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Stadtbad

Neue Räume für die Filmakademie

Die Freude in Ludwigsburg ist groß: Die Filmakademie bekennt sich zum Standort. In den ehemaligen Wannenbädern des Stadtbads sollen bald Arbeitsplätze für Studenten des Animationsinstituts untergebracht werden.

Das Stadtbad von der südlichen Seite (links): Hier wird der Zugang zu den Räumen der Filmakademie sein. Innen (rechts, Foto von 2017) ist noch im Rohbau und wird jetzt saniert. Fotos: Andreas Becker
Das Stadtbad von der südlichen Seite (links): Hier wird der Zugang zu den Räumen der Filmakademie sein. Innen (rechts, Foto von 2017) ist noch im Rohbau und wird jetzt saniert. Foto: Andreas Becker
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Ludwigsburg. Für Oberbürgermeister Matthias Knecht ist es ein klares Zeichen, dass die Filmakademie auch zukünftig in Ludwigsburg bleiben möchte: Die Hochschule hat Interesse angemeldet, die Räume der ehemaligen Wannenbäder im Souterrain des Stadtbads für das Animationsinstitut anzumieten. „Ich bin froh, dass die Filmakademie zu diesem Standort steht“, so Knecht im Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung (WKV), wo der Vermietung einstimmig zugestimmt wurde.

Die Filmakademie möchte die Räume für eine Kaltmiete von 24000Euro im Jahr für vorerst 15Jahre anmieten. Dort sollen Arbeitsplätze für vier Mitarbeiter und 16Studenten des Animationsinstituts untergebracht werden. „Das ist eine Win-win-Situation“, so Mathias Weißer, Fachbereichsleiter Hochbau und Gebäudewirtschaft. Denn für den Schulbetrieb sind die Räume nicht geeignet. Zu den Räumlichkeiten im Souterrain gibt es einen separaten Zugang. Außerdem sei die Nähe zum Animationsinstitut ein großer Vorteil der Räume im Stadtbad.

Eigentlich habe die Filmakademie die Räume schon ab Frühjahr 2022 nutzen wollen, so Weißer. Der Umbau sei aber in der kurzen Zeit nicht machbar. Filmakademie und Stadtverwaltung haben sich nun auf Frühjahr 2023 geeinigt, so dass die Hochschule die Räume ab dem Sommersemester 2023 nutzen kann. Vor der Vermietung muss jedoch saniert werden. Es muss ein zweiter Rettungsweg eingebaut werden, außerdem die Fenster ausgetauscht und Akustikdecken eingebaut werden. Auch die Haustechnik muss komplett erneuert werden. Die Computer sowie das Mobiliar werden von der Filmakademie angeschafft. Die Sanierung wird etwa 575000Euro kosten. Da das Stadtbad im festgelegten Sanierungsgebiet ZIEL (Zentrale Innenstadtentwicklung) liegt, gibt es aus diesem Programm eine Förderung von rund 280000Euro.

Die Vermietung an die Filmakademie wurde von den Stadträten im Ausschuss positiv aufgenommen. Edith Klünder (CDU) äußerte aber Bedenken, ob die Mittel aus ZIEL an anderen Stellen vielleicht dringender benötigt werden. Das Budget sei dadurch nicht ausgeschöpft, versicherte Mathias Weißer. Max Girrbach (Grüne) und Daniel O’Sullivan (SPD) wollten beide sicherstellen, dass die Räume in den nächsten 15Jahren nicht doch für die Schulen genutzt werden könnten. Dafür seien die Räumlichkeiten nicht geeignet, so Weißer. Reinhardt Weiss (Freie Wähler) wollte wissen, ob das nun die letzte Baumaßnahme im Stadtbad sei. „Das Stadtbad ist wie ein Münster“, so Weißer. Das heißt: So richtig fertig ist es nie. Die Saunaräume im Untergeschoss könnten noch saniert werden. Wenn innen alles fertig sei, gehe es mit Dach und Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes weiter. Das Stadtbad werde der Stadt noch auf Jahre Arbeit machen, so Weißer. Aber: „Je mehr es in Nutzung ist, desto besser für das Gebäude.“

Nächste Woche wird auch der Ausschuss für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften (SHL) über den Umbau und die Vermietung an die Filmakademie entscheiden. Zuvor soll jedoch noch der Jugendgemeinderat mit einbezogen werden. Das regte Max Girrbach an. Die Entscheidung sollte nicht über den Kopf des Jugendgemeinderats getroffen werden. Dieser hatte sich sehr für den Jugendtreff im Stadtbad eingesetzt. „Wenn sich am Campus was verändert, sollten wir die Jugendlichen beteiligen“, so Girrbach.

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