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Verkehr

Ludwigsburg macht jetzt ernst

Lkw-Durchfahrtsverbot, Tempolimit, Pförtnerampel – die Stadtverwaltung will mehr für eine saubere Luft tun

Die Stadt verfolgt verschiedene Ansätze, um die Luftschadstoffe zu verringern und ein Fahrverbot zu verhindern. Archivfotos: dpa/Wolschendorf/privat
Die Stadt verfolgt verschiedene Ansätze, um die Luftschadstoffe zu verringern und ein Fahrverbot zu verhindern. Foto: dpa/Wolschendorf/privat
Die Stadt verfolgt verschiedene Ansätze, um die Luftschadstoffe zu verringern und ein Fahrverbot zu verhindern. Archivfotos: dpa/Wolschendorf/privat
Die Stadt verfolgt verschiedene Ansätze, um die Luftschadstoffe zu verringern und ein Fahrverbot zu verhindern. Foto: dpa/Wolschendorf/privat
Die Stadt verfolgt verschiedene Ansätze, um die Luftschadstoffe zu verringern und ein Fahrverbot zu verhindern. Archivfotos: dpa/Wolschendorf/privat
Die Stadt verfolgt verschiedene Ansätze, um die Luftschadstoffe zu verringern und ein Fahrverbot zu verhindern. Foto: dpa/Wolschendorf/privat
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Die Stadt verfolgt verschiedene Ansätze, um die Luftschadstoffe zu verringern und ein Fahrverbot zu verhindern. Archivfotos: dpa/Wolschendorf/privat
Die Stadt verfolgt verschiedene Ansätze, um die Luftschadstoffe zu verringern und ein Fahrverbot zu verhindern. Foto: dpa/Wolschendorf/privat

Ludwigsburg. Auch wenn die Stadt das drohende Fahrverbot vorerst abwenden konnte, bis das Bundesverwaltungsgericht über den Einspruch Ludwigsburgs entscheidet – man will nicht untätig sein. Die Stadt geht in Absprache mit dem Regierungspräsidium jetzt konkrete Maßnahmen an, um die Luftschadstoffe zu verringern: Sie reichen vom bisher umstrittenen Lkw-Durchfahrtsverbot bis hin zu Tempolimits und Pförtnerampeln an den Stadteingängen, wie man sie von anderen Städten kennt.

Spätestens bis Mitte des Jahres soll vieles davon umgesetzt sein, so Oberbürgermeister Matthias Knecht, der gestern zusammen mit Regierungspräsident Wolfgang Reimer, der eigens nach Ludwigsburg gekommen war, die einzelnen Punkte vor der Presse erläuterte. Denn nach wie vor besteht Handlungsbedarf, auch wenn die Messwerte nach Einschätzung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg nicht mehr repräsentativ sind. „Wir wollen uns nicht drücken“, so der Regierungspräsident, aber für ein Fahrverbot und die Fortschreibung des Luftreinhalteplans fehle inzwischen die gesetzliche Grundlage.

Gegenwind bekommt die Stadt durch Messungen an der Schlossstraße, wo die Stickstoffdioxidwerte in den ersten zwei Monaten dieses Jahres mit 60 Mikrogramm NO weit über dem zulässigen Grenzwert von 40 Mikrogramm liegen (wir berichteten). „Der hohe Wert hat uns schon überrascht“, räumt Reimer ein. „Mit der Schlossstraße geht das Thema wieder von vorne los“, stellt auch Knecht fest. Das baut weiter Druck auf, die Stadt muss handeln. Ohne Eingriffe in den Verkehr, so der Regierungspräsident, kann nicht in entsprechendem Maße für saubere Luft gesorgt werden.

OB Knecht und Bürgermeister Michael Ilk stellten die einzelnen Maßnahmen vor, wobei man sich inzwischen auch vor unangenehmeren Eingriffen in den Straßenraum nicht mehr scheut. Zusätzlich appelliert Reimer an die Autofahrer, selbst aktiv zu werden. Sie sollten ihr Fahrzeug nachrüsten, zumal Hersteller wie VW, Daimler oder BMW den größten Teil der Kosten für die Nachrüstung übernehmen. Auch die Kfz-Innung empfehle dies.

Lkw-Durchfahrtsverbot: Das Regierungspräsidium hat sich lange gesträubt, jetzt soll es kommen: Ein Lkw-Durchfahrtsverbot, das von der Autobahnausfahrt Ludwigsburg-Nord über die B 27 bis zur B 10 reicht. Allein in dieser Fahrtrichtung geht man von 300 bis 400 Lastwagen täglich aus, die die Strecke als Abkürzung nutzen. Sie sollen künftig auf der Autobahn bis zur Abfahrt Zuffenhausen weiterfahren. Ein Schild soll darauf aufmerksam machen, stichprobenartig wird es Kontrollen geben, bei denen der jeweilige Zielort des Lkw überprüft wird. Dies sei aber „kein Einfahrtsverbot“ nach Ludwigsburg, so Knecht, schließlich wolle man die heimische Wirtschaft nicht schwächen.

Tempo 30 oder 40: Die Stadt wird zwar nicht flächendeckend Tempo 30 oder 40 einführen können, weil dies rechtlich nicht möglich ist. Sie kann Geschwindigkeitsbeschränkungen aber für einzelne Straßen festlegen. Dabei ist die Verwaltung nicht kleinlich, eine ganze Reihe von Strecken sind dafür vorgesehen: so die Frankfurter und Heilbronner Straße (B 27), die Friedrichstraße, die Martin-Luther-Straße, die Schorndorfer Straße, die Marbacher Straße und Bottwartalstraße. In all diesen Fällen wird noch geprüft, ob es letztlich Tempo 30 oder Tempo 40 wird. Dazu laufen noch Untersuchungen. Mit einbezogen ins Tempolimit wird auch die Wilhelmstraße, dort mehr, weil sie eine innerstädtische Straße ist. Um dies zu kontrollieren, sei die neue mobile Messstation (Enforcement Trailer) bestens geeignet. Das neue Gerät, erst seit kurzem im Einsatz, hat in 30 Stunden bereits 300 Temposünder erfasst.

Pförtner-Ampeln: Um den Durchgangsverkehr zu steuern und innerorts zur Verflüssigung des Verkehrs beizutragen, sollen an Haupteinfallstraßen Pförtner-Ampeln den Autoverkehr ausbremsen. „Innerhalb der Stadt muss der Verkehr laufen“, so Bürgermeister Ilk, die Staus müssen außerhalb der Wohngebiete bleiben. Beispielhaft nennt er die Zufahrt von Stuttgart (B 27) her. Die Ampeln könnten auch mit Umweltdaten gefüttert werden. „Wenn dicke Luft herrscht, müssen die Autos länger draußen bleiben.“ Bis eine Ampel wieder auf Grün schaltet, wären längstens 90 Sekunden denkbar.

Busspuren und E-Busse: Als einen wichtigen Beitrag sieht die Stadt auch die Einrichtung von Busspuren. Wie berichtet, sollen zeitnah Busspuren in der Schorndorfer Straße und Schlossstraße eingerichtet werden. Gerade in der Schlossstraße sei dies angesichts der schlechten Luftwerte dringend erforderlich. Dort hofft die Stadt auch auf den Einsatz von E-Bussen. Der Betreiber LVL (Ludwigsburger Verkehrslinien) habe fünf geordert, die Stadt ist zuversichtlich, dass der Bund die Fördermittel dafür genehmigt. Denn die neuen Hybridbusse, so die Vertreter der Stadt, schalten an der Steigung in Richtung Innenstadt auf Diesel um – und das genau dort, wo sich die Messstelle befindet. „Es fragt sich, ob dies repräsentativ ist“, bemerkt OB Knecht. Jedes Jahr wird der Busbetreiber LVL jeweils fünf E-Busse bestellen und so die Flotte umrüsten.

Filter-Säulen: Nach wie vor denkt die Stadt daran, Säulen mit Luftfiltern der Firma Mann + Hummel aufzustellen. Dies allerdings nicht mehr, wie bisher gedacht, an der Friedrichstraße, wo dieses Jahr von Mai bis Herbst eine Baustelle sein wird und der Effekt dadurch fraglich geworden ist. Die Filter sollen nun an der belasteten Schlossstraße aufgestellt werden. Gedacht ist an etwa 30 Würfel, die gestapelt werden können. Sie werden an mindestens zehn Standorten aufgestellt.

Nahverkehr: Mit dem Stadtticket, das gut angenommen worden ist und erlaubt, an einem Tag kostengünstig mit den Bussen zu fahren, habe man schon einiges erreicht, so die Verwaltung. Die Stadt finanziert das Angebot mit. Es sei so erfolgreich, dass inzwischen über 30 Gemeinden dies nachahmen, heißt es. An verkaufsoffenen Sonntagen kann der Bus kostenfrei genutzt werden, weitere Überlegungen für die Adventszeit laufen. „Luxemburg ist ein Fingerzeig“, stellt Knecht fest – dort wurde der Nahverkehr komplett kostenfrei. Auch laufen die Gespräche mit dem Landkreis über die Stadtbahn wie geplant weiter.

Parken: Mit der bereits beschlossenen Erhöhung der Parkgebühren will die Stadt steuernd eingreifen. Ab 2021 soll die lange diskutierte Parkraumbewirtschaftung in Weststadt und Südstadt dazukommen. Am 2. April wird der zuständige Ausschuss des Gemeinderats darüber beraten. Beides sind Maßnahmen, um den Parkdruck auf Parkhäuser umzulenken oder um den Umstieg auf den Nahverkehr anzuregen. An besonderen Tagen, wie verkaufsoffenen Sonntagen, werden Parkplätze außerhalb angeboten.

Digitalisierung: Eine bessere Steuerung des Verkehrs soll die Digitalisierung der Ampelanlagen bringen. Wie berichtet, sind 2019 alle Ampeln entsprechend ausgestattet worden.

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