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Kommunalpolitik

Ja zu Platz der Kinderrechte – aber wo?

Die Kinderrechte sollen ins öffentliche Bewusstsein rücken. Deshalb möchte die Stadtverwaltung der Bitte des Kinderschutzbundes nachkommen, in Ludwigsburg einen Platz der Kinderrechte zu ernennen. Dass das ein gutes Symbol ist, darin sind sich die Stadträte einig. Doch der Standort, den die Stadt vorschlägt, gefällt nicht jedem.

Wo passt ein Platz der Kinderrechte hin? Die Stadtverwaltung schlägt vor, den Vorplatz des Forums zum Platz der Kinderrechte zu ernennen.
Wo passt ein Platz der Kinderrechte hin? Die Stadtverwaltung schlägt vor, den Vorplatz des Forums zum Platz der Kinderrechte zu ernennen.
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Köln hat einen, Hamburg und Bremen auch. In den vergangenen zwei Jahren sind auf Initiative des Kinderschutzbundes in manchen Städten Plätze der Kinderrechte ernannt worden. Nun ist Ludwigsburg an der Reihe. Die Ortsgruppe des Kinderschutzbundes ist auf die Stadtverwaltung zugekommen mit der Bitte, in der Stadt einen Platz auszuweisen. „Ein solcher Platz bringt mit einer großen Öffentlichkeit und seinem offiziellen Namen zum Ausdruck, dass die Kinderrechte von der Stadt Ludwigsburg und der Öffentlichkeit in Ludwigsburg ernst genommen werden“, heißt es im Antrag des Kinderschutzbundes.

Die Stadtverwaltung hat sich schnell mit der Idee angefreundet, Bürgermeisterin Andrea Schwarz spricht im Bauausschuss von einem „starken Signal von Ludwigsburg, dass Kindern und Jugendlichen der Rücken gestärkt wird“.

Als Standort dafür hat sich die Stadt für den Platz vor dem Forum entschieden. „Der Platz ist im Stadtraum präsent und wird gleichermaßen von Erwachsenen und Kindern aufgesucht“, begründet die Stadt ihre Entscheidung. Man habe sich bewusst gegen einen Spielplatz und für einen Platz, der im Fokus der Erwachsenen liegt, entschieden, so Andrea Schwarz. „Denn Kinderrechte sind keine Holschuld, sondern eine Bringschuld der Erwachsenen.“

Einweihung des Platzes zum Weltkindertag

Die CDU sieht den Platz vor dem Forum als Symbol für die Kinderrechte als nicht geeignet. „Der Platz soll doch von Kindern in Besitz genommen werden“, so Maik Stefan Braumann. Deshalb schlägt die CDU die für den Verkehr gesperrte Seestraße zwischen Goethe-Gymnasium und Stadtbadmensa vor. Auch die SPD sieht den Platz der Kinderrechte eher am Innenstadtcampus. „Auch wenn er leer ist, strahlt dieser Platz die richtige Atmosphäre aus“, so Dieter Juranek. Außerdem hätten die Kinder den Platz hart erkämpft gegen die Autolobby. Der von der Stadt vorgeschlagene Platz „im Spannungsverhältnis zwischen Barockschloss und Kulturtempel Forum“ sei eher ein Platz der Menschenrechte, so Juranek. Dem stimmte Jochen Eisele (FDP) zu, der auch für den Platz vor der Schule plädierte.

Grüne und Freie Wähler waren mit dem Vorschlag der Stadtverwaltung hingegen einverstanden. „Es ist keine unbeachtete Ecke, sondern ein schöner repräsentativer Platz“, lobte Christine Knoß (Grüne). Andreas Rothacker (Freie Wähler) befürchtet, dass der Platz am Schulcampus untergehen könnte.

Christa Holtzhausen, die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Ludwigsburg, erläuterte, warum für ihren Verein der Platz vor dem Forum besser geeignet sei. Die Kinderrechte seien vielen Erwachsenen nicht bewusst, deshalb wünsche man sich einen Platz, an dem auch Erwachsene vorbeikommen. Am Platz der Kinderrechte soll nicht nur ein Schild angebracht werden. „Der Platz soll auch bespielt werden“, so Holtzhausen. Der Kinderschutzbund denkt zum Beispiel an einen Kinderrechte-Pfad und ein Projekt gemeinsam mit der Kunstschule Labyrinth, bei dem Kinder den Platz passend zu den Kinderrechten gestalten könnten. Am Sonntag, 19.September, möchte der Kinderschutzbund den Platz einweihen – passend zum Weltkindertag am 20.September.

„Ich möchte diesen Termin unbedingt halten“, so Andrea Schwarz in der Sitzung. Doch bevor der Gemeinderat endgültig darüber entscheidet, sollen nun auch Jugendgemeinderat und Arge Campus zu diesem Thema Stellung beziehen. Das geht zurück auf die Frage von Bernhard Remmele (Freie Wähler), warum die Kinder selbst nicht in diese Entscheidung eingebunden werden. Das Thema steht am heutigen Mittwoch auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

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