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Innenstadt

In Ludwigsburg fällt 40 Minuten lang der Strom aus

In der Wilhelmgalerie blieben die Rolltreppen stehen und mussten Geschäfte ihren Betrieb einstellen. Foto: Marion Blum.
In der Wilhelmgalerie blieben die Rolltreppen stehen und mussten Geschäfte ihren Betrieb einstellen. Foto: Marion Blum.

Ludwigsburg. Ein Stromausfall hat am Dienstag in der Mittagszeit Teile der Innenstadt lahm gelegt. 40 Minuten lang ging in zahlreichen Geschäften und Gastronomiebetrieben nichts mehr. Das war der dritte Stromausfall innerhalb weniger Monate. Wie bereits am 10. Dezember vorigen Jahres sowie einige Tage später in der Weststadt war ein defektes Kabel die Ursache, so die Stadtwerke.

Es war 13.21 Uhr, als auf einen Schlag die Lichter und alle elektronischen Geräte ausgingen. Erst gegen 14 Uhr war der Schaden wieder behoben. Bis dahin herrschte so etwas wie ein Ausnahmezustand in Teilen der Innenstadt. Betroffen waren der westliche Teil des Marktplatzes, die Kirchstraße zwischen Wilhelmstraße bis zum Marstall, der untere Teil der Asperger Straße sowie die Körnerstraße.

„Wir haben alles – außer Strom“, kommentierte eine Mitarbeiterin der Schuback-Parfümerie auf der Kirchstraße das Geschehen. Bezahlen mit der EC-Karte? Fehlanzeige. Auch kosmetische Behandlungen waren in dieser Zeit nicht möglich, schließlich wird der Behandlungsstuhl elektrisch betrieben.

Modehaus Oberpaur wird geräumt

Eine Zwangspause verordnete Christoph Sprenger, Geschäftsführer des Modehauses Oberpaur, den Beschäftigten, die in dieser Zeit im Einsatz waren. Auch wenn die Notbeleuchtung verlässlich funktionierte, ließ er das Modehaus sicherheitshalber räumen. Kunden und Beschäftigte mussten das Gebäude verlassen. „Auch meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können stolpern“, begründete Sprenger diese Maßnahme.

In den meisten Geschäften der Wilhelm-Galerie ging um 13.21 Uhr das Licht aus und wurde der Betrieb eingestellt. Ratlos zeigten sich die Mitarbeiter, aber auch die Kunden, die ihre Einkäufe erledigen wollten. Keinen Millimeter mehr bewegten sich die beiden Rolltreppen. Die Geldautomaten spuckten kein Bargeld mehr aus. Manuell wurden die Schranken im Oberpaur-Parkhaus auf der Körnerstraße bedient, um die Ausfahrt zu ermöglichen. Der Automat, in dem normalerweise die Parktickets bezahlt werden, funktionierte ebenso wenig.

Keine warmen Speisen

Auf warme Gerichte mussten die Kunden in Seidels Salatbar verzichten. „In der Pfanne liegen noch die halb garen Garnelen, Salate sind aber kein Problem“, so Inhaber Frank Seidel. Das Kühlhaus blieb vorsichtshalber geschlossen. Dort wird die Temperatur maximal zehn Stunden beibehalten. Schließlich wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand, wie lange der Stromausfall dauern würde.

Blackouts häufen sich

„Bei uns geht der Verkauf weiter“, so der stellvertretende Filialleiter der Bäckerei Lutz Erdal Dogan am Marktplatz. Die Kasse ließ sich manuell öffnen, die Beträge wurden handschriftlich notiert und später in die Kasse eingetippt.

Betroffen war auch das Verlagshaus Ungeheuer und Ulmer/Ludwigsburger Kreiszeitung. Als Folge des Stromausfalls kam es zu Störungen im E-Mail-Verkehr und bei der Telefonanlage.

Bereits am 10. Dezember 2021 waren bei einem Blackout 70 Minuten lang die Lichter in der Innenstadt rund um den Marktplatz aus gegangen. Nur wenige Tage später am 19. Dezember 2021 fiel erneut der Strom aus. Betroffen war die Weststadt. Jedes Mal wurden schadhafte Stromkabel als Ursache genannt.

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