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Flüchtlinge
Ludwigsburger Krauthof wird zur Unterkunft für Ukrainer

Im ehemaligen Hotel Krauthof werden in den kommenden Monaten Ukrainer untergebracht. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Im ehemaligen Hotel Krauthof werden in den kommenden Monaten Ukrainer untergebracht. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Rund 550 Menschen aus der Ukraine haben sich seit Kriegsbeginn in Ludwigsburg angemeldet. Ein Teil von ihnen wird im Krauthof in Hoheneck unterkommen. Die Stadt hat das ehemalige Hotel bis Ende März 2023 angemietet.

Ludwigsburg. Es war ein Schock für Hoheneck und ganz Ludwigsburg, als im August 2021 bekannt wurde, dass der Krauthof in Hoheneck schließen wird. In der Gaststätte und im Hotel ist über die Jahrzehnte einiges passiert, im vergangenen Jahr verkaufte der bisherige Eigentümer Peter Kraut an den Bietigheimer Bauträger Regio Bau GmbH. Doch bevor Hotel und Gaststätte abgerissen werden und dort Wohnungen entstehen, können dort nun zunächst Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind, einziehen. Wie Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mitteilte, hat die Stadt den Krauthof bis Ende März 2023 angemietet.

Auch Anschlussunterbringungen werden genutzt

Der Großteil der Ukrainer in Ludwigsburg, 337 Menschen, ist privat untergebracht, in Hotels leben aktuell 127Flüchtlinge. Die Unterbringung in Hotels sei aber nur eine vorübergehende Lösung, so Renate Schmetz. Sukzessive müssten auch die Anschlussunterbringungen mehr genutzt werden. Aktuell leben bereits 53 Ukrainer in den Anschlussunterbringungen der Stadt.

Von der Idee, die Container auf dem Schulhof der Friedrich-von-Keller-Schule in Neckarweihingen stehen zu lassen und für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen, hat die Stadt inzwischen Abstand genommen. Es sei nicht möglich, dort zusätzlich auch noch Sanitärcontainer aufzustellen. „Wir hätten sonst gar keinen Schulhof mehr“, so Schmetz.

Die Quote der Anmeldungen sinkt derzeit

Es sehe weiterhin so aus, als müssten in Ludwigsburg keine Hallen für die Unterbringung von Ukrainern genutzt werden, so Schmetz. Das sei weiterhin das große Ziel. Auch zwei Monate nach Kriegsbeginn bekommt die Stadt Wohnungen zur Miete angeboten. „Das Herz der Ludwigsburger ist weiterhin groß“, sagt Schmetz. Manches unlautere Mietangebot werde jedoch auch abgelehnt.

Inzwischen sind 557 Ukrainerinnen und Ukrainer in Ludwigsburg gemeldet, etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder. Die Quote der Anmeldungen sinke derzeit, dennoch sei das Service-Center Ukraine weiterhin hoch ausgelastet, berichtete Schmetz weiter. Rund 70 Menschen aus der Ukraine kommen jeden Tag dorthin, um sich beraten zu lassen. Themen sind unter anderem Unterbringung, Verpflegung und Sozialleistungen.

Stadt sucht weitere freiwillige Dolmetscher

Außerdem haben sich fast 200 Personen bei der Stadt gemeldet, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Das Café „Mir“ in der Friedenskirche werde sehr gut angenommen. Dort findet mittlerweile auch die Sozialberatung statt – bis auf die Erstberatung, die es weiterhin im Service-Center Ukraine gibt.

Ehrenamtliche Dolmetscher für Russisch und Ukrainisch jedoch könnte die Stadt noch mehr gebrauchen, so Renate Schmetz. Bei den Beratungen müssten teilweise Profis zugebucht werden. Es gebe zwar einige ehrenamtliche Dolmetscher, die hätten jedoch oft nicht dann Zeit, wenn sie von der Stadt gebraucht werden.

Fünf ukrainische Kinder sind bereits in Ludwigsburger Kitas

Ukrainische Kinder sind zum Teil schon in den Kitas und Schulen der Stadt. Aktuell sind fünf ukrainische Kinder in Kitas, 20 weitere in Spielgruppen. 16 ukrainische Schüler besuchen Ludwigsburger Grundschulen, 22 sind an den weiterführenden Schulen angekommen. „Bisher konnte das gut aufgefangen werden“, so Schmetz.