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Sommerserie

La Signora Moro in Ludwigsburg - Italienisches Flair am Marktplatz

In einer großen Serie stellen wir die schönsten und traditionsreichsten Gasthäuser im Kreis Ludwigsburg vor. Von Adler in Asperg bis Ratsstüble in Besigheim. Oft dazu: das Lieblingsrezept aus der Küche zum nachkochen und genießen.

Die Brüder Adriano (links) und Francesco Moro sind in dritter Generation Gastgeber und begeistern ihre Gäste mit ihrer Küche und ihrem Charme. Fotos: Ramona Theiss, privat
Die Brüder Adriano (links) und Francesco Moro sind in dritter Generation Gastgeber und begeistern ihre Gäste mit ihrer Küche und ihrem Charme. Foto: Ramona Theiss, privat

Ludwigsburg. Restaurants und Gaststätten mit interessanter Geschichte sind in Ludwigsburg einige zu finden. Die Trattoria und Pizzeria „La Signora Moro“ gehört sicherlich dazu. Der Italiener Francesco Moro zog aus Liebe zu seiner späteren Frau Hedwig und auf der Suche nach Arbeit nach Ludwigsburg. Es war das Jahr 1950 und Moro damit der erste Gastarbeiter in der Stadt – schließlich sollte es noch fünf Jahre dauern, bis das Abwerbeabkommen zwischen Italien und Deutschland geschlossen wurde. Der Start des jungen Mannes, der mit leeren Taschen aus dem süditalienischen Apulien nach Deutschland kam, war indes nicht einfach. Francesco Moro verdiente sein Geld zunächst als Helfer auf dem Bau – das war in der Zeit des Wiederaufbaus gefragt. Doch dabei blieb es nicht: Francesco Moro und seine Frau Hedwig importieren bald italienische Lebensmittel und verkauften sie in einem kleinen Laden in der Asperger Straße. Chianti Classico und Proscuitto di Parma – die Kundschaft war auf den Geschmack gekommen. Die mediterranen Köstlichkeiten und das italienische Lebensgefühl fanden Anklang bei den Ludwigsburgern. In einer kleinen Ecke des Feinkostgeschäfts wurde auch bewirtet – der Anfang einer Erfolgsgeschichte. Seit 1994 verköstigt Familie Moro ihre Gäste in großem Stil auf dem Marktplatz. Mit seiner Blumen geschmückten, leuchtend gelben Fassade ist das Restaurant nicht zu übersehen. Wenn es das Wetter zulässt, genießen die Gäste ihr Essen mit Blick auf die Ludwigsburger Piazza.

Stilvolle Atmosphäre im Gewölbekeller.
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Ein Blick ins La Signora Moro

„Wir versuchen, auf dem Marktplatz ein Stück italienische Lebensfreude zu bieten“, sagt Francesco Moro. „Die Gäste sollen sich hier wohlfühlen“, ergänzt sein Bruder Francesco Moro.

Das italienische Restaurant passt bestens zum Ludwigsburger Marktplatz, den mit Donato Guiseppe Frisoni schließlich auch ein italienischer Baumeister erschaffen hat. Für mediterranes Flair sorgen Palmen und Olivenbäume. Die rot-weiß-kartierten Tischtücher lassen Erinnerungen an vergangene Italienurlaube aufkommen. Eine pittoreske Szenerie bietet sich den Besuchern, die natürlich vor allem wegen des guten Essens kommen.

Die Pasta ist hausgemacht, das schmeckt man auch – und darauf sind die Moros stolz. Von montags bis freitags können die Gäste aus einer abwechselungsreichen Wochenkarte wählen. Die Weinkarte hat Familie Moro mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Francesco Moro zeigt gerne die reiche Auswahl, perfekt gelagert im Klimaschrank, wo Kenner das ein oder andere Schätzchen finden werden. Wenn die Tage kürzer werden und die Außengastronomie wegen der Temperaturen weniger einladend ist, lassen sich die Gäste in der gediegenen Atmosphäre des rustikalen Gewölbekellers des Hauses gerne Vitello tonnato, Ravioli di Spinaci, Semifreddo di Cioccolato und andere Köstlichkeiten schmecken.

Im „La Signora Moro“ genießen die Gäste das italienische Essen und das Ambiente und freuen sich dabei auch über den Austausch mit den Gastgebern. „Wir konnten über die Jahre viele Stammgäste gewinnen“, sagt Adriano Moro nicht ohne Stolz. Und wie aufs Stichwort verabschieden sich ein paar Tische weiter Gäste mit einem freundschaftlichen Winken bei den beiden Brüdern.

Info: Alle Teile unserer Sommerserie „Traditionsgasthäuser im Landkreis Ludwigsburg“ finden Sie hier

Rezept zum Nachkochen: Fisch nach Art des Hauses

Nach dem Lieblingsrezept gefragt, entbrennt bei den Brüdern Francesco und Adriano Moro eine kleine Diskussion. Frutti di mare? Frische Pasta? Oder doch etwas ganz anderes? Zu einfach oder einfach köstlich? Die Entscheidung fällt auf das Pastarezept, schließlich ist das Restaurant am Marktplatz bekannt für seine hausgemachten Pastaspezialitäten.

Zutaten: Benötigt werden 100 Gramm Mehl, 150 Gramm Hartweizengries, ein Achtel Liter Wasser und 2 Esslöffel gutes Olivenöl.

Zubereitung: Die Zutaten werden in einer großen Schüssel oder auf der Arbeitsplatte mit den Händen vermengt und gut geknetet, bis der Teig geschmeidig ist. Er lässt sich auch in der Küchenmaschine zubereiten – falls vorhanden. Wichtig: Den Teig in Alufolie packen und mindestens 20 Minuten lang im Kühlschrank ruhen lassen. Die Zutaten gehen eine bessere Bindung zueinander ein, so lässt sich der Teig anschließend gut verarbeiten. Danach wird er von Hand noch einmal durchgeknetet. Jetzt lässt er sich ganz einfach mit einem Nudelholz dünn ausrollen oder durch eine Nudelwalze ziehen.

Nach dem Ausrollen wird der Teig mit einem Messer oder einem Rädler, mit dem auch Pizzen geteilt werden, in Streifen geschnitten. Wie schmal oder breit die handgemachten Nudeln werden, bestimmt jeder selbst. Im Gegensatz zu den getrockneten Nudeln ist die frische Pasta im Nu gegart. Zwei Minuten im kochenden Salzwasser reichen aus.

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