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Nach Missverständnis dürfen jetzt alle Begleitpersonen rein

Ein paar Mitarbeiter der Notaufnahme haben Angehörige von Patienten zum Warten nach draußen geschickt – Es gibt aber Ausnahmen vom Besucherstopp

Die Stühle vor der Notaufnahme sind für Patienten und deren Begleiter, die sich wegen Corona vor Betreten des Gebäudes registrieren müssen. Foto: privat
Die Stühle vor der Notaufnahme sind für Patienten und deren Begleiter, die sich wegen Corona vor Betreten des Gebäudes registrieren müssen. Foto: privat

Ludwigsburg. „Für wen sind diese Stühle?“, fragten wir in einem Artikel Ende Oktober und meinten damit eine Reihe Sitzgelegenheiten vor dem Eingang der Notaufnahme. Der Aufhänger: Eine Leserin hatte berichtet, dass auf diesen Stühlen Begleitpersonen von Patienten – teils stundenlang – warten müssen. Doch dafür seien die Stühle nicht aufgestellt worden, erklärte Kliniken-Sprecher Alexander Tsongas auf Nachfrage. Sie seien für Patienten und deren Begleiter, die sich vor Betreten der Notaufnahme registrieren müssen – eine Coronamaßnahme. Angehörige müssten nicht draußen warten, so Tsongas damals, sondern dürften die Patienten begleiten.

Dass das vielleicht in der Theorie so ist, aber in der Praxis nicht umgesetzt wird, zeigten Reaktionen auf Facebook und E-Mails an die Redaktion. Eine Leserin berichtet am Telefon, sie habe ihren 18-jährigen Sohn nicht begleiten dürfen, sondern musste drei Stunden auf ebendiesen Stühlen warten. Eine Ludwigsburgerin, die ihren Mann zur Notaufnahme brachte, wurde wieder nach Hause geschickt. Eine andere Begleiterin wartete drei Stunden im Auto. Ein Leser wollte seine Freundin in die Notaufnahme begleiten, musste aber ebenfalls draußen warten.

„Es gab tatsächlich zwei, drei Mitarbeiter, die Begleitpersonen wieder hinausgeschickt haben“, sagt Alexander Tsongas auf erneute Nachfrage. Das habe sich herausgestellt, als sich auch beim Klinikum Betroffene gemeldet hatten. Die Mitarbeiter hätten den Besucherstopp wohl missverstanden. Laut den Regeln der RKH-Kliniken gilt zwar ein Besucherstopp, jedoch mit Ausnahmen. Dazu zählt, dass Patienten, die in die Notaufnahme kommen, von einem Angehörigen begleitet werden dürfen. Die betroffenen Mitarbeiter seien nun darüber informiert worden, dass Begleitpersonen mit ins Gebäude dürfen. Er bitte darum, diesen Fehler zu entschuldigen, so Tsongas. „Bei so vielen Neuerungen und Informationen kann schon mal jemand den Überblick verlieren.“

Innerhalb der Notaufnahme entscheide dann der behandelnde Arzt in Absprache mit Patient und Angehörigem, ob eine Begleitung ins Behandlungszimmer nötig ist oder nicht.

Durch die Registrierung am Eingang der Notaufnahme kommt es zu Wartezeiten im Freien. Hin und wieder stehen dort durchaus zehn Patienten mit ihren Begleitpersonen. „Wegen der Coronamaßnahmen können sie nicht einfach durchmarschieren“, erklärt Alexander Tsongas. Sowohl Patienten als auch Begleitpersonen müssen sich – wie beim Haupteingang des Klinikums auch – registrieren. Auch schon vor der Pandemie mussten sich die Patienten anmelden. Das ging jedoch schneller, denn die Registrierung der Kontaktdaten aller war damals nicht nötig. Außerdem sei es da möglich gewesen, drinnen zu warten – auch, weil es noch keine Abstandsregeln gab. „Die Schlange würde sich jetzt bis zu den Behandlungsräumen ziehen“, so Tsongas. Deshalb gebe es jetzt die Regel, vor dem Eingang der Notaufnahme zu warten. Tsongas vergleicht das mit der Situation vor manchen Restaurants, als diese noch geöffnet waren: Auch dort müssten Gäste am Eingang warten und sich registrieren.

Mit Blick auf den kommenden Winter sei es sehr praktisch, dass es vor der Notaufnahme ein Dach gibt. So seien Regen und Schnee zumindest kein Thema. Vor dem Haupteingang des Klinikums habe man zum Schutz vor der Witterung ein Zelt aufgestellt, bei Bedarf könne auch ein zweites dazukommen, so Tsongas. „Die Kälte könnte im Winter aber ein Thema werden“, sagt er. Doch genaue Pläne, wie man dem entgegentreten könnte, gibt es bei den RKH-Kliniken noch nicht.

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