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Beyavista Ludwigsburg: So modisch kann nachhaltige Kleidung sein

Brunhilde Schreijäg setzt mit Beyavista ein Zeichen für faire Produktion und Slow-Fashion – Im Sortiment hat sie vor allem schlichte Stücke in zeitlosem Design

Brunhilde Schreijägs Beyavista steht für nachhaltige Mode. Fotos: Ramona Theiss
Brunhilde Schreijägs Beyavista steht für nachhaltige Mode. Fotos: Ramona Theiss
Leder aus nachhaltiger Produktion.
Leder aus nachhaltiger Produktion.
Bekleidung von Kopf bis Fuß.
Bekleidung von Kopf bis Fuß.

Ludwigsburg. „Beyavista“, was übersetzt so viel heißt wie „schöne Aussicht“, so hat Brunhilde Schreijäg ihr Geschäft für nachhaltige Mode genannt, als sie sich vor sieben Jahren selbstständig gemacht hat. In der Modebranche kennt sie sich aus. 35 Jahre lang hat die Diplomdesignerin für große Firmen unter anderem aus der Sportbranche Kollektionen entworfen, bis sie an den Punkt kam, an dem sie etwas ändern wollte. „Wir müssen wegkommen von der ganzen Überproduktion und der Fast-Fashion.“ Dass es auch anders geht, das beweist sie mit Beyavista.

„Die Basis ist eine faire Produktion“

Ihr kommt nur nachhaltige Mode ins Regal. Und da hat Brunhilde Schreijäg hohe Anforderungen: „Die Basis ist eine faire Produktion.“ Insbesondere die Herstellung von Lederwaren und Jeans seien höchst problematisch für die Umwelt. Trotzdem findet man auch Leder und Jeans bei Beyavista, „aber eben aus umweltfreundlicher Herstellung“. Waren, die sie hier verkauft, müssen dem „Global Organic Textile Standard“ entsprechen.

Ihren ersten Laden hatte Brunhilde Schreijäg in der Seestraße eröffnet, bis sie dann im Oktober 2019 wegen der „besseren Sichtbarkeit“ in die Kirchstraße umzog. Flat Coated Retriever-Hündin Angie ist auch hier immer mit dabei.

Eigene Kollektion nennt sich „Leibschneider“

Früher hatte Brunhilde Schreijäg ein eigenes Designbüro, heute ist es ein eigener Laden mit einer eigenen Kollektion. „Leibschneider“ nennt sich die Slow-Fashion-Linie, die individuell für die Kunden angepasst wird. „Das sind meist schlichte Stücke, die man möglichst lange tragen kann“, sagt sie. Denn auch das sei ein Baustein der Nachhaltigkeit. Mode soll gefallen, und das möglichst lange. „Wir haben hier im Laden Musterstücke, die die Kunden anprobieren können, und wir nähen dann individuell für den Kunden, so damit es perfekt passt.“ Wegen Corona arbeitet die Schneiderin aktuell zu Hause, ab Januar, so ist es derzeit geplant, soll das offene Atelier aber wieder im Laden sein. Dann gibt es wieder Mode made in Ludwigsburg.

Von Wäsche bis Winterjacke

Frauen wie Männer finden bei Beyavista Bekleidung von den Schuhen über die Wäsche bis hin zur Winterjacke. Dazu gibt es ein Sortiment an Accessoires wie Gürtel oder Geldbeutel, Schals und Tücher sowie eine Auswahl an Kosmetikprodukten.

Was für ihre Produkte gilt, gilt gleichermaßen für die Ladeneinrichtung. „Hier ist sehr viel Second Hand“, so Brunhilde Schreijäg. Auch das sei ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. „Ich wollte mit diesem Geschäft etwas verändern. Ich mache das aus Überzeugung.“

Überzeugen möchte sie gerne auch noch mehr Ludwigsburger. „Was nachhaltiges Einkaufen anbelangt, ist hier noch viel Luft nach oben.“ Doch mit kleinen Schritten gelingt ihr das bereits. Denn sie beweist, dass nachhaltige und faire Bekleidung auch modisch sein kann.

In unserer Serie stellen wir Akteure aus der Ludwigsburger Innenstadt und ihre Geschäfte vor. Alle bisher erschienen Teile gibt es hier.

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