Kreis Ludwigsburg. „Seit dem Jahr 2010 hat der Verkehr auf Autobahnen bundesweit um acht Prozent und auf Bundesstraßen um ein Prozent zugenommen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg zu den vor kurzem veröffentlichten Ergebnissen der Großen Verkehrszählung 2015. „Die Verkehrsbelastung auf den Autobahnen wächst auch in Baden-Württemberg deutlich. Bei den Bundesstraßen ist der Zuwachs wesentlich geringer.“ Dies bestätigen auch die Zahlen der den Landkreis Ludwigsburg betreffenden Abschnitte der Autobahn 81 und der Bundesstraßen 10 und 27.

Auffällig ist, dass das Verkehrsaufkommen auf dem Abschnitt der A 81 von Ilsfeld nach Stuttgart-Feuerbach um deutlich mehr als um die bundesweiten acht Prozent angestiegen ist. „Abweichungen sind erwartungsgemäß“, sagt Julia Pieper, Pressesprecherin des Verkehrsministeriums. Heraus sticht der Abschnitt von der Anschlussstelle (AS) Ilsfeld bis zur AS Mundelsheim, wo im Vergleich zu 2010 17 Prozent mehr Fahrzeuge gezählt wurden (2010: 91 014 Kfz/Tag, 2015: 106 489 Kfz/Tag). Zwischen der AS Pleidelsheim und der AS Ludwigsburg-Nord ist das Verkehrsaufkommen ebenfalls stark gestiegen (16 Prozent). Waren es 2010 noch 94 706 Kraftfahrzeuge pro Tag, befuhren 2015 110 010 Kraftfahrzeuge die Strecke. Der Abschnitt zwischen der AS Ludwigsburg-Süd und der AS Stuttgart-Zuffenhausen hat einen Anstieg von elf Prozent zu verzeichnen. 2010 fuhren hier 115 364 Kraftfahrzeuge pro Tag entlang. 2015 waren es 127 852 Fahrzeuge. Einzig im Abschnitt zwischen der AS Ludwigsburg-Nord und der AS Ludwigsburg-Süd hat der Verkehr abgenommen. 2010 fuhren dort 129 233 Fahrzeuge pro Tag entlang, 2015 waren es 126 893.

Die Ursachen und Veränderungen der Verkehrsströme können vom Verkehrsministerium nicht ohne Weiteres erklärt werden. „Hierzu wären weitere Untersuchungen wie beispielsweise Befragungen von Verkehrsteilnehmern notwendig“, sagt Pieper. Verkehrsminister Winfried Hermann erklärt: „Baden-Württemberg hat eine hohe Wirtschaftskraft. Die starke Belastung ist aber auch auf die Fernverkehrsverbindungen mit großen Anteilen von Transitverkehren zurückzuführen.“

Mit mehr als 78 000 Fahrzeugen pro Tag gehört die Bundesstraße 10 zwischen Korntal-Münchingen und Stuttgart-Zuffenhausen zu den höchst belasteten Abschnitten. Im Vergleich zu 2010 sind im Jahr 2015 acht Prozent mehr Fahrzeuge auf diesem Abschnitt unterwegs gewesen. Wurden 2010 noch 72 603 Fahrzeugen pro Tag gezählt, waren es 2015 78 511. Alle anderen Abschnitte der B 10, die den Landkreis Ludwigsburg durchlaufen, wurden weniger Kraftfahrzeuge als noch im Jahr 2010 gezählt. Besonders rückläufig ist der Abschnitt zwischen Vaihingen und dem Hardt- und Schönbühlhof. Hier fuhren 2015 mehr als 2000 Autos (pro Tag) weniger als 2010.

Dass auf vielen Abschnitten der B 10 weniger Autos gezählt wurden, könnte damit zusammenhängen, dass der Verkehr von der Autobahn 8 aufgenommen wird. Dies würde die enorm hohe Verkehrsbelastung dort erklären. „Die Autobahn 8 ist mit rund 154 000 Fahrzeugen pro Tag zwischen dem Autobahndreieck Leonberg und dem Autobahnkreuz Stuttgart die am stärksten befahrene Strecke in Baden-Württemberg“, so das Verkehrsministerium.

Das Verkehrsaufkommen auf den Abschnitten der Bundesstraße 27 im Landkreis verzeichnet die meisten Schwankungen. Während zwischen Stuttgart-Zuffenhausen (Gabelung) und Kornwestheim-Süd elf Prozent mehr Fahrzeuge gezählt wurden (2010: 8345 Kfz/Tag, 2015: 9233 Kfz/Tag), sinkt das Verkehrsaufkommen in Bietigheim-Bissingen um ganze 17 Prozent (2010: 37 036 Kfz/Tag, 2015: 30 906 Kfz/Tag). Auf dem Abschnitt zwischen Ludwigsburg-Nord und Bietigheim-Bissingen wurden 2010 45 999 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Damals war es der am meisten befahrene Abschnitt von Stuttgart-Zuffenhausen bis Kirchheim. 2015 toppte die Strecke rund um Stuttgart-Zuffenhausen diesen Wert (47 118 Kfz/Tag.)

Für Minister Hermann sind unter anderem die Schwächen im Bahnverkehr für die hohe Verkehrsbelastung verantwortlich. Er fordere somit, die Alternativen wie den Schienengüterverkehr und die Schifffahrt zu stärken. „Weniger Staus aber auch mehr Lebensqualität für Anwohner sind das Plus, wenn wir den Verkehr besser verteilen“, so der Minister.