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E-Mobilität

Ladesäulen: Stadt verspricht Schub

Im nächsten Jahr sollen mit Geld aus Berlin 30 neue Stationen zum Stromtanken in Betrieb gehen

Foto: dpa
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Es geht voran, aber noch sehr langsam. Die Zahl der Autos mit E-Antrieb ist nach wie vor niedrig, so manche Ladestation in den Städten ist eher verwaist. Die Erwartung ist allerdings, dass die Autohersteller jetzt durchstarten und den Verkauf von E-Autos stark ankurbeln, schon wegen des Zwangs, den CO-Ausstoß ihrer Fahrzeugflotten deutlich zu senken. Kommunen wie Ludwigsburg wollen die Entwicklung fördern. Um weitere Ladestationen zu bauen, nutzt die Stadt die Fördergelder des Bundes aus dem „Sofortprogramm Saubere Luft“ für jene Städte, die von einem Fahrverbot bedroht sind.

In Baden-Württemberg Stromtankstellen mit 2000 neuen Ladepunkten geplant

Die Förderung von Ladestationen in Städten und Gemeinden des Landes Baden-Württemberg vergibt der Bund über ein sogenanntes Verbundprojekt unter Federführung des Städtetags Baden-Württemberg. Im Projekt sind 16 der 24 Kommunen in Baden-Württemberg beteiligt, in denen die Grenzwerte für Stickoxide (NOx) überschritten werden. Das Ziel: Es sollen durch den Aufbau von Ladeinfrastruktur eine nachhaltige Verbesserung der Luftqualität erreicht und eine kostengünstige und volkswirtschaftlich sinnvolle Ladeinfrastruktur ins Verteilnetz integriert werden.

Zum Start des Projekts formulierte Gudrun Heute-Bluhm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags, ihre Erwartungen: „Die Schaffung von bis zu 2000 Ladepunkten für Elektrofahrzeuge wird nicht nur einen Einfluss auf die Luftqualität in den betroffenen Städten haben. Damit bringen wir die Elektromobilität insgesamt ein großes Stück voran. Ohne eine flächendeckende Ladeinfrastruktur wird der Umstieg auf das Elektroauto nicht vorangehen.“

Teilnehmende Kommunen sind Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Herrenberg, Ilsfeld, Kuchen, Leonberg, Ludwigsburg, Mannheim, Reutlingen, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart. Assoziierte Partnerstädte sind Backnang, Esslingen am Neckar, Ravensburg und Tübingen.

Die Maßnahmen in den einzelnen Kommunen werden durch eine übergreifende Forschung ausgewertet. Als Forschungspartner sind das Institut Stadt.Mobilität.Energie (ISME) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Projektkonsortium dabei.

„Wir analysieren Planungsprozesse sowie Nutzerpräferenzen in unterschiedlichen Anwendungsfällen, weil Elektromobilität als wichtiger Baustein zur NOx-Reduzierung in Städten in einem breiten gesellschaftlichen Rahmen noch stärkere Akzeptanz benötigt“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Rid vom ISME. (red)

Im Landkreis Ludwigsburg stehen derzeit einer Flotte von fast 100.000 Diesel-Pkw knapp 1000 Pkw mit reinem Elektroantrieb gegenüber, davon genau 111 in Ludwigsburg (Stand 31. September, siehe auch Tabelle unten mit Zahlen aus dem Landratsamt).

Die Stadt Ludwigsburg hat als weiteren Teil ihrer Maßnahmen im Kampf gegen ein drohendes Fahrverbot angekündigt, für ihren Fuhrpark im kommenden Jahr 30 E-Fahrzeuge anzuschaffen. Auch hier wird die Stadt vom Bund unterstützt. Nächstes Jahr, spätestens 2020, sollen die ersten Elektrobusse im Stadtverkehr fahren. Das Ziel der Stadt: jährlich fünf neue E-Busse.

Besonders leistungsstarke Stationen

Der Neubau von Ladesäulen ist in diesem Jahr in Ludwigsburg nur langsam vorangegangen. Immerhin ging es um Schnellladesäulen, die doppelt so schnell laden wie die regulären Ladestationen. Eine dieser Stationen ist auf dem Kundenparkplatz der Stadtwerke in der Gänsfußallee (Weststadt) in Betrieb gegangen. Zwei weitere sollen zeitnah den Betrieb aufnehmen, dies im Gewerbepark Urbanharbor (Weststadt).

Nächstes Jahr soll deutlich mehr geschehen. 30 Tanksäulen mit jeweils zwei Ladepunkten will die Stadt im Jahr 2019 aufstellen, davon fünf Säulen für E-Taxis anbieten und fünf für E-Mietwagen. Die restlichen 20 Ladesäulen werden laut Stadtverwaltung überwiegend im halböffentlichen Raum aufgestellt, etwa auf Mitarbeiterstellplätzen am Betriebshof der Technischen Dienste. Weitere Standorte werden derzeit ermittelt, heißt es.

Bilanz: Über 5000 Ladevorgänge

Stand heute können E-Fahrer in Ludwigsburg 17 öffentliche Ladestationen mit 34 Ladepunkten anfahren, allesamt von den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim aufgebaut und betrieben.

Auf Anfrage unserer Zeitung haben die Stadtwerke die Nutzung der Stromtankstellen in diesem Jahr mit dem Vorjahr verglichen. Im Jahr 2017 haben Autofahrer 4500-mal Strom getankt. In diesem Jahr waren es bis Mitte November 5100 Ladevorgänge, ein Plus von 13 Prozent. Die Stadtwerke haben dabei im Vorjahr 41.500 Kilowattstunden (kWh) Strom abgegeben, dieses Jahr bis Mitte November 47.750 kWh. Am häufigsten genutzt wird nach Angaben der Stadtwerke der Standort Schillerstraße/Schillerplatz (Innenstadt), am wenigsten Betrieb ist an der Ladesäule am Sonnenberg bei Grünbühl.

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