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Inzidenzgrenze 200 „aus Sicht der Stadt Ludwigsburg viel zu hoch“ – Neue Vorgabe für Schulen erwartet

Inzidenzgrenze 200 „aus Sicht der Stadt Ludwigsburg viel zu hoch“ – Neue Vorgabe heute erwartet

Ab Montag könnte der Unterricht wieder starten – doch vielerorts ist die Vorbereitungszeit dafür zu knapp.
Ab Montag könnte der Unterricht wieder starten – doch vielerorts ist die Vorbereitungszeit dafür zu knapp. Foto: Patrick Pleul/dpa

Ludwigsburg. „Mannomann. Was für ein Hin und Her!“ „Da kapiert doch keiner mehr, was Sache ist!“ Diese genervten Mütter bekommen auf unserer Facebook-Seite viel Zustimmung. Chaos pur, sagt eine Mutter: „Sonntag kam die Meldung: ‚Montag nur Notbetreuung.‘ Am Montagabend kam die Mail: ‚Ab morgen wieder normal offen.‘“ Es brach ein wahrer Kommentarsturm los, nachdem es am Sonntag und auch am Montag Verwirrung gegeben hatte, ob die Schulen nun aufmachen oder nicht. Genährt wurde diese durch widersprüchliche Angaben etwa vom Staatlichen Schulamt, das es den Schulen plötzlich freigestellt hatte, ob sie öffnen oder nicht – Samstag und Sonntag lag die Landkreis-Inzidenz über 200.

Schulöffnung nach Verordnung ein Muss

In Ludwigsburg hatte die Stadt hingegen selbst Schnelltests bestellt und damit die flächendeckende Öffnung gesichert und mit allen Rektoren abgesprochen. Gestern nun die Kehrtwende auch im Landkreis inklusive Rüffel von den Behörden: Ab morgen sind alle Schulen nach Corona-Landesverordnung im Wechselunterricht geöffnet. Dasselbe gilt auch für die Kitas.

Am Montag war die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis unvermutet auf 191,4 gesunken, am Dienstag (Stand 16 Uhr) waren es 188,7. Bisher gilt: Wenn die Inzidenz im Landkreis drei Tage aufeinander auf über 200 steht, werden die Schulen (und Kitas) am übernächsten Tag geschlossen und es gibt eine Notbetreuung. Demnach könnten die Schulen kommende Woche weiter offen sein, wenn die Inzidenz nicht wieder rapide steigt – allerdings berät heute der Bundesrat über die Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes, das dann am selben Tag vom Bundestag beschlossen werden soll. Im Entwurf ist derzeit von einer Inzidenzgrenze von 165 die Rede – wird der Beschluss heute gefasst, der keiner weiteren Verordnung bedarf, wären die Schulen frühestens zwei Tage später, aber auf alle Fälle ab Montag geschlossen. Der Stadt käme das entgegen, die den Grenzwert von 200 kritisiert: „Aus Sicht der Stadt Ludwigsburg ist das viel zu hoch.“

Die Eltern reagieren unterschiedlich auf diese extreme Unsicherheit, die Meinungen sind gespalten. „Ich finde es unverantwortlich, bei dieser Inzidenz die Schüler in die Schule zu bitten“, so ein Kommentar, ein anderer kritisiert die Inzidenz als alleiniges Kriterium. Im Landkreis waren Stand Dienstag 0,3 Prozent der Einwohner aktuell infiziert. Bei solch niedrigen Werten müssten die Schulen offenbleiben, „es wird doch jetzt getestet“. In Ludwigsburg war in allen Schulen am Montag mit den Schnelltests begonnen worden, gestern folgten weitere. Am Donnerstag soll der zweite Test stattfinden. Kommende Woche, sofern geöffnet, sind dann erstmals die anderen Klassengruppen dran. Nach Auskunft von Rektoren liefen die Schnelltests in den Schulen, den die Schüler unter Aufsicht machen, gut ab.

Stadt will PCR-Test für Schüler sichern

Mittlerweile bemüht sich die Stadt, positiv getesteten Schülern schnell PCR-Tests zu ermöglichen, um „zeitnah eine verlässliche Information zu erhalten“. Alle städtischen Mitarbeiter in Kitas und Schulkindbetreuung sowie Awo-Mitarbeiter können sich am PCR-Gerät der Awo am selben Tag testen lassen, zehn Tests pro Tag sind möglich. Jetzt hat die Stadt „beim Kreis angeregt, für die Schulen eine solche Lösung anzubieten“, möglicherweise am Klinikum. Das müsse gesichert werden, denn „die Kapazitäten geben das derzeit nicht her.“ Die Kapazitäten der Eltern sind längst erschöpft. Und diese Mutter würde gerne die Reißleine ziehen: „Lasst doch die Schulen bis Pfingsten zu. Das Hin und Her ist für die Kinder echt ätzend.“

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