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Feuerwehr

Neue Drehleiter im Gespräch

Nach dem Technik-Ausfall wird über eine Ersatzbeschaffung des Fahrzeugs nachgedacht

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Beim letzten Einsatz in Bissingen setzte die Technik der 23 Jahre alten Feuerwehr-Drehleiter aus.Foto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Mitten während des Einsatzes war plötzlich Schluss. Bei einem Brand in Bissingen fiel die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr plötzlich aus. Es hatte die Steuerung des Rettungsgerätes versagt. Um den Einsatz weiterführen zu können, musste eine Ersatzdrehleiter aus Ludwigsburg angefordert werden. Ursache des Ausfalls war ein Steuerungsproblem. Der Mannschaft war es nicht mehr möglich, die Leiter auszufahren, weil ein Sensor fälschlicherweise einen Widerstand angezeigt und die Leiter verriegelt hat.

„Wir haben das Problem später mit Hilfe eines Technikers mit einem Trick lösen können“, berichtet Kommandant Frank Wallesch. Aber eine Lösung sei das nicht. Drehleitern seien mittlerweile Hightech-Geräte, die immer komplizierter würden, ergänzt der Kommandant.

Große Investition

Diese Leitern hätten eine Lebensdauer, wie die anderen Löschfahrzeuge auch, von rund 25 Jahren. Die Bietigheimer Drehleiter, die zweite in der Feuerwehrgeschichte der Stadt, ist 23 Jahre alt.

Inzwischen wird im Rathaus darüber nachgedacht eine neue Drehleiter anzuschaffen, anstatt das bisherige Einsatzfahrzeug zu reparieren. Erste Gespräche zwischen dem Stadtkommandant Frank Wallesch und Bürgermeister Joachim Kölz haben bereits stattgefunden. Für eine neue Drehleiter muss allerdings eine große Investition gestemmt werden. Die Kosten für ein solches Gerät belaufen sich mindestens auf eine dreiviertel Million Euro. Außerdem geht es darum, mit dem Kreisbrandmeister über die Zuschusshöhe zu verhandeln. Die Höhe der Förderung ist allerdings vom Land gedeckelt.

Der Kommandenat hat sich bereits festgelegt. Für Frank Wallesch ist eine Ersatzbeschaffung eine dringende Notwenigkeit, um den Brandschutz in Bietigheim-Bissingen zu gewährleisten.

Nach Angaben des Feuerwehrchefs kommt die Drehleiter jährlich rund 150-mal zum Einsatz, nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch bei Überlandeinsätzen in der Umgebung, wie in Sachsenheim, Tamm und Ingersheim.

Der Ausleger einer Drehleiter besteht aus mehreren ineinanderliegenden Leitersegmenten, die motorisch betrieben werden. Er ist mit einem Drehkranz, der sich um 360 Grad drehen lässt, auf dem Fahrzeugfahrgestell befestigt. Zur Bedienung des Leiterparks befindet sich auf dem Drehkranz neben der Leiter ein Steuerstand. Bei vielen Modellen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, die Leiter vom Leiterkorb aus zu steuern. Um für den Betrieb der Leiter einen stabilen Stand zu schaffen und ein Umkippen zu verhindern, werden seitliche Abstützungen ausgefahren.

Eine solche Leiter muss in der Regel bis in das siebte Obergeschoss reichen. Bei höheren Gebäuden sind Spezialfahrzeuge notwendig. Und bei Hochhäusern ist zur Menschenrettung ein zweiter baulicher Rettungsweg oder ein Sicherheitstreppenraum erforderlich.