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Schulen

Maskenempfehlung einer Schule sorgt für Unmut

Die Maskenpflicht ist in aller Munde. Auch in beziehungsweise an Schulen wird oft darüber diskutiert. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 und zwei Wochen ohne Infektionsfall an der Schule entfällt die Maskenpflicht im Unterricht. Eine Nachricht des Goethe-Gymnasiums sorgt nun bei einigen Eltern für Unmut.

Das Tragen der Masken sorgt immer wieder für Ungereimtheiten – auch bei Schülern, Lehrern und Eltern. Foto: Matthias Balk/dpa
Das Tragen der Masken sorgt immer wieder für Ungereimtheiten – auch bei Schülern, Lehrern und Eltern. Foto: Matthias Balk/dpa

Ludwigsburg. Wenn es um das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes geht, dann gehen die Meinungen häufig auseinander. Während die einen die Masken am liebsten direkt in die Ecke werfen würden, setzen die anderen auf einen gewissen Schutz durch diese. Fakt ist, dass die Maskenpflicht auch bei niedriger Inzidenz nicht generell aufgehoben ist. Dennoch gibt es in gewissen Bereichen Lockerungen, so auch in den Schulen. „Ab dem 21. Juni entfällt in Stadt- und Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 50 die Maskenpflicht an Schulen im Freien. Bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 35 und zwei Wochen ohne Infektionsfall an der Schule entfällt die Maskenpflicht auch im Unterricht. Die Testpflicht bleibt jedoch bestehen“, heißt es vonseiten des Landes. Eine Empfehlung des Goethe-Gymnasiums, die Masken auch weiterhin im Unterricht zu tragen, stößt nun bei einigen Eltern sauer auf.

Keine Maskenpflicht ausgesprochen

Am vergangenen Freitag heißt es in einem Schreiben, welches an die Eltern der Goethe-Schüler verschickt wurde, dass das Kollegium und die Schulleitung folgende Empfehlung aussprechen: „Auch in den Unterrichtsräumen werden wieder Masken getragen.“ Einige Eltern kritisieren nun, dass „die Lehrerkonferenz sich offenbar nicht an die gültige Rechtslage gebunden fühlt und dennoch das Maskentragen der Kinder verlangt“. Doch Wolfgang Medinger, Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, sagt auf Anfrage unserer Zeitung: „Es handelt sich um eine Empfehlung. Nicht um die Pflicht zum Tragen der Maske im Unterricht.“

Am gestrigen Nachmittag sei nochmals ein Schreiben an die Eltern gegangen. Unter anderem weist die Schule darauf hin, dass auch die Verfügung des Ministeriums klar formuliert, dass alle Schüler und Lehrkräfte auch weiterhin freiwillig Maske tragen dürfen. „Meine Empfehlung ist keine Vorschrift oder Verfügung; der Begriff ‚Empfehlung‘ enthält die Option, dass Masken in den Unterrichtsräumen auch abgelegt werden können“, so Medinger in dem Schreiben. Der Begriff „Freiwilligkeit“ fehle in seiner Nachricht. „Sollte dadurch der Eindruck entstanden sein, ich würde Masken im Unterricht vorschreiben, bedaure ich dies“, so Medinger weiter.

Hintergrund der Empfehlung ist die Ausbreitung der Delta-Variante. Durch das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in den Unterrichtsräumen könne verhindert werden, dass eine komplette Klasse in Quarantäne muss, sobald ein positiver Fall auftritt. Medinger betont noch einmal, dass er keine Maskenpflicht ausgesprochen habe. Das wäre auch gar nicht möglich, wie das Kultusministerium sagt. „Die Schulen müssen sich an die Regelungen der Coronaverordnung halten, diese Vorgaben sind bindend. Daher empfehlen wir selbstverständlich auch, sich an die Vorgaben und Ausführungen in den Coronaverordnungen zu halten“, so ein Sprecher. „Wer sich unabhängig davon besser damit fühlt, in der Schule eine Maske zu tragen, auch wenn dies nicht vorgeschrieben ist, kann dies selbstverständlich gerne tun.“

Nach Informationen unserer Zeitung sehen auch viele Schüler des Goethe-Gymnasiums die Empfehlung der Schule als vernünftig und sinnvoll an. Die Gefahr, dass die komplette Klasse in Quarantäne müsse, werde so deutlich verringert. Besonders in der Oberstufe wolle man möglichst vermeiden, aufgrund eines positiven Falles in Quarantäne geschickt zu werden. Darüber hinaus gilt ohnehin: Sobald ein positiver Fall an einer Schule auftritt, gilt umgehend wieder die Pflicht zum Tragen einer Maske. „Dies gilt inzidenzunabhängig“, so das Kultusministerium.

Wie Matthias Hilbert, geschäftsführender Direktor der Ludwigsburger Gymnasien und Schulleiter am Otto-Hahn-Gymnasium, mitteilt, müsse alles daran gesetzt werden, die Kinder so gut es geht zu schützen. Aufgrund eines positiven PCR-Tests in den vergangenen zwei Wochen sind die Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums nach aktueller Landesverordnung momentan sowieso dazu verpflichtet, auch in den Unterrichtsräumen Maske zu tragen. „Wir müssen nun schauen, wie es weitergeht, wenn wir zwei Wochen ohne positiven Fall dastehen“, so Hilbert. Um die Schüler zu schützen, sollen sie auch in den Klassenzimmern die Maske aufgesetzt lassen – zumindest, bis das negative Testergebnis da ist.

„Die Schule soll für die Schülerinnen und Schüler sicher bleiben. Deswegen dürfen die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte natürlich weiter freiwillig eine Maske tragen“, so das Land. Außerhalb der Unterrichtsräume bleibt die Maskenpflicht im Schulgebäude bestehen.

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