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Weihnachtsmarkt

Keine Chance für Taschendiebe

Der Ludwigsburger Weihnachtsmark ist attraktiv – leider auch für Diebe. Die Polizei zeigt verstärkte Präsenz, um das Sicherheitsgefühl zu verstärken und Kriminaldelikte zu verhindern.

Die Polizei zeigt Präsenz: Uwe Schreck, Andrea Glück und Daniela Rodrigues (von links).
Die Polizei zeigt Präsenz: Uwe Schreck, Andrea Glück und Daniela Rodrigues (von links).
Andrea Glück informiert die Standbetreiberin über Diebstahlprävention. Fotos: Holm Wolschendorf
Andrea Glück informiert die Standbetreiberin über Diebstahlprävention. Foto: Holm Wolschendorf

„Es ist nichts passiert, bitte nicht erschrecken.“ Diesen Satz sagten Kriminalhauptkommissarin Andrea Glück und ihre Kollegin Daniela Rodrigues gestern einige Mal. Ganz gezielt suchten die Mitarbeiterinnen des Referats Prävention beim Polizeipräsidium Ludwigsburg das Gespräch mit Händlern auf dem Weihnachtsmarkt.

Im Kampf gegen Diebstahl und Betrug kann erhöhte Aufmerksamkeit helfen. „Wie sind Ihre Erfahrungen mit Diebstahl?“, wollte Andrea Glück von den Händlern wissen, die in besonderen Maße mit diesem Thema konfrontiert sind. Auf der einen Seite können sie selbst Opfer von Dieben werden, wenn diese Gegenstände ohne Bezahlung in ihre Tasche wandern lassen.

Auf der anderen Seite können sie durch ihr Verhalten verhindern, dass Besucher des Weihnachtsmarktes bestohlen werden. Die Frau, die an ihrem Stand Produkte aus Honig verkauft, hat ihre eigen Strategie entwickelt: „Ich achte darauf, dass die Leute nach dem Bezahlen erst ihre Geldbörse verschließen und einpacken, bevor ich ihnen die Ware überreiche.“

Dass sich Diebstähle nicht komplett verhindern lassen, damit scheint Roland Schneider sich abgefunden zu haben. Seine Ware, dabei handelt es sich um Bernsteinschmuck, den er dekorativ präsentiert, schützt er durch eine niedrige Scheibe aus Plexiglas. Diese stellt immerhin eine kleine Barriere dar, ist aber kein 100-prozentiger Schutz. „Man sieht den Leuten nicht an, ob sie etwas stehlen“, hat Roland Schneider festgestellt. Oft machen die Leute lange Finger, von denen man es am wenigsten annehmen würde, lehnt er in dieser Hinsicht jegliches Schubladendenken ab. An einem anderen Schmuckstand hat man es vor einigen Jahren mit professionellen Dieben zu tun gehabt: Ausgerechnet nach einem umsatzstarken Sonntag vergriffen sie sich an der Kasse. Auch große Geldscheine werden dort aufgrund schlechter Erfahrungen nicht mehr gewechselt.

Apropos: Die Hektik des Weihnachtstrubels nutzen Kriminelle vermehrt dazu, Falschgeld unter das Volk zu bringen. Auch auf diese Gefahr macht die Polizei aufmerksam. Ihren Rundgang gestern Nachmittag nutzten die Beamten auch dazu, Besucher auf einen allzu leichtsinnigen Umgang mit ihrem Hab und Gut aufmerksam zu machen.

Die Reißverschlüsse an Handtaschen sollten stets geschlossen, die Geldbörse nach Möglichkeit in einer Innentasche dicht am Körper getragen werden, lautet der Tipp von Polizeiobermeister Uwe Schreck vom Bezirksdienst der Polizei. Besondere Aufmerksamkeit ist angesagt, wenn man sich in einem Gedränge befindet. Solche Situationen bieten geübten Taschendieben ideale Bedingungen.

Im Vorjahr wurden in Ludwigsburg insgesamt 60 Fälle von Taschendiebstählen bei der Polizei angezeigt. Davon ereigneten sich vier auf dem Weihnachtsmarkt. Für Schreck ist es wichtig, die Händler für das Thema Sicherheit und Kriminalität zu sensibilisieren. Von ihren oftmals erhöhten Plätzen bekommen sie nämlich von dem Geschehen auf dem Weihnachtsmarkt viel mit. Sollten sie etwas sehen, was ihnen verdächtig vorkommt, sollten sie die 110 anrufen. „Die Polizei ist innerhalb von zwei, drei Minuten vor Ort“, betonte er. Grundsätzlich sind in den nächsten Tagen immer wieder Polizeistreifen – auch in zivil – auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs. Dass sie, so wie gestern, immer wieder angesprochen werden – vom Restauranttipp bis zum Einbruchschutz – gehört dazu.

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