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Geplante Landeserstaufnahmestelle auf dem Schanzacker
Ludwigsburger Klimaschützer kritisieren Protest gegen Lea

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In einem offenen Brief greift die Fridays-for-Future-Bewegung die Gegner einer Lea auf dem Schanzacker scharf an. Der Vorwurf: Hier werde Naturschutz missbraucht, um ohne Rassismusvorwürfe gegen eine Flüchtlingsunterkunft demonstrieren zu können.

Ludwigsburg. Klimaschützer machen den Demonstranten, die gegen eine Landeserstaufnahmestelle für 1200 Flüchtlinge auf dem Schanzacker protestieren, schwere Vorwürfe. „Angeblich geht es bei den Protesten um den Natur- und Umweltschutz. Wir befürchten allerdings, dass Natur- und Umweltschutz nur als Mittel zum Zweck gesehen werden, um gegen die geplante Lea ohne Rassismusvorwürfe protestieren zu können“, schreibt die Fridays-for-Future- Bewegung, flankiert von den Klimaschützern von „Ludwigsburg Zero“ und dem Demokratischen Zentrum (Demoz), in einem offenen Brief am Montag.

Dass sich Menschen, auf deren Unterstützung man in der Klimabewegung seit Jahren vergeblich gewartet habe, ausgerechnet dann zu Klimaschützern aufspielen, „wenn es um die Verteidigung der eigenen Privilegien geht, macht uns fassungslos“.

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Zumal gerade der westliche Lebensstil dazu geführt habe, dass viele Menschen aufgrund des Klimawandels ihre Heimat verlassen müssten.

Flüchtlinge bräuchten einen Schutzraum, „um zur Ruhe kommen zu können“. Und als zweitgrößter Landkreis in Baden-Württemberg (bei der Einwohnerzahl) sollte der Kreis Ludwigsburg dazu beitragen, ausreichend Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. „Wir sprechen uns daher ganz klar für eine Lea im Landkreis Ludwigsburg aus“,m schreiben die linken Gruppierungen.

Allerdings: Auch die Klimaaktivisten sind beim Standort skeptisch. Der Schanzacker sei eine „wichtige Frischluftschneise und ein leicht erreichbares Naherholungsgebiet für die Ortschaften rund um den Hohenasperg“.

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Dass dieses bisher unerschlossene Gelände zwischen Asperg und Tamm zur Bebauung freigegeben werden soll, wird von den Klimaschützern durchaus kritisch gesehen. Sie bemängeln auch, dass es dem Verfahren bisher an Transparenz mangele.

In dem offenen Brief werden daher eine Reihe von Forderungen aufgestellt:

- Eine Offenlegung, welche Standorte im Landkreis Ludwigsburg für die Lea angedacht waren und warum diese nicht ausgewählt wurden.

- Eine Auflistung aller leerstehenden öffentlichen Gebäude (der Stadt, des Landkreises und des Landes) und wie diese in Zukunft genutzt werden sollen.

- Einen ernsthaften Versuch, eine Lea ohne neue Flächenversiegelung aufzubauen.

Sollte kein alternativer Standort für die Lea gefunden werden und am Ende der Schanzacker bebaut werden, fordern die Klimaschützer Folgendes:

- Nachweislicher Erhalt der Frischluftschneise für Tamm und Asperg.

- Verbindliches Versprechen, dass nach der Lea kein Gewerbegebiet auf den Schanzacker kommt.

- Verbindliches Versprechen, dass der Neubau (möglichst) klimaneutral gebaut wird.

- Verbindliches Versprechen, dass die Gebäude bei einer Umnutzung weiterhin für günstigen Wohnraum genutzt werden.