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Corona

Lolli-Tests für Kita-Kinder kommen

Ab kommender Woche bekommen Eltern von Kita-Kindern Schnelltests nach Hause mit, getestet werden kann zweimal wöchentlich. Das Angebot, das mit der vermehrten Ansteckung Jüngerer durch das veränderte Coronavirus geboten ist, ist freiwillig und kostenlos.

Zu Hause oder in der Schule? Die Corona-Verordnung erlaubt beides: Von 15 Grundschulen in Ludwigsburg lassen drei die Kinder unter Aufsicht der Eltern zu Hause testen. Foto: dpa
Zu Hause oder in der Schule? Die Corona-Verordnung erlaubt beides: Von 15 Grundschulen in Ludwigsburg lassen drei die Kinder unter Aufsicht der Eltern zu Hause testen. Foto: dpa

Nach mehreren Wochen ziehen die Kitas mit den Schulen gleich, allerdings in anderer Form: Ab Montag können Kita-Kinder kostenlos zweimal die Woche getestet werden. Statt in der Kita allerdings zu Hause – die Eltern bekommen dafür von ihrer Einrichtung zwei Schnelltests pro Woche in die Hand. Sie testen ihre Kinder, bevor sie sie in die Kita bringen, und dokumentieren das Ergebnis. Das Ganze ist zudem freiwillig und nicht an die Erlaubnis, die Kita zu besuchen, gekoppelt. Wer nicht testet, wird also nicht ausgeschlossen. Eine indirekte Testpflicht wie in den weiterführenden Schulen ist nicht geplant.

In den Kitas werden die sogenannten Lolli-Tests angewandt. Der „Lolli“ – ein Tupfer – wird mindestens zehn Sekunden in den Mund genommen, möglichst unter die Zunge, und fünfmal gedreht. Alle Träger hatten diese Variante – zu Hause durch die Eltern – bereits in den vergangenen Wochen ausprobieren lassen. Die Stadtverwaltung hatte zunächst zwei Wochen lang in zwei Kitas, in einer Grundschule und einer sonderpädagogischen Schule Erfahrungen mit den Lolli-Tests gesammelt. Die kirchlichen Träger und die Awo hatten auch in der Notbetreuung seit Ende April Eltern mit Schnelltests versorgt. Mit durchgehend guter Resonanz, wie alle Träger berichteten. Auch die Kleinkinder seien gut mit den Lolli-Tests zurechtgekommen.

Das einzige Manko: Die verzögerte Lieferung von Corona-Schnelltests durch das Land, das etwa die Stadt Ludwigsburg schon früh dazu bewog, selbst Schnelltests in großer Menge zu bestellen. Allen Kita-Trägern bietet die Verwaltung zudem an, die Selbsttests zu beschaffen. Bisher hatten diese für die Testphase genügend Lolli-Tests und sie werden auch starten. Es ist davon auszugehen, dass mit den verstärkten Lieferungen des Landes keine weiteren Engpässe mehr entstehen. Genaueres war am Freitag nicht zu erfahren.

Auch die Finanzierung steht derzeit noch auf wackligen Füßen. Das Land hatte Anfang April angekündigt, dass es sich an den Kosten der Tests in den Kitas beteiligt. „Wir rechnen weiterhin mit der Finanzierung des Landes, haben aber bislang keine offizielle Information“, sagte Renate Schmetz. „Wir Träger gehen somit in finanzielle Vorleistung.“

Die Eltern testen ihre Kinder zweimal die Woche, bevor sie sie in die Kita bringen. „Wir haben mit den Lolli-Tests eine kindgerechte Lösung gefunden“, ist Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz überzeugt. Sie appelliert an die Eltern, die Testmöglichkeit zu nutzen. „Auf diese Weise können wir die Gesundheit von Kindern, Eltern und Mitarbeitenden schützen – und quarantänebedingte Kita-Schließungen reduzieren.“

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