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Zum Jubiläum der Rede an die deutsche Jugend
Jugendliche drehen Film als Antwort an Charles de Gaulle

Ein Teil der Projektbeteiligten: Die Mitglieder des Jugendgemeinderats Tim Tibi, Baran Rahin und Greta Graf sowie der Student Felix Schulz (von links). Hannah Junginger (Zweite von links) begleitet den Jugendgemeinderat seitens der Stadt. Foto: Holm
Ein Teil der Projektbeteiligten: Die Mitglieder des Jugendgemeinderats Tim Tibi, Baran Rahin und Greta Graf sowie der Student Felix Schulz (von links). Hannah Junginger (Zweite von links) begleitet den Jugendgemeinderat seitens der Stadt. Foto: Holm
So flammend vor 60 Jahren Charles de Gaulles Rede an die Jugend gewesen ist, so begeistert engagieren sich Mitglieder des Jugendgemeinderats zu den Vorbereitungen des Jubiläums. Zu neunt haben sie einen kurzen Film gedreht.

Ludwigsburg. Vor 60 Jahren hielt der ehemalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle in Ludwigsburg seine Rede an die deutsche Jugend. Es war das Ende einer spektakulären Reise durch Deutschland – und der Beginn der deutsch-französischen Freundschaft. 60 Jahre, das ist für Heranwachsende meist ein langer Zeitraum – sowohl, was die Vergangenheit anbelangt als auch die Zukunft.

Ganz anders bei neun engagierten Ludwigsburgern: Acht Schülerinnen und Schüler sind Mitglieder des Jugendgemeinderats, Felix Schulz studiert an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg. „Unsere Aufgabe war es, einen Beitrag herauszubringen, der Bezug zu de Gaulles Rede nimmt“, erklärt der 16-jährige Tim Tibi. Dabei stellten sie sich folgende Fragen: Sollte es ebenfalls eine Rede sein? An wen sollte sie sich richten? Auch an die Jugend? Oder an die Politik? „Unsere Rede richtet sich an alle“, sind sich die Beteiligten darüber einig, ebenso, dass sie ihre Antworten in einem Film präsentieren möchten.

Ein Themenbereich ist der Klimawandel

Der wiederum ist in mehrere Themenbereiche unterteilt. Die 15-jährige Greta Graf hat sich für den „Klimawandel“ entschieden. „Wir können hier nicht mehr warten“, lautet ihr Appell, die Jugend habe zwar „einen gewissen Einfluss, vielleicht auch ein gewisses Maß an Macht. Um etwas zu ändern, dafür brauchen wir aber die Erwachsenen.“ Denn, fügt sie hinzu, es sei bereits in Deutschland festzustellen, dass der Klimawandel längst hier angekommen sei. „Wir wollen die Politik dazu bringen, klimafreundlich zu handeln.“ Beispiele, wie alle einen Beitrag leisten könnten, zählt sie auf: Mit dem Fahrrad fahren, regional Produkte sowie Second-Hand-Bekleidung kaufen. „Wir können im Kleinen was ändern, für die großen Veränderungen brauchen wir die Großen.“

Klimaschutz hielten sie für die „Menschheitsgeschichte ganz wichtig“, betonen Tim Tibi und Felix Schulz (23), er betreffe hauptsächlich die kommenden Generationen. Sie plädieren für Photovoltaikanlagen auf Dächern von öffentlichen Gebäuden, für den Ausbau von Windkraftanlagen und dafür, den Güterverkehr von den Straßen auf die Schienen zu verlegen. „Politik und Bürgerschaft sollten bei der Krisenbewältigung Hand in Hand zusammenarbeiten“, bekräftigt Tim Tibi und erklärt: Hitze brächte Trockenheit, was wiederum zu Missständen führen könne, die in Kriege münden könnten. Hier ergibt sich eine Schnittmenge zum nächsten Themenfeld „Kriegsgeschehen“, in dem sich die 16-jährige Baran Rahin einbringt. „Die Schwerpunkte liegen auf dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Wir beleuchten die Folgen im Hinblick auf die Verfeindungen, aber auch auf Freundschaften zwischen Ländern und deren Völker, zwischen Frankreich und Deutschland.“

Gedreht wurde der Film im Ehrenhof des Schlosses

Um „Gesellschaft, Ungerechtigkeit, Toleranz und Respekt“ geht es im dritten Bereich, und die „Geschichte“ steht über allem, ergänzt Felix Schulz. „Der historische Kontext bildet den Rahmen, verbindet aber auch die Themenfelder.“

Um ihre Ideen und das Projekt zu besprechen, haben sich die Beteiligten Tim Tibi, Baran Rahin, Greta Graf und Felix Schulz, Natheepa Subaskaran, Tara-Chloé Rönn, Yasmin Neni und Kevin Dolic vier Mal getroffen. Gedreht haben sie im Ehrenhof des Ludwigsburger Schlosses unter dem Balkon am Neuen Hauptbau, wo vor 60 Jahren Charles de Gaulle von einer erhöhten Bühne seine berühmte Rede gehalten hatte. Mehr Geschichte geht kaum, bestätigen die vier jungen Menschen. Jonathan Friedmann habe das Ganze gefilmt und bearbeitet.

Der Film ist fünf Minuten lang, besteht aus einer Einleitung, den Themenfeldern und einem flammenden Appell an alle, sich „jetzt für die Zukunft einzusetzen“.

Antwort der Jugendlichen auf de Gaulles Rede

Dass es eine Koproduktion von den Schlossfestspielen, dem Jugendgemeinderat sowie Tourismus&Events Ludwigsburg ist, freut den Tourismusmanager Elmar Kunz besonders. Er ist im Auftrag der Stadtverwaltung der Koordinator des Gesamtjubiläums und „wollte Jugendlichen ein Forum geben, um bei diesem Projekt als Protagonisten teilzuhaben“.

Eine der ursprünglichen Ideen sei gewesen, dass die Jugendlichen eine Antwort auf de Gaulles Rede formulieren. „Herausgekommen ist der Filmbeitrag“, erklärt Kunz. „Ich freue mich total, was daraus geworden ist“, sagt Hannah Junginger, die den Jugendgemeinderat seitens der Stadt begleitet, „es darf nicht außer acht gelassen werden, dass die Jugendlichen sich neben Schule und Studium im Jugendgemeinderat engagieren und sich letztlich freiwillig an der Zusatzaufgabe beteiligt haben.“

Präsentiert wird der Filmbeitrag am Freitag, 7. Oktober, im Scala. Dort soll das Motto „Auf nach Europa“ in Bezug auf Jugendliche beleuchtet und diskutiert werden.

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