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Residenzschloss

Lüster in der Ahnengalerie in neuem Glanz

Nach und nach werden die Lüster im Residenzschloss umgerüstet auf LED-Leuchten. Damit lässt sich sehr viel stärker die authentische Lichtstimmung der Kerzenflammen herstellen – und die LEDs sind weitaus energiesparender und nachhaltiger als herkömmliche Leuchtkörper.

Die Ahnengalerie erhält neue Lichter. „Die LED-Kerzen können sehr weit heruntergedimmt werden, so dass bei abendlichen Führungen ein relativ authentischer Eindruck vermittelt werden kann, wie das Schloss bei Kerzenlicht aussah“, erläutert Werner Hill
Die Ahnengalerie erhält neue Lichter. „Die LED-Kerzen können sehr weit heruntergedimmt werden, so dass bei abendlichen Führungen ein relativ authentischer Eindruck vermittelt werden kann, wie das Schloss bei Kerzenlicht aussah“, erläutert Werner Hiller-König. Foto: SSG/Jessica Seethaler/p

Kerzen waren es zu Zeiten der Herzöge und Könige von Württemberg, die die großen Lüster zum Strahlen brachten und die Schlossräume mit Stuck und glänzendem Marmor, mit Vergoldungen und schimmernden Stoffen zum Glänzen brachten. Bei hohen Anlässen brannten Tausende von Bienenwachskerzen – damals unvorstellbar teuer. „Wegen der Brandgefahr ist das heute nicht mehr denkbar“, sagt Stephan Hurst, der Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg. Stattdessen werden seit 2020 die Lüster sukzessive mit LED-Leuchten ausgestattet. Die modernen Leuchtmittel brauchen weitaus weniger Energie als herkömmliche Glühbirnen und halten sehr viel länger: „Nachhaltigkeit ist ja eines der zentralen Ziele der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg – und mit der Umrüstung auf die energiesparenden Leuchten machen wir da einen wesentlichen Schritt“, erklärt Stephan Hurst.

Aktuell wird in der Ahnengalerie gearbeitet, einem der ganz großen Säle des Schlosses. Die Umrüstung der Lüster liegt in den Händen von Gerhard Palme. Der gelernte Gürtlermeister kennt das Schloss seit bald 30 Jahren: Er kümmert sich mit seiner Firma seit langem schon um die Leuchten im Schloss. Seit einigen Monaten bringt er mit seinem Team die elektrischen Systeme der Lüster und Leuchter auf den neuen Stand der Technik. LED-Leuchten sind das Mittel der Wahl. Im Vorfeld wurde eine möglichst authentische Lichtfarbe und Leuchtstärke festgelegt, um näher an den Lichteffekt der Wachskerzen zu kommen.

Annemie Danz, bei den Staatlichen Schlösser und Gärten als Restauratorin für Präventive Konservierung tätig, ist beeindruckt von der Wirkung. „Jetzt glitzern, funkeln und strahlen die Leuchter und Lüster wieder.“ Und die Restauratorin ergänzt eine Beobachtung aus den Schlossräumen: „Außerdem strahlen die LEDs, ähnlich wie Kerzen, ihr Licht vor allem an die Decke – und die wird dadurch wieder hell und lesbar. Der gemalte Himmel der Deckenbilder ist wieder blau, und das unter besserer konservatorischer Strahlungsbelastung und mit deutlich geringerem Schädigungspotenzial.“

Begonnen wurde das Projekt im Neuen Hauptbau, der derzeit wieder in den Zustand versetzt wird, in dem sich die königlichen Wohnungen der Sommerresidenz auch zu Zeiten des ersten württembergischen Königspaar Friedrich I. und Charlotte Mathilde präsentierten. Dafür werden Lüster und Leuchter umgehängt, ergänzt und mit neuen Leitungen versehen. Das Ziel: In Zukunft sollen das Format und die Lichteranzahl der Leuchter den Beschreibungen in den alten Inventaren entsprechen.

Restaurator Werner Hiller-König erklärt: „Die Kerzen waren früher im Allgemeinen länger als heute üblich. Für Ludwigsburg gehen wir von einer Kerzenlänge von 25 cm aus. Das verändert das Bild der Leuchter: Sie bekommen wieder ihr originales Aussehen und Leben.“