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Mode und mehr mit gutem Gewissen: Das cha cha in Ludwigsburg

Mode-Männer: Claude Jaudes (links) und Benjamin Ruprecht. Fotos. Ramona Theiss
Mode-Männer: Claude Jaudes (links) und Benjamin Ruprecht. Fotos. Ramona Theiss

Ludwigsburg. Cha cha – der Name hat keine richtige Bedeutung. „Er ist einprägsam und hat uns gefallen“, sagt Claude Jaudes, der das Modegeschäft mit eben jenem Namen in der Ludwigsburger Seestraße führt.

Manch einer kennt das Geschäft, weil er hier schon mal eine Karte fürs Open-Air-Kino im Vorverkauf gekauft hat. Anderen mögen die Taschen im Schaufenster aufgefallen sein, die aus ausrangierten Turnmatten und Sportgeräten hergestellt wurden. Das cha cha bietet vieles. Nur eines nicht: Produkte von der Stange.

2008 hatten die Eltern von Claude Jaudes das cha cha eröffnet. Ihnen gehörte das Musikgeschäft Interpool gegenüber, doch als niemand mehr Tonträger in Form von CDs kaufen wollte, erfanden sie sich neu. Sie konzipierten ein Modegeschäft, das es in dieser Form in Ludwigsburg noch nicht gab.

„Fair-Fashion“ steht im Mittelpunkt, sagt Claude Jaudes, der von Beginn an dabei war, zunächst als Geschäftsführer und seit 2014 als Inhaber. „Unsere Marken sind unser Alleinstellungsmerkmal“, sagt er. Denn diese finde man nicht an jeder Ecke.

Das Taschenlabel „Zirkeltraining“ beispielsweise gehört in diese Kategorie, „wir sind einer von 15 Händlern in Deutschland“, und nach eigener Aussage vermutlich der mit dem größten Angebot. Wer sich an Turnstunden im Sportunterricht zurückerinnert, der wird die blauen Benz-Matten mit den Lederecken wiedererkennen, aus denen ein Großteil der Taschen gefertigt ist.

Neben Taschen spielt Mode für Damen und Herren eine große Rolle. Alles nach Möglichkeit fair produziert und aus Naturmaterialien gefertigt. Schuhe, Accessoires, Trinkflaschen, Bücher, regionaler Gin und Türstopper aus Kunstleder in Tierform gehören ebenfalls zum Sortiment. Und Fischermützen, wie sie Jaudes selbst trägt. „Ich bin Mützenträger, und die hier kommen direkt aus Frankreich.“ Eben auch kein Stück von der Stange.

Benjamin Ruprecht ist das zweite Gesicht im cha cha. Seit drei Jahren arbeitet er hier, „davor war ich für einen Premium-Möbelhersteller im Vertrieb“. Was er an seiner Arbeit liebt, sei die Nähe zum Kunden. „Und das schätzen wiederum unsere Kunden. Unser Ziel ist es, dass die Menschen hier mit einer Erinnerung aus dem Laden gehen.“

Und im Idealfall mit einem Einkauf. Denn das cha cha ist ein stationäres Ladengeschäft und will ein solches bleiben. Nur die Taschen werden zusätzlich über das Internet verkauft. „Natürlich macht man sich Gedanken, wie es weitergeht“, sagt Jaudes und gibt die Antwort gleich selbst: „Wir wollen das Konzept weiter ausbauen, nachhaltig und beständig arbeiten, ohne zu viel zu schnell zu wollen.“

Manchmal berichten Kunden von „cha cha“-Übersetzungen, die sie im Ausland aufgeschnappt haben. „Kürzlich erzählte jemand, das stünde im asiatischen Raum für ‚heiß‘.“ Passt irgendwie.

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