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Land verweigert Sommercamp die Anerkennung

Angebot an der Pädagogischen Hochschule wurde von Studenten erarbeitet und bietet Platz für 200 Schüler

Im Kunst-Sommercamp können sich begabte Schüler richtig austoben.Archivfoto: Andreas Becker
Im Kunst-Sommercamp können sich begabte Schüler richtig austoben. Foto: Andreas Becker

Der Ludwigsburger Sonderweg ist gescheitert: Es war der Versuch, mit Lehramtsstudenten an der größten Pädagogischen Hochschule (PH) des Landes eine eigene Lernbrücke zu installieren, die auf einen Schlag 200 Kinder unterbringen kann und das kleinteilige Landesmodell unnötig gemacht hätte. Allein, das Kultusministerium verweigerte die Anerkennung. „Ich habe eine Anfrage gestellt“, so Schulamtsdirektor Hubert Haaga, „aber Studenten als Lehrkräfte sind nicht zugelassen.“ Damit hat das Land auch die Finanzierung verweigert. Der Ärger ist dem geschäftsführenden Direktor der Ludwigsburger Gymnasien, Mathias Hilbert, anzuhören: „Wir hätten dieses Angebot sehr gerne für die Schulen als Lernbrücke gehabt.“

Auch beim geschäftsführenden Rektor der Grund-, Real-, Werkreal- und Förderschulen, Bernhard Bleil, ist die Enttäuschung groß, dass der Sonderweg nicht anerkannt wurde: „Wir wären froh um das Sommercamp als Ersatz für die Lernbrücke gewesen.“ Jetzt müsse jede Schule mühevoll versuchen, das zweiwöchige Nachhilfe-Angebote zu stemmen. Er lobt die Studenten, die aus Eigeninitiative ein umfangreiches Programm vom 17. bis 28. August auf die Beine gestellt hätten. 1500 Euro gab das Studierendenparlament der PH dazu. Mehrsprachig werden die Eltern online informiert. Immerhin: Die Studenten bekommen ihre Scheine für die Praxisarbeit, die in Coronazeiten nicht möglich waren, respektive sind.

Initiiert haben das Sommercamp die Studenten Jennifer Haigis und Sebastian Meinhof von der Abteilung Sonderpädagogik, die mit ihrem Team zwei Wochen lang eine bunte Mischung für Sechs- bis 13-Jährige bieten. Da geht es um Film, Theater, Tanzen, Kultur, Natur oder Kunst, aber auch spielerisches Lesen und Schreiben wird angeboten. Für Zehn- bis 13-Jährige gibt es zudem den Kurs „Mathematik – fit fürs nächste Schuljahr“. In kleinen Gruppen können sie zehn Tage lang teilnehmen, jeweils vier Stunden vormittags.

Die Trägerschaft hat die Stadt übernommen, gerade einmal 10 Euro werden für Materialien fällig. „Es ist eine Mischung aus Freizeit und Förderung von Mathematik und Deutsch“, sagt Renate Schmetz. Die Fachbereichsleiterin Bildung und Familie im Rathaus ist überzeugt, dass das Angebot breit genug ist, um viele Eltern zu überzeugen: „Wir wollen es allen ermöglichen.“ 200 Kinder sind das Maximum, laut PH ist bisher ein Viertel der Plätze besetzt. Attraktiv ist auch der Service: Die Kinder treffen sich morgens an ihrer eigenen Grundschule und werden zum PH-Campus gebracht.

Zusätzlich gibt es das jährliche Kunst-Sommercamp der PH vom 3. bis 7. August. Das wird durch Studierende gestemmt und richtet sich an künstlerisch begabte und interessierte Schüler von Klasse 3 bis 13. Es gibt elf Workshops, manche sind ausgebucht, es gibt aber noch Plätze. Ein weiteres Angebot ist die Sommerschule des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung vom 7. bis 11. September, die zum neunten Mal stattfindet. Die Sommerschule ist kostenlos, die Fahrtkosten werden erstattet, der Unterricht in Deutsch und Mathematik findet in Kleingruppen statt. Ziel ist ein guter Start ins Schuljahr, verbessert werden sollen Sprachkompetenz, Lesefähigkeit und Leseverständnis, hinzu kommt ein Freizeitprogramm.

info: Anmeldung für das Sommercamp unter www.ludwigsburg.de/summercamp oder www.ph-ludwigsburg.de/21201.html. Das Kunst-Sommercamp ist bis einschließlich 27. Juli zu buchen per E-Mail: maischanna@stud.ph-ludwigsburg.de. Das Anmeldeformular für die Sommerschule: www.ph-ludwigsburg.de/

fileadmin/subsites/9i-verw-t-01/user_files/Startseite/2020/Anmeldeformular_Sommerschule_ZSL_2020.pdf.

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