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Kein Budenzauber in Ludwigsburg

Jetzt also doch: Nach monatelangen Vorbereitungen und Beratungen ist der LudwigsburgerWeihnachtsmarkt am Dienstag abgesagt worden. Schweren Herzens.

Die Lichter-Engel werden dennoch auf dem Marktplatz aufgestellt. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Die Lichter-Engel werden dennoch auf dem Marktplatz aufgestellt. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. „Es tut weh.“ Mario Kreh, Geschäftsführer von Tourismus & Events Ludwigsburg, ist hörbar niedergeschlagen. Die Veranstalter des Weihnachtsmarktes hatten alles daran gesetzt, den Markt in abgespeckter Version durchführen zu können. Das Hygienekonzept stand. Doch am Dienstag entschied man sich zur Absage.

„Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung und der Besucher haben für uns absolute Priorität. Wir müssen in dieser Phase alles dafür tun, Infektionsketten zu durchbrechen und die Anzahl der Neuinfektionen zu reduzieren“, so Oberbürgermeister Matthias Knecht. Zu den entsprechenden Maßnahmen gehöre leider auch der Verzicht auf den Weihnachtsmarkt.

Weil die 7-Tages-Inzidenz von 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner innerhalb des Landkreises überschritten wurde, gilt Ludwigsburg als Risikogebiet. Damit greift die Coronaverordnung der Landesregierung, wonach die Teilnehmerzahl für Veranstaltungen auf 100 begrenzt ist. „Aufgrund dieser Beschränkung und der hohen Dynamik des Pandemiegeschehens hat der städtische Krisenstab am Dienstag entschieden, dass die Ludwigsburger Weihnachtsmeile nicht zu verantworten ist“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Hinzu kommt, dass in der Region bereits viele Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, beispielsweise in Heilbronn und Esslingen“, erklärt Kreh. Auch der Stuttgarter Weihnachtsmarkt steht auf der Kippe. Weitere Absagen seien zu erwarten, so Kreh. Für Ludwigsburg würde sich daraus eine schwierige Lage ergeben: „Wir würden Gefahr laufen, an bestimmten Tagen und besonders bei schönem Wetter überrannt zu werden. Trotz hoher Sicherheitsstandards kann dann für ausreichend Abstand der Besucher an den Zugängen und im Innenstadtbereich nicht mehr gesorgt werden.“ Man habe „unkontrollierbare Verhältnisse“ in der Innenstadt befürchtet. Das sei nicht zu verantworten.

Es sei bitter für die Standbeschicker und auch für die Innenstadt insgesamt, bedauert Mario Kreh die finale Entscheidung. „Für manche Standbeschicker war unser Markt existenziell wichtig.“ Er hoffe, dass die Absage keinen „gewerblichen Todesstoß“ bedeute.

Besinnliche Stimmung soll im Zentrum der Stadt mit einer angemessenen Weihnachtsbeleuchtung dennoch aufkommen. „Die Weihnachtsengel werden auch dieses Jahr den Marktplatz schmücken“, so Kreh. „Innenstadtbesucher dürfen sich also wenigstens auf eine festliche Atmosphäre in der Advents- und Weihnachtszeit freuen.“

Die meisten Märkte im Kreis schon abgesagt

Vielerorts im Kreis stehen in diesem Jahr aufgrund der Coronapandemie die Weihnachtsmärkte auf der Kippe – und das gilt auch für zwischenzeitlich aufgekommene Ideen für Alternativ-Veranstaltungen oder Märkte mit einem Hygienekonzept. Beispielsweise in Sachsenheim hätte es am ersten und am zweiten Advent je zwei Märkte gegeben. Doch aus dem Rathaus heißt es, dass ein Ersatzkonzept ohne Bewirtung nicht attraktiv gewesen wäre für die Besucher. So kam es zu der Absage, wie auch bislang in 19 weiteren Orten.

Auch in Pleidelsheim hätte am ersten Advent der 36. Weihnachtsmarkt stattfinden sollen. Ein Ersatz ist bislang nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen. Man mache es von der Entwicklung der Pandemie abhängig, heißt es aus dem Rathaus. In Remseck wäre man dieses Jahr bei Markt Nummer 40 gewesen. Doch die Jubiläumsveranstaltung wurde nun auf nächstes Jahr vertagt, „sollte es Corona zulassen“. Auch in Benningen wurden die Pläne auf 2021 verlegt. Normalerweise wechseln sich jedes Jahr Weihnachtsmarkt und Straßenfest im Sommer ab. Aufgrund der Pandemie habe man die Planung um ein Jahr verschoben.

Als Alternative für den abgesagten Weihnachtsmarkt soll in Ditzingen ein „Adventszauber am Laien“ etwas Freude schenken. Das Konzept hierzu kann jedoch mit Blick auf die Entwicklung der Coronakrise nur eine grobe Orientierung aufzeigen. Unter anderem soll der Einlass personalisiert werden zur Möglichkeit der Kontaktverfolgung. Weiter könnte das Gelände um die Stände eingefriedet, der Begegnungsverkehr über eine Rundgangregelung minimiert werden. Der Adventszauber soll an allen vier Adventswochenenden stattfinden und gegebenenfalls um den Donnerstag und Freitag erweitert werden.

In Bietigheim gibt es traditionell Märkte über die vier Wochenenden – was dieses Jahr ist, ist derzeit aber noch nicht entschieden, heißt es aus dem Rathaus.

In Kornwestheim wird als Ersatz für den Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende ein Kunsthandwerkermarkt in den Räumen der Ravensburger Kinderwelt stattfinden. Es werden allerdings keine Speisen und Getränke angeboten. (fb/siha/jsw)

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