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Corona
Nur Ungeimpfte auf Intensivstation

Wenn die Warnstufe in Kraft tritt, dürfen Ungeimpfte nur noch mit negativem PCR-Test ins Restaurant. Foto: dpa
Wenn die Warnstufe in Kraft tritt, dürfen Ungeimpfte nur noch mit negativem PCR-Test ins Restaurant. Foto: dpa
Die Zahl der Corona-Infektionen steigt seit ein paar Tagen kontinuierlich an. Auch im Landkreis Ludwigsburg. Der Anteil der Impfdurchbrüche liegt laut Mitteilung des Landratsamtes bei rund einem Viertel. Allerdings erkranken diese Personen nicht schwer. Denn auf der Intensivstation des Klinikums liegen aktuell ausschließlich Ungeimpfte.

Am Freitag, 22. Oktober, lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Ludwigsburg bei 125,7. In der Stadt Ludwigsburg lag die Inzidenz bei 148,5 (Stand Donnerstag). Doch was sagen diese Zahlen wirklich über die Situation vor Ort? Und wie wird es weitergehen? Droht möglicherweise eine Verschärfung der Coronaregeln? Wir geben einen Überblick:

Wie kommt es zu dem Anstieg der Infektionen?

Deutschlandweit liegt der Anteil der Ungeimpften bei rund 30 Prozent, teilt das Landratsamt mit. Außerdem könnten auch vollständig Geimpfte das Virus übertragen. Da nicht jeder Infizierte Symptome aufweise, werde das Virus teilweise völlig unbewusst weitergetragen. „Da die Maßnahmen gelockert wurden und gerade auch im privaten Bereich wieder Treffen in unbegrenzter Zahl möglich sind, kann sich das Virus weiter verbreiten“, so Andreas Fritz, Pressesprecher im Landratsamt.

Wo stecken sich die Menschen hauptsächlich an? Welche Rolle spielen Schulen und Kindergärten?

In den Fällen, in denen die Ansteckungsquelle sehr wahrscheinlich zurückverfolgt werden kann, handelt es sich laut Landratsamt am häufigsten um Familienmitglieder aus dem häuslichen Umfeld. „Ungefähr ein Achtel der Infizierten im Oktober haben eine Tätigkeit in einer Schule oder einem Kindergarten oder werden dort betreut.“

Wie viele Patienten werden aktuell stationär versorgt?

Laut Mitteilung des Klinikums Ludwigsburg werden in Ludwigsburg aktuell 10 Covid-Patienten versorgt, drei davon liegen auf der Intensivstation. Im Krankenhaus Bietigheim sind es sieben Covid-Patienten, von denen zwei intensivmedizinisch versorgt werden.

Welche Patienten liegen auf der Intensivstation?

„Auf den Intensivstationen haben wir nur umgeimpfte Patienten“, so Klinik-Sprecher Alexander Tsongas. „Sie sind mittleren Alters (zwischen 40 und 60) und haben alle schwere Verläufe. Alle benötigen Atemunterstützung (Beatmung) und zum Teil Ecmo (Lungenersatzverfahren).“

Welche Rolle spielen inzwischen Infektionen vollständig geimpfter Personen, also die sogenannten Impfdurchbrüche?

„In unseren Kliniken gibt es bislang nur sehr vereinzelt Impfdurchbrüche“, teilt Klinik-Sprecher Tsongas mit. Aktuell werde nur ein Fall auf einer Covid-Normalstation behandelt. „Diese wenigen Einzelfälle haben allerdings in der Regel immer Vorerkrankungen“, so der Sprecher Laut Landratsamt Ludwigsburg waren rund ein Viertel der positiv Getesteten im Oktober geimpft.

Wenn die Infektionszahlen weiter steigen, muss bald mit einer Verschärfung der Regeln gerechnet werden?

Seit dem 16. September sieht die Coronaverordnung des Landes eine Stufenregelung vor, die sich nicht mehr auf die Sieben-Tage-Inzidenz bezieht. Stattdessen spielt die Auslastung der Intensivbetten im Land eine Rolle. Liegen landesweit 250 Patienten und mehr auf Intensivstationen, greift die Warnstufe. Ab 390 Patienten auf Intensivstationen gilt die Alarmstufe. Am Freitag, 22. Oktober, lagen landesweit 211 Personen auf Intensivstationen. Das Landesgesundheitsamt schätzt, dass bereits Ende kommender Woche die Warnstufe ausgerufen werden könnte.

Was bedeutet die Warnstufe konkret?

Personen, die weder geimpft noch genesen sind, müssten dann in vielen Bereichen (zum Beispiel Kino, öffentliche Veranstaltung, Restaurant) einen negativen PCR-Test vorweisen. Dieser muss selbst bezahlt werden. Ein Schnelltest reicht dann nicht mehr. Außerdem würden wieder Kontaktbeschränkungen gelten: Ein Haushalt dürfte sich nur noch mit fünf weiteren Personen treffen. Ausgenommen davon wären Genesene und Geimpfte, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren und Menschen, die sich zum Beispiel aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Getrennt lebende Paare gelten als ein Haushalt.